Sébastien Loeb trennen nur noch rund 50 Kilometer vom Mexiko-Sieg

Rallye 2010

— 07.03.2010

SS17/18: Ein "perfekter Tag" für Loeb

Sébastien Loeb trennen nur noch etwas mehr als 50 Kilometer von seinem vierten Mexiko-Sieg - Petter Solberg und Sébastien Ogier weiter auf Podiumskurs

Am ersten Tag der Rallye Mexiko hielt sich Sébastien Loeb noch zurück, doch am zweiten Tag stellte der Citroën-Star eindrucksvoll unter Beweis, dass sein Spitzname "Super-Seb" nicht von ungefähr kommt. Loeb flog der Konkurrenz regelrecht davon, in den insgesamt neun Wertungsprüfungen des Samstags holte er achtmal die Bestzeit, nur in der letzten Zuschauerprüfung am Abend ließ er Citroën-Junior Sébastien Ogier den Vortritt.

Loeb war als Dritter in den Tag gestartet und übernahm schon in der ersten Wertungsprüfung am Morgen, SS10, Platz zwei. In SS11 konnte er den bisherigen Führenden Petter Solberg von der Spitze verdrängen. Und von da ab baute der Franzose seinen Vorsprung immer weiter aus. Nun geht er mit dem komfortablen Polster von 55,5 Sekunden in den kurzen Finaltag.

Loeb kann sich seinen vierten Mexiko-Sieg eigentlich nur noch selbst nehmen. Denn morgen stehen nur noch zwei Wertungsprüfungen mit insgesamt 48 Kilometern sowie eine weitere Zuschauerprüfung an. Loebs Verfolger Solberg und Ogier haben also eigentlich keine Chance mehr, den Franzosen noch aus eigener Kraft abzufangen.

"Es war ein wirklich perfekter Tag", zieht Loeb zufrieden Bilanz. "Ich habe keinen Fehler gemacht und immer versucht, am Limit zu fahren, um meinen Vorsprung zu vergrößern. Jetzt sind es mehr als 50 Sekunden. Das sollte für morgen reichen. Wir müssen nur schauen, dass wir das Auto auf der Straße halten, denn es ist tückisch, als Erster zu fahren."

Spannend ist noch der Kampf um Platz zwei. Citroën-Privatier Solberg hatte als Straßenkehrer mit den rutschigen Pisten zu kämpfen und war zwischenzeitlich auf den dritten Platz hinter Citroën-Junior Ogier zurückgefallen. Doch Ogier taktierte in der 16. Prüfung und überließ Solberg den zweiten Platz wieder. Ogier liegt mit nur 2,7 Sekunden Rückstand auf Solberg in Lauerstellung.

"Selbst die zweiten Durchfahrten waren noch sehr rutschig", berichtet Solberg, der nach seinem starken Freitag als Erster auf die Piste musste. "Die Prüfungen waren aber auch ganz anders als gestern. Aber wir sind gut unterwegs. Loeb hat uns viel Zeit abgenommen, er wird wohl vorn bleiben bei diesem Vorsprung." Doch der Norweger strahlt trotzdem: "Es geht voran. Wir probieren immer noch viel am Auto aus. Es ist schön, wieder vorn mitzufahren." Und er fügt grinsend an: "Das muss ich erst wieder lernen."

Auch Ogier bezeichnet seinen Tag als "perfekt": "Ich bin dann am Ende von SS16 vom Gas gegangen, um Dritter zu werden. Damit kann ich dann morgen Platz zwei angreifen. Es war ein guter Tag und wir hatten nur zwei kleinere Probleme. Sébastien war so schnell wie immer. Es war aber auch nicht mein Plan, gegen ihn zu fighten, sondern gegen Petter."

Ford: Endlich ein besseres Setup

Für die Ford-Piloten gingen die Frustrationen dagegen weiter. Zwar schien es am Nachmittag endlich besser zu laufen, aber sie verloren gegen das Citroën-Trio an der Spitze immer weiter an Boden. Jari-Matti Latvala und Mikko Hirvonen haben als Vierter und Fünfter keine Chance mehr, in den Kampf um die Podestplätze einzugreifen. Latvala fehlen 45,7 Sekunden auf die Top 3, Hirvonen liegt noch weitere 16 Sekunden zurück.

Angesichts der massiven Probleme kann sich Latvala aber auch über kleine Fortschritte freuen: "Wir waren jetzt schneller unterwegs. Wir haben jetzt nur fünf Sekunden auf die Bestzeit verloren, das ist besser als heute Vormittag", berichtet er am Abend. Der Grund für die Steigerung: "Wir haben das Auto steifer gemacht. Die Abstimmung war zu weich, aber jetzt haben wir die richtige Richtung gefunden."

Latvala wird seinen vierten Platz aber wohl nicht behalten, sondern ihn vor dem Ziel an seinen Kollegen Hirvonen abgeben: "Warten wir ab, was morgen passiert, aber ich werde Mikko wahrscheinlich vorbeilassen. Denn er braucht die Punkte für die Fahrer-WM."

Hirvonen selbst ist die Enttäuschung anzumerken. "Der zweite Tag war auch nicht viel besser als der erste Tag", seufzt der Finne, der die Fahrer-WM noch anführt. "Wir haben alles versucht, um das Setup zu verändern, jetzt war es auch ganz gut. Aber wenn es am Anfang nicht passt, fehlt auch das Selbstvertrauen. Naja, ich kann es jetzt nicht ändern. Wir haben noch einen Tag vor uns. Wir müssen morgen ins Ziel kommen und dann schauen wir nach vorn."

Stobart-Pilot Henning Solberg und seine Beifahrerin Ilka Minor liegen dahinter auf dem sechsten Platz. Solberg hatte den ganzen Tag über mit Problemen zu kämpfen, unter anderem streikten immer wie die Bremsen an seinem Focus. Doch Platz sechs ist ihm eigentlich nicht mehr zu nehmen, da er bereits fast sieben Minuten Vorsprung auf den Siebtplatzierten, Federico Villagra im Munchi's-Ford, hat.

Die Bruchpiloten

Diese Top 7 sind die einzigen WRC-Piloten, die an diesem Samstag die Zielflagge gesehen haben. Für Citroën-Junior Kimi Räikkönen war die Rallye Mexiko schon am späten Freitagnachmittag endgültig beendet. Nachdem er sich mehrfach überschlagen hatte, war sein C4 irreparabel beschädigt. In der ersten Samstagprüfung erwischte es dann gleich drei weitere WRC-Piloten. Alle drei werden aber wohl unter SupeRally-Bedingungen in den Finaltag starten.

Dani Sordo brach sich auf Rang vier liegend bei einem Ausritt einen Querlenker an seinem Werks-C4 ab. Stobart-Pilot Matthew Wilson fuhr in einer scharfen Linkskurve gerade aus, flog ab und blieb mit seinem Ford im felsigen Gelände stecken. Und WRC-Debütant Ken Block, der bis dahin auch mit einem Platz in den Top 10 überzeugen konnte, verbog sich bei einem Ausritt die Aufhängung. Es sei ein klassischer Anfängerfehler beim Aufschrieb gewesen, berichtet der US-Star. Er hatte sich in einer Kurvenkombination verschätzt und zu schnell unterwegs.

Durch diese Ausfälle sind die Piloten aus der S-WRC und P-WRC in die Top 10 vorgerückt. Achter ist Martin Prokop vor Xavier Pons, die beide in einem Ford Fiesta S2000 antreten. Der P-WRC-Führende Armindo Araujo ist mit seinem Mitsubishi Zehnter.

Fotoquelle: xpb.cc

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