Ken Block plant sein Engagement in der WRC langfristig bis 2012

Rallye 2010

— 08.02.2010

Block: "Es geht darum, auf Speed zu kommen"

Für Ken Block ist die WRC die "größte Herausforderung" seines Lebens - Er will beweisen, dass er nicht nur der "Spaßfahrer" ist und plant langfristig

Ken Block ist durchaus das, was man als "coole Socke" bezeichnen könnte. Bei der WRC-Präsentation vergangene Woche in Paris posierte er lässig mit Sonnenbrille und Basecap auf dem kalten, windigen und verregneten Place de la Concorde. Und weil man ja in Paris die Medienvertreter so schön beisammen hatte, luden Block und sein Sponsor Monster danach auch gleich noch zur Party in eine Diskothek, mit Hardrock-Musik, "Gymkhana"-Videos, Sushi, Energydrinks und Bier - und natürlich den wohl geformten und knapp bekleideten "Monster-Girls".

Millionen Fans kennen Block von seinen "Gymkhana"-Videos auf 'YouTube' in denen der Amerikaner mit Rallyeautos haarsträubende Manöver unter anderem in Flugzeughangars oder Häfen fährt und mit Vorliebe auch Sprünge mit einbaut. Zudem ist er regelmäßig bei den X-Games zu Gast. Doch er kann auch anders und ernsthaft: Seit sechs Jahren fährt er in der Amerikanischen Meisterschaft, sein Teamkollege bei Subaru war Travis Pastrana.

Nun aber startet Block ein neues Abenteuer: Mit seinem Team und einem Ford Focus steigt er in die WRC ein. "Dieses Jahr wird die größte Herausforderung in meinem Leben", bekennt der Amerikaner, der nebenbei auch noch im Fiesta weiter in seiner nationalen Meisterschaft fährt, einen weiteren X-Games-Auftritt plant und sich ein neues "Gymkhana"-Auto baut. "Ich freue mich wirklich schon darauf. Es wird ein hartes Jahr, aber ich werde mein Bestes geben."

Und dabei gibt sich Block in seinen Erwartungen bescheiden: "Ich hoffe einfach, dass ich das Auto auf der Straße halten kann. Das ist ein Entwicklungsjahr für mich. Ich werde nur ein oder zwei Tage im Auto haben, bevor ich bei der Rallye Mexiko anfange. Ich werde mein Bestes geben, aber in diesem Jahr geht es vor allem darum, Kilometer zu sammeln, damit ich mich besser auf 2011 und 2012 vorbereiten kann."

Denn die WRC soll kein kurzzeitiges Abenteuer sein, sondern Block plant langfristig. In diesem Jahr fährt er sieben WM-Läufe, nächstes Jahr zehn bis zwölf und 2012 dann alle. "Ich habe offen zu meinen Sponsoren gesagt: Wenn wir das machen, müssen wir es langfristig angehen", erklärt er gegenüber 'auto-motor-und-sport.de'. "Denn kein Fahrer kann in eine solche Serie kommen und erwarten, dass er gleich an die Spitze fährt. Zum Glück habe ich ein paar sehr gute Sponsoren, die das nötige Geld und die Zeit in mich investieren."

Er räumt durchaus ein, dass er ein Mensch ist, der Spaß braucht. So hat er mit Skateboarden und Snowboarden war mit allen möglichen Fahrzeugen unterwegs: "Ich liebe es einfach, rauszugehen und zu spielen." Da der Rallyesport als solcher aber teuer ist und man nur selten wirklich im Auto sitzt, hat er sich andere Möglichkeiten gesucht, hinters Steuer zu klettern: "In Skigebieten, bei Sprüngen, bei all dem 'Gymkhana'-Zeug, aber das war rein zum Spaß."

In der WRC will er aber beweisen, dass er nicht nur der "Spaßfahrer" ist: "Rallyefahren ist das, was ich liebe und deshalb bin ich hier. Es ist die pure Liebe dazu." Und deshalb plant er auch nicht, in der Weltmeisterschaft spezielle Kunststücke à la "Gymkhana" einzubauen. Die hebe er sich "für die passende Gelegenheit auf".

"Viele Leute kennen mich nur von den Videos, aber diese Vorstellungen sind leider nicht realistisch", betont er. "Vor allem in den ersten Prüfungen werden wir sehr konservativ fahren, nur um durchzukommen und Erfahrung zu sammeln, dann kann ich etwas mehr Gas geben." Zunächst gehe es darum, auf der Straße zu bleiben und Kilometer abzuspulen: "Ich kann also keine unnötigen Risiken eingehen. Aber im Verlauf der Saison werde ich versuchen, immer schneller zu fahren."

Block ist mit seinen 42 Jahren gewissermaßen noch ein Rookie, denn er hat noch nie in einem internationalen Wettkampf eine Wertungsprüfung bestritten: "Deshalb sind meine Erwartungen für dieses Jahr sehr gering. Ich weiß, dass das die besten Fahrer der Welt sind. Ich bin hier, um an meiner Technik zu feilen, damit ich in künftigen Jahren konkurrenzfähig bin. In diesem Jahr geht es darum, auf Speed zu kommen. Ich gebe mein Bestes, bin aber auch realistisch."

Fotoquelle: Ford

Weitere Rallye Themen

News

Hyundai präsentiert den i20 für die WRC 2017

News

M-Sport wirbt offen um die Dienste von Sebastien Ogier

News

Rallye Australien: Eric Camilli überschlägt sich

News

Kampf um VW-Stars: Wohin mit Ogier, Mikkelsen und Latvala?

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.