Mikko Hirvonen hat den turbulenten ersten Tag als Führender beendet

Rallye 2010

— 12.02.2010

SS7: Hirvonen nach turbulenten erstem Tag vorn

Vor der abendlichen Zuschauerprüfung führt Mikko Hirvonen vor Sébastien Loeb und Daniel Sordo - Missgeschick wirft Kimi Räikkönen weit zurück

Der erste volle Tag der WRC-Saison 2010 ist absolviert - fast zumindest, denn bei der Rallye Schweden steht heute abend zum Abschluss des ersten Tages nur noch eine kurze Zuschauerprüfung in Karlstadt an. Die Startpositionen für den morgigen zweiten Tag sind jedoch bereits vergeben.

Dieser Freitag war bereits voll gepackt mit Dramen - kaum einer der Piloten konnte am Ende von sich behaupten, nicht irgendwelche Probleme gehabt zu haben. Der Vormittag verlief noch relativ unspektakulär. Sébastien Loeb (Citroën) holte zwei Bestzeiten und führte zur Mittagspause. Doch am Nachmittag wurde es richtig turbulent. Auf den Pisten bildeten sich tiefe, mit Schotter gefüllte Spurrillen und ein Pilot nach dem anderen bekam die Tücken am eigenen Leib zu spüren.

Ford-Pilot Mikko Hirvonen setzte sich gleich nach der Mittagspause an die Spitze des Gesamtklassements und hielt sich dort. Damit geht der Finne morgen als erster auf die Piste. Sein Vorsprung auf den Zweitplatzierten Loeb beträgt 8,4 Sekunden. Auf Platz drei folgt Daniel Sordo im zweiten Werks-Citroën mit einem Rückstand von 12,2 Sekunden auf Hirvonen.

"Es war ein guter Tag", bilanziert Hirvonen. "In der letzten Prüfung am Vormittag habe ich einen guten Rhythmus gefunden, den ich dann auch beibehalten konnte. Dass ich morgen als Erster fahre, sollte kein Nachteil sein." Hirvonen hätte sich in der letzten Prüfung auch taktisch zurückfallen lassen können, verzichtete aber darauf.

Loeb hatte zwar vor allem am Nachmittag zu kämpfen, ist mit dem Tag aber dennoch weitgehend zufrieden. "Wir fighten wieder gegen Mikko. Schweden ist immer schwierig für mich, vor allem die zweiten Durchfahrten liegen mir gar nicht. Aber wir sind noch an Mikko dran, von daher passt es", erklärt der Franzose. Und sein Kollege Sordo scheint sich auf Schnee inzwischen richtig wohl zu fühlen: "Es war ein guter Tag. Ich habe viel Selbstvertrauen und es gab nur kleine Probleme."

Ford-Pilot Jari-Matti Latvala ist 19,4 Sekunden hinter Sordo Vierter. "Es war ganz okay. Über die letzte Prüfung bin ich etwas enttäuscht, ich habe am Ende etwas Zeit verloren, aber meine Reifen waren schon ziemlich hinüber. Der Tag lief vielleicht nicht ganz so, wie ich es erwartet hatte, aber wenigstens habe ich keine großen Dramen erlebt", berichtet der junge Finne, dessen Hauptaufgabe in dieser Saison ist, ins Ziel zu kommen.

Auf Platz fünf liegt vor der abschließenden Zuschauerprüfung Citroën-Junior Sébastien Ogier vor den beiden Stobart-Piloten Henning Solberg und Matthew Wilson, Mads Östberg (Adapta), Per-Gunnar Andersson (Skoda Fabia S2000) und Janne Touhino (Ford Fiesta S2000).

Die Pechvögel des Freitags

Damit zu den großen Pechvögeln dieses Freitagnachmittags. Stobart-Youngster Wilson kam noch relativ glimpflich davon, schließlich konnte er sich noch Platz sieben retten - und das, obwohl er in der fünften Prüfung eine kuriose Kollision mit Petter Solberg hatte.

Diese Prüfung hatte es ohnehin in sich, da zahlreiche Piloten Abzweigungen verpassten und im Schnee hängen blieben. Petter Solberg flog ebenfalls, beschädigte das Heck seines C4 WRC und verlor rund vier Minuten, bevor er weiterfahren konnte. Er wurde recht schnell von Wilson eingeholt, der auch auf der Piste an dem Norweger vorbeigehen konnte. Doch acht Kilometer vor dem Ziel würgte Wilson seinen Ford in einer Kurve ab. Genau in diesem Moment kam Solberg von hinten, konnte mit seinem beschädigten Auto nicht mehr bremsen und rammte das Heck von Wilsons Ford. Beide Piloten konnten weiterfahren, doch Solberg fiel im Gesamtklassement weit zurück und ist nun auf Platz 14.

"Es war kein guter Tag", bilanziert der Solberg. "Es war sehr schwierig. Aber das gehört dazu. Jetzt müssen wir schauen, was wir ändern können." Und Wilson bezeichnete diesen Freitag einfach nur als "sehr seltsamen Tag". Wilson machte trotz der Kollision sogar noch einen Platz gut, weil Östberg aufgrund von Motorproblemen an seinem Subaru Zeit verlor.

Auch die sechste Prüfung verlief turbulent. Diesmal hießen die Hauptdarsteller Marcus Grönholm und Kimi Räikkönen. Zunächst blieb Grönholm mit Elektrikproblemen liegen und konnte erst nach 13 Minuten weiterfahren. Bis dahin war Grönholm Sechster, nun fand er sich außerhalb der Top 30 wieder.

"Es war ein schwieriger Tag. Wegen der Elektrikprobleme habe ich 13 Minuten verloren. Zuvor war ich endlich besser in Fahrt gekommen, hatte dann aber eine Abzweigung verpasst. Jetzt versuche ich mich zu steigern und morgen gute Zeiten zu fahren", sagt Grönholm. Und auch aufs einer erklärten Lieblingsprüfung "Sagen" will er morgen einfach nur eine gute Zeit hinlegen. "Bosse" musste heute erkennen: "Der Tag hat gezeigt, wie wichtig es ist, regelmäßig im Auto zu sitzen. Ich bin einfach nicht so schnell, wie ich es gern wäre."

Kurz danach landete Räikkönen in einem Schneewall. Erst nach 26 Minuten gelang es dem Citroën-Junior, seinen C4 aus der weißen Umklammerung zu befreien und die Prüfung zu beenden. Im Gesamtklassement fiel er hinter die Top 40 zurück, dabei hatte er sich zu diesem Zeitpunkt auf dem guten zehnten Platz befunden. Dennoch muss konstatiert werden, dass Neuling Räikkönen an diesem schwierigen Freitag alle Prüfungen beenden konnte. So ganz zufrieden schien er jedoch nicht zu sein, denn er fuhr gleich nach der Zieldurchfahrt weiter, ohne den wartenden Reportern ein Statement zu geben.

Die abschließende Zuschauerprüfung in Karlstadt beginnt heute Abend um 20:00 Uhr. Der morgige zweite Rallyetag in Schweden beginnt um 07:58 Uhr. Insgesamt stehen morgen acht Prüfungen auf dem Programm.

Fotoquelle: Ford

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