Ken Block konnte sich bei seinem Debüt selbst ein bisschen überraschen

Rallye 2010

— 11.03.2010

Blocks breites Grinsen

US-Star Ken Block ist zufrieden mit seiner Feuertaufe in der WRC: In Mexiko auf Anhieb schnell unterwegs - Das große Vorbild hieß Colin McRae

Ken Block ist ein cooler Typ, aber als er bei seinem WRC-Debüt in Mexiko von der Startrampe rollte, war er sicherlich doch ein bisschen nervös. Denn der Monster-Pilot räumt ein, dass er vor den ersten Prüfungen im Ford Focus doch einige offene Fragen hatte.

"Es ist eine riesige Sache, hier in der WRC zu sein. Und ganz ehrlich, bin ich mit meinem Programm ein extremes Risiko eingegangen. Ich hatte keine Ahnung, ob ich den nötigen Speed haben würde", wird der US-Star von 'maxrally.com' zitiert. Er weiß, dass Leute auf der ganzen Welt an ihm gezweifelt haben: "Sie haben gefragt: 'Kann dieser Kerl aus der amerikanischen Meisterschaft, der nicht einmal dort den Titel holen konnte, schnell genug sein?'"

"Aber als ich am Freitag nach der ersten Prüfung ins Ziel kam und mir die Zeiten angeschaut habe, dachte ich: Holy shit - ich kann es! Es hat sich gut angefühlt. Alex (Beifahrer Alex Gelsomino; Anm. D. Red.) und ich sind mit einem breiten Grinsen von der Zeitkontrolle weggefahren", so Block weiter.

Diese erste Prüfung war kein Strohfeuer. Block hielt sich bis zum Samstagmorgen konstant in den Top 10. "Damit war ich wirklich sehr zufrieden", berichtet er gegenüber 'Autosport'. Dann allerdings verbog er sich bei einem Fahrfehler die Aufhängung und konnte erst am Sonntagmorgen unter SupeRally-Bedingungen wieder starten.

"Das war ein klassischer Anfängerfehler und ich werde daraus lernen. Aber mit meiner Pace war ich sehr zufrieden. Kurz bevor wir abgeflogen sind, war ich nur sechs Sekunden langsamer als Jari-Matti Latvala." Am Ende kam Block bei seinem WRC-Debüt als 18. ins Ziel. Aber er hat es genossen: "Es hat riesigen Spaß gemacht und ich habe einfach unheimlich viel gelernt. Es war eine tolle Erfahrung." Sein Lernprozess geht am 15. April weiter, wenn er in die Rallye Türkei startet.

Der US-Star hat übrigens ein großes Vorbild: Colin McRae. Die schottische Rallyelegende war ein Freund Blocks. "In den 1990ern habe ich so oft es ging Rallye angeschaut", berichtet der Amerikaner. "Und ich war ganz klar ein Fan von Colin. Er war mein Held und einer Gründe, warum ich jetzt hier bin. Seine Art, sein Charisma und das, was er mit einem Auto anstellen konnte, hat mich inspiriert. Er hat das verkörpert, was ich am Rallyesport liebe.

"Ich kann mich wirklich sehr glücklich schätzen, dass wir Freunde wurden und dann zusammen bei den X-Games angetreten sind. Wir hatten eine sehr gute Freundschaft und es war sehr schade, ihn zu verlieren", so Block weiter. Eine Woche vor McRaes Tod hat der Amerikaner einen Clip in einem Skigebiet gedreht: "Er hat mich angerufen, darüber ausgefragt und war so begeistert, dass er sagte: 'Ich kann es kaum erwarten, den Film zu sehen'. Leider hatte ich nie mehr die Chance, ihn ihm zu zeigen."

Fotoquelle: xpb.cc

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