Lieber weiter in Führung: Petter Solberg verzichtete auf Taktikspielchen

Rallye 2010

— 05.03.2010

SS4-7: Petter Solberg startet als Erster in Tag zwei

Vor den abschließenden Zuschauerprüfungen des ersten Mexiko-Tages führt Petter Solberg vor Sébastien Ogier - Überschlag von Pechvogel Kimi Räikkönen

Petter Solberg war auch am ersten Nachmittag der Rallye Mexiko das Maß aller Dinge. Der Norweger holte weiter Bestzeiten, damit war er auf den bisher sieben Wertungsprüfungen des Tages fünf Mal der Schnellste. Nur in der kurzen City-Prüfung in Leon am Mittag und nun in der siebten Prüfung holte Citroën-Junior Sébastien Ogier die Bestzeit.

Am heutigen Tag stehen in Mexiko noch zwei Zuschauerprüfungen in Leon aus. Die Startreihenfolge für den morgigen Tag wurde schon jetzt in der siebten Prüfung festgelegt. Und dabei blieb das von vielen befürchtete Taktieren aus. Petter Solberg blieb an der Spitze des Klassements und führt mit 17,4 Sekunden auf Ogier. Sébastien Loeb ist mit 28,6 Sekunden Rückstand auf Solberg Dritter, Daniel Sordo komplettiert als Vierter das Citroën-Quartett an der Spitze.

Für die Ford-Piloten verlief der erste Tag dagegen enttäuschend. Bester Focus-Fahrer ist Jari-Matti Latvala als Fünfter. Sein Teamkollege Mikko Hirvonen musste als WM-Führender als Erster auf die Piste und bekam die Nachteile des Straßenkehrens zu spüren. Hirvonen ist mit eineinhalb Minuten Rückstand auf Solberg Sechster.

Viele Beobachter hatten erwartet, dass Solberg in der siebten Prüfung vom Gas geht und sich taktisch zurückfallen lässt. Denn sein Vorsprung von rund 20 Sekunden auf Ogier kann morgen schnell weg sein, wenn er die Straße fegen muss. Doch da schüttelt der Norweger nur den Kopf.

"Nein, dazu hatte ich keinen Grund", sagt Solberg über mögliche Taktikspielchen. "Ich bin hier, um so schnell wie möglich zu fahren und am Ende zu schauen, was dabei rauskommt. Ich bin nicht hier, um zu spielen. Morgen muss ich es einfach weiter versuchen. Ich habe keinen Plan und keine Strategie und ich hoffe, dass ich weiter an der Spitze bleibe. Ich nehme es, wie es kommt."

Auch der Gesamtzweite Ogier weiß, dass er es morgen als Zweiter auf der Piste schwer haben wird, doch ist mit seiner bisherigen Rallye soweit zufrieden: "Ich hatte kein Problem, das Auto hat gut funktioniert, ich bin happy. Ich weiß, dass meine Startposition mir heute geholfen hat und dass es morgen schwer wird. Aber es gehört zu meinem Lernprozess, auch einmal den Straßenkehrer zu spielen."

Loeb zieht ebenfalls eine zufriedene Zwischenbilanz. "Besser ging es heute nicht. Aber wir haben gesehen, dass es wohl schon wesentlich besser ist, als Zweiter auf die Straße zu gehen als als Erster", stellt der Franzose fest. "Mit dem dritten Platz bin ich soweit zufrieden. Petter und Sébastien waren heute sehr schnell, mal schauen wie es morgen läuft."

Enttäuschung bei Ford

Anders ist die Stimmungslage im Ford-Lager. "Ich bin nicht zufrieden, denn wir sind zu weit weg von den Citroëns", bilanziert Latvala. "Aber ich habe keine großen Fehler gemacht, das war das Positive heute. Morgen haben wir eine bessere Startposition, da sollte es ganz anders laufen. Ich hoffe, ich kann Mikko durch meine Startposition helfen, zu attackieren."

Hirvonen ist froh, dass er morgen fünf Autos vor sich hat, die die Straße fegen: "Selbst wenn ich eine perfekte Prüfung gefahren bin, dann habe ich Zeit verloren. Ich hoffe, dass es morgen besser läuft, sonst habe ich keine Chance. Ich schäme mich für mich selbst. Mal sehen, wie es morgen ist", hadert der Finne.

Die beiden Stobart-Piloten Henning Solberg und Matthew Wilson folgen auf den Plätzen sieben und acht, Munchi's-Pilot Federico Villagra ist Neunter. US-Star Ken Block komplettiert bei seiner ersten WRC-Rallye als Zehnter die Top 10.

Pechvogel Räikkönen

Kimi Räikkönen hatte einen holprigen Start in die Rallye Mexiko. In der ersten Prüfung rammte er einen Felsen, in der Folge verlor er Zeit, weil er wegen einer verbogenen Aufhängung vorsichtig fahren musste. Er konnte die Aufhängung wieder reparieren, doch in der zweiten Prüfung blieb sein Citroën C4 WRC wegen eines lockeren Schlauchs in der Benzinpumpe plötzlich stehen. Auch das konnte Räikkönen reparieren, doch der Defekt kostete ihn 35 Minuten.

Aber der Finne steckte nicht auf und gab weiter Gas. In der Folge konnte er gute Zeiten hinlegen. In der dritten Prüfung fuhr er die siebtschnellste Zeit, in der City-Prüfung war er Fünfter. In gelang ihm die elftschnellste Zeit, aber in der siebten Prüfung folgte die Ernüchterung: Räikkönen überschlug sich mit seinem C4. Er und Beifahrer Kaj Lindström sind unverletzt, doch der Tag ist für sie beendet. An den Zuschauerprüfungen können sie nicht mehr teilnehmen. Wenn alles gut geht, können sie aber morgen nach SupeRally-Reglement wieder fahren.

Fotoquelle: xpb.cc

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