Mikko Hirvonen weiß, dass er mehr Siege holen muss, um Weltmeister zu werden

Rallye 2010

— 06.02.2010

Hirvonen exklusiv: "Ich muss mehr Rallyes gewinnen"

Mikko Hirvonen weiß, dass Konstanz allein nicht reicht, um Weltmeister zu werden und räumt ein, dass er 2008 in Finnland eine wichtige Lektion gelernt hat

Die Enttäuschung über den knapp verpassten WM-Titel 2009 hat Mikko Hirvonen inzwischen überwunden. Die Niederlage gegen Sébastien Loeb hat seine Ambitionen, Weltmeister zu werden, nur noch verstärkt. Und deshalb will er auch seine Herangehensweise ändern. Bisher war der Ford-Finne als eifriger Punktesammler bekannt, doch 2010 will er mehr attackieren.

"Die Konstanz war immer schon meine größte Stärke. Aber sie hat nicht gereicht", räumt Hirvonen gegenüber 'Motorsport-Total.com' ein. Er weiß: "Ich muss mehr Rallyes gewinnen, aber gleichzeitig so konstant bleiben wie bisher. Es ist ganz einfach: Ich habe im vergangenen Jahr vier Rallyes gewonnen und Sébastien sieben. Ich war zwar konstanter als er, aber er hat den Titel geholt. Ich muss einfach versuchen, mehr Rallyes zu gewinnen."

Die Rallyes, auf die er sich schon besonders freut, sind sein Heimlauf in Finnland und die Rallye Neuseeland, die vom Charakter her ähnlich ist. Und er freut sich auch schon "ein bisschen auf Bulgarien. Es ist eine völlig neue Rallye. Selbst, wenn wir dort auf Asphalt fahren, ist es immer schön, neue Orte zu sehen."

Doch der Finne hütet sich davor, zu sagen, dass ihm irgendeine dieser Rallyes mehr entgegenkommt als Loeb: "Diesen Fehler habe ich ein paar Mal gemacht. Ich dachte, das wird eine starke Rallye für mich - und die habe ich alle verloren. Es wird immer derselbe Fight und dieselbe Herausforderung. Es wird nie einfach."

Eine Rallye, bei der Hirvonen diesen Fehler gemacht hat, war sein Heimlauf 2008 in Finnland. Er gibt zu, dass es eine bittere Enttäuschung für ihn war, dass Rivale Loeb ausgerechnet dort vor ihm gewonnen hat: "Es war wirklich hart. 2007 war ich hinter Marcus Grönholm Zweiter und Sébastien war Dritter. Deshalb dachte ich, dass ich ihn hinter mir halten kann. Aber er hatte seine Hausaufgaben gemacht, mit seinem Auto mehr Speed und Selbstvertrauen gefunden und die Rallye gewonnen. Das war eine sehr gute Lektion für mich, dass man niemals irgendjemand unterschätzen sollte. Sie arbeiten sehr hart, also müssen wir das auch tun."

Zu dieser harten Arbeit gehört für Hirvonen auch, an seiner Asphalt-Technik zu feilen. Er berichtet aber lachend, dass er in diesem Winter bisher noch gar nicht dazu gekommen ist: "Ich muss da erst noch einen Plan machen. Wir haben ein paar Ideen. Ich werde wie im vergangenen Jahr wieder mit Rob Wilson arbeiten. Vielleicht machen wir ein paar andere Dinge, vielleicht gehe ich auf Rennstrecken, wir arbeiten grad am Plan. Aber noch ist nichts fix. Es ist einfach so, dass ich auf Asphalt so viele Kilometer wie möglich sammeln muss."

Vier Asphaltrallyes stehen in dieser Saison auf dem Kalender. Er weiß, dass Loeb für diesen Untergrund ein Spezialist ist. Doch Hirvonen sagt sich: Als Profi, der den Titel holen will, muss auch er überall gut sein. "Es ist egal wo wir fahren, auf welchem Untergrund, bei welchen Bedingungen - man muss in der Lage sein, Rallyes zu gewinnen", pflichtet der Finne bei. "Es gibt vier Asphalt-Rallyes, die Sébastien und Citroën vielleicht ein bisschen entgegenkommen, aber ich habe keine Angst vor der Herausforderung. Wir müssen es nur noch mehr versuchen. Vielleicht können wir noch ein bisschen mehr Speed finden und ihm noch mehr Gegenwehr leisten."

Vorerst steht aber nicht Asphalt, sondern Schnee an. Bisher sei die Vorbereitung auf den Saisonauftakt kommende Woche in Schweden (11. bis 14. Februar) eher spärlich ausgefallen, doch jetzt wird dort getestet. "Und wir haben bisher viel für die Zukunft und dieses Jahr geplant. Wir sind mit dem neuen Auto bei der Rallye Monte Carlo gefahren, das ist auch wichtig für die Zukunft. Wir hatten viel zu tun, aber es war eine gute Zeit", berichtet Hirvonen.

Dass er die Rallye Monte Carlo gewonnen hat, ändere für die Rallye Schweden gar nichts, betont er: "Es sind so unterschiedliche Rallyes, die Monte wird auf Asphalt gefahren, es waren völlig andere Autos. In Schweden erwarten uns wieder ganz andere Herausforderungen."

Dennoch sei es natürlich "ein gutes Gefühl" gewesen, den Sieg bei der "Monte" zu holen: "Es ist nie einfach, dort zu gewinnen, deshalb bin ich wirklich glücklich, dass es dort mit dem neuen Auto so gut gelaufen ist. Das Team hat wirklich hart gearbeitet, um optimal vorbereitet zu sein. Das war gut. Aber nächste Woche erwartet uns ein neuer Kampf."

Ein Kampf, bei dem es Hirvonen mit einem weiteren vertrauten Gegner zu tun bekommt. Denn bei der Rallye Schweden wird auch sein früherer Teamkollege Marcus Grönholm wieder in den Ford Focus steigen und für die B-Mannschaft Stobart antreten. Und Hirvonen geht davon aus, dass "Bosse" nichts von seinem Speed eingebüßt hat.

"Es ist wirklich schön, ihn zurück im Rallyesport zu sehen", sagt er. "Wenn er irgendwo sehr, sehr schnell sein wird, dann bei der Rallye Schweden. Denn das ist eine Rallye, die er wirklich liebt und er kennt sie so gut, dass er nur mit einem einzigen Ziel da antritt: Er will sie gewinnen. Ich glaube auch, dass er die Chance dazu hat." Den von Ford-Teamchef Malcolm Wilson eingeforderten finnischen Dreifachsieg in Schweden hät Hirvonen also "definitiv für möglich", auch wenn er natürlich gern selbst aufs oberste Treppchen fahren würde.

Fotoquelle: Ford

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