So schön kann Freude sein: Petter Solberg auf dem Podium in Mexiko

Rallye 2010

— 08.03.2010

Petter Solberg: "Ich bin absolut mega-happy"

Petter Solberg feiert seinen zweiten Platz in Mexiko wie einen Sieg - In der entscheidenden Prüfung vor lauter Konzentration nicht einmal geatmet

Für Petter Solberg hat die WRC-Saison 2010 erst mit der Rallye Mexiko richtig angefangen. Nach seinem enttäuschenden Auftaktwochenende in Schweden gab er in Mexiko mit seinem Citroën C4 am ersten Tag gleich einmal das Tempo vor. Und am Ende sicherte er sich in einem im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubenden Duell mit Sébastien Ogier Platz zwei hinter Sieger Sébastien Loeb.

Es ist Solbergs bestes WRC-Ergebnis seit der Rallye Griechenland 2008, bei der er damals noch im Subaru nach einer langen Durststrecke ebenfalls als Zweiter auf das Podium klettern konnte. Sein Jubel im Jahr 2010 übersteigt den von damals aber fast noch: "Wir sind auf dem Podium! Jeder im Team hat an diesem Wochenende Fantastisches geleistet. Hoffentlich war das erst der Anfang!"

"Ich bin jetzt absolut mega-happy! Ich konnte das ganze Wochenende kontrolliert fahren", freut sich Solberg, der am Freitagabend bewusst darauf verzichtet hatte, sich zu Gunsten einer besseren Startposition zurückfallen zu lassen. "Ich hatte keine Angst davor, am Samstag als Erster auf die Strecke zu gehen, auch wenn ich wusste, dass ich pro Kilometer eine halbe Sekunde verlieren würde. Ich habe mich so entschieden und ich wusste, dass wir es immer noch in die Top 3 schaffen können. Das war an diesem Wochenende unser Hauptziel. Vor der Rallye Jordanien werden wir uns ein paar strategische Gedanken machen, aber ich muss sagen, dass es für die restliche Saison gut aussieht!"

Ein bisschen bereue er schon, dass er am Freitag nicht taktiert hat, räumt Solberg ein. Aber: "Das ist jetzt egal, denn wir sind Zweite geworden. Ich musste auch erst wieder lernen wie es ist, als Erster auf die Piste zu gehen. Es war auch für die Sponsoren eine gute Publicity. Wir müssen ja auch finanziell durch die Saison kommen. Bei einem Werksteam ist das eine andere Situation."

Dem kann sein Beifahrer Phil Mills nur beipflichten: "Es ist wirklich ganz anders, wenn man ein Privatteam ist. Nach der Rallye Schweden war es wichtig, am Freitag in Führung zu liegen. Wir sind wieder auf Kurs. Wenn man nicht in einem Werksteam fährt, muss man einiges bedenken. Aber bei uns gibt es keine Politik. Es gibt nur Petter und mich. Und das ist sehr befriedigend."

Mit Sieger Loeb konnte Solberg ab Samstag nicht mehr mithalten, aber Citroën-Junior Ogier musste sich dem Kampfgeist von "Mr. Hollywood" geschlagen geben. "Ich hatte mit Ogier ein tolles Duell. Er ist ein echter Profi", lobt der Weltmeister von 2003. "Am Freitag lief es für mich besser und ich konnte mir einen guten Vorsprung herausfahren. Ich musste nach dem ersten Tag führen, um es mit Loeb und Ogier aufnehmen zu können. Es war auch für die weiteren Rallyes ein gutes Training, als Erster auf die Piste zu gehen und ich bin gut damit zurechtgekommen."

Am Samstag gab Solberg dann weiter Vollgas. "Aber es war nicht so einfach und ich habe Zeit verloren. Und am Ende war es dann zwischen mir und Ogier richtig knapp", berichtet der Norweger. "Am Sonntagmorgen wusste ich, dass es schwer sein würde, ihn hinter mir zu halten. Denn jedes Auto, das vor einem fährt, hilft."

Doch Solberg dachte nicht daran, sich geschlagen zu geben. "Vor der letzten Prüfung lag ich 0,6 Sekunden zurück und ich wusste, dass er an diesem Wochenende bei allen Zuschauerprüfungen schnell war", schildert er. "Sébastien Loeb sagte mir: 'Du bist zu alt'. Aber mein Bruder Henning meinte dann: 'Auf geht's!'. Auf dem Weg zur Zuschauerprüfung habe ich den Streckenverlauf konzentriert analysiert. Ich bin jede Kurve im Kopf durchgegangen. Und es hat funktioniert!"

"So schnell war ich schon lange nicht mehr in einer Zuschauerprüfung unterwegs", erklärt er weiter. "Ich habe mir gesagt, dass ich mich richtig konzentrieren muss und habe versucht, mich daran zu erinnern, wie es geht. Ich wusste, dass Ogier in der Zuschauerprüfung sehr schnell ist und ich musste noch eine Schippe drauf legen. Ich glaube, ich habe überhaupt nicht geatmet. Ich habe die ganze Zeit die Luft angehalten!"

Im Ziel hatte Solberg gerade einmal 1,1 Sekunden Vorsprung auf Ogier, doch das reichte für den zweiten Platz. Als der Norweger das Zeitentableau sah, gab es für ihn kein Halten mehr. Er feierte den zweiten Platz wie einen Sieg, sprang zunächst auf sein Autodach, ging dann auf die Knie und ließ den Freudentränen freien Lauf.

"Schweden war für mich sehr hart", begründet er seinen Gefühlsausbruch. "Ich hatte meinen Sponsoren viel versprochen und so lastete ein immenser Druck auf mir und dem Team. Ich habe jetzt ein sehr gutes Auto und wir sind hier Zweite geworden. Als ich nach der Zuschauerprüfung ins Ziel kam, war ich komplett erledigt und all die Gefühle brachen aus mir heraus. Ich bin sehr glücklich."

Fotoquelle: xpb.cc

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