Die Teamtaktiken in Jordanien wirbeln weiter Staub auf

Rallye 2010

— 07.04.2010

Hirvonen: "Wir verwirren das Publikum"

Die Diskussionen über die Teamtaktiken bei der Rallye Jordanien gehen weiter - Ford-Star Mikko Hirvonen schlägt Reglementänderungen vor

Die Beteiligten der Rallye-Weltmeisterschaft sind sich dessen bewusst, was für einen Schaden sie mit den Stallregien bei der Rallye Jordanien angerichtet haben. Ford-Pilot Mikko Hirvonen, der nach dem Ausfall an Tag zwei auf Anweisung seines Chefs Malcolm Wilson teamtaktisch fahren musste, findet klare Worte: "Wir verwirren das Publikum." Dabei hat sich der aktuell WM-Dritte ein System überlegt, mit dem Chancengleichheit gewährleistet wäre.

"Niemand hört auf uns Fahrer", wird der Vizeweltmeister 2009 von 'Autosport' zitiert, "aber es gibt eine ganz einfache Lösung. Die ersten zehn oder 15 Fahrer suchen sich ihre Startposition aus. Beim Saisonauftakt bekommt der Weltmeister die erste Wahl, danach darf jeweils der Tagessieger seinen Platz in der Reihenfolge für den nächsten Morgen wählen." Wie brisant das Thema bei den Schotterrallyes derzeit ist, sieht man daran, dass auch das Ford-Lager gespalten ist.

Wilson ist nämlich gänzlich anderer Meinung als Hirvonen: "Wenn wir das machen, wissen wir bereits am Freitag Abend, wer die Rallye gewinnt. Wir könnten die Top 5 der nächsten Veranstaltungen bereits jetzt aufschreiben. Das aktuelle System generiert Spannung."

Olivier Quesnel, der Sportdirektor bei Citroën und damit ebenso verantwortlich für die umstrittene Stallregie ist, sieht die Sache erwartungsgemäß wieder anders: "Ich denke nicht, dass wir den Sieger bereits am Freitagabend wissen würden. Um ehrlich zu sein, Mikko ist so schnell wie Sébastien (Loeb; Anm. d. Red.). Latvala ist auch nicht langsamer."

Promoter North One Sport hatte in den vergangenen Monaten schon genug Probleme mit der Vermarktung der WRC. Nur zwei Hersteller, Diskussionen um das künftige Reglement und den Kalender ließen die Rallye-WM in einem schiefen Licht erscheinen. Nun beklagen sich Fans und die beteiligten Akteure über die Show. Das sieht auch Simon Long, der Chef von North One Sport so: "Es ist natürlich verwirrend, wenn man in der Früh aufwacht und der Typ, der eigentlich Zweiter ist, plötzlich auf Platz sechs ist."

Das Problem bei den Schotterrallyes wird ernst genommen und so hofft Long auf eine baldige Lösung: "Wir brauchen Klarheit, damit wir von diesem Sport eine beständige Geschichte erzählen können. Ich hoffe, die Regeln werden dahingehend geändert, damit so etwas in Zukunft nicht mehr vorkommt."

Fotoquelle: xpb.cc

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