Überflieger Sébastien Loeb gibt bei der Rallye Türkei richtig Vollgas

Rallye 2010

— 17.04.2010

SS16/17: Loeb führt nach ultraspannendem Samstag

In der Türkei bleibt es eng: Sébastien Loeb führt vor Petter Solberg und Mikko Hirvonen - Pechvögel Latvala und Ogier - Kimi Räikkönen guter Sechster

Auch nach dem zweiten Tag der Rallye Türkei bleibt es spannend: Die Abstände sind weiter so gering, dass die Top 4 nur 22,4 Sekunden trennen. In Istanbul geht ein Samstag zu Ende, der wieder zahlreiche Positionswechsel und weitere Dramen zu bieten hatte. In Führung liegt nach dem zweiten Tag Weltmeister Sébastien Loeb.

Der Citroën-Star war als Fünfter in den Tag gestartet und hatte zwar am Vormittag massive Probleme mit der steinigen Piste, konnte sich aber dennoch Stück für Stück nach vorn verbessern. In der 15. von bisher 17. Wertungsprüfung übernahm er dann die Führung, als der bisherige Spitzenreiter Sébastien Ogier wegen eines Reifenschadens zurückfiel. Loeb führt nun mit 16,2 Sekunden Vorsprung auf den Gesamtzweiten Petter Solberg. Nur 1,1 Sekunden dahinter ist Ford-Pilot Mikko Hirvonen Dritter. Und auch Loebs Teamkollege Sordo hat als Vierter nur weitere 5,1 Sekunden Rückstand und alle Chancen, noch weiter nach vorn zu kommen.

Obwohl am morgigen abschließenden Sonntag noch einmal 114 Kilometer auf Schotter anstehen, haben sich die Spitzenpiloten entschieden, nicht zu taktieren - wohl auch, weil die Rennkommissare angekündigt haben, solche Aktionen gegebenfalls zu bestrafen. So deutlich wollte das natürlich keiner der Hauptdarsteller sagen, sie hatten andere Argumente.

Loeb gab auch in der letzten Prüfung Gas, holte die Bestzeit und baute seinen Vorsprung weiter aus. Er weiß auch, dass die 16,2 Sekunden kein beruhigendes Polster sind, verzichtete aber dennoch darauf, sich hinter seine Verfolger zurückfallen zu lassen. "Ich habe wirklich seit dem Start alles gegeben. Heute war die Startposition nicht so wichtig, aber morgen wird sie es. Doch wer weiß, vielleicht regnet es morgen, dann macht es nichts aus. Also habe ich nicht taktiert, sondern Vollgas gegeben. Ich bin mit dem Ergebnis im Moment zufrieden", begründet Loeb, der angesichts angekündigter Schauer seinen Vorsprung lieber nicht verspielen wollte.

Auch Solberg gab bis ins Ziel Gas: "Man weiß nie, was passiert, man kann in der letzten Kurve einen Reifenschaden oder ein Problem bekommen. Deshalb habe ich überhaupt nicht daran gedacht, zu taktieren. Schauen wir jetzt mal, wie es morgen läuft", sagt der Citroën-Privatier. Er muss morgen nicht nur versuchen, Loeb zu jagen, sondern spürt auch Hirvonen in seinem Nacken. Und Hirvonen prophezeit: "Morgen gibt es auf alle Fälle einen tollen Fight."

Dem kann sich Citroën-Pilot Sordo nur anschließen: "Die Prüfung war jetzt wirklich gut, jetzt sehen wir, was morgen passiert, alle liegen so dicht beieinander. Mein Auto war okay, die Pisten jetzt auch, es lagen keine großen Steine mehr rum, aber morgen wird es wieder eng."

Eigentlich hatte Citroën-Junior Sébastien Ogier geplant, auch den zweiten Tag als Führender zu beenden. Lange Zeit sah es aus auch so aus. Bis zur 15. Prüfung hat der Franzose den Fight genossen und er konnte sich an der Spitze halten, obwohl er als Erster und Straßenkehrer auf die Piste musste. Doch dann explodierte in der 15. Prüfung sein Reifen, er verlor über drei Minuten und ist nun Fünfter, mit 3:21.0 Minuten Rückstand auf Spitzenreiter Loeb. "Ich habe gepusht, was ging, weil ich wusste, dass das die einzige Chance war, die Führung zu verteidigen. Aber es sollte nicht sein", gibt Ogier enttäuscht zu Protokoll.

Räikkönen wieder gut unterwegs

Kimi Räikkönen dagegen ist auf dem Weg, sein bisher bestes WRC-Ergebnis einzufahren. Nach dem harten zweiten Tag mit tückischen schnellen Pisten und reifenmordenden Steinen liegt er auf Platz sechs. "Es lief wieder ganz gut, nur einmal hatte ich ein kleines Problem. Ich habe in einem Abzweig den Motor abgewürgt, das hat ein bisschen Zeit gekostet", berichtet der "Iceman" halb zufrieden, halb selbstkritisch.

Nach hinten hat Räikkönen ein Polster von über einer halben Minute. Siebter ist Munchi's-Pilot Federico Villagra, über eine Minute dahinter folgt Stobart-Youngster Matthew Wilson als Achter. Komplettiert werden die Top 10 von Ott Tanak und Dennis Kuipers.

Ford-Pilot Jari-Matti Latvala ist neben Ogier der zweite große Pechvogel des Tages. Er war als Sechster in den Tag gestartet und wollte sich auf Podiumskurs bringen. Doch schon in der ersten Prüfung des Tages überschlug er sich. Zwar konnte er weiterfahren, doch sein Turbo war beschädigt und so verlor Latvala immer mehr Zeit. Er hat nun als Zwölfter knapp 20 Minuten Rückstand auf die Spitze und versucht nur noch, heil ins Ziel zu kommen, um für Ford-Herstellerpunkte zu holen.

Bestens läuft es dagegen für Aaron Burkart. Der deutsche Suzuki-Pilot führt in der J-WRC mit rund vier Minuten Vorsprung auf Alessandro Broccoli. "Das ist wirklich schön", sagt Burkart über seine Führung. "Es hat mir Spaß gemacht. Diese letzte Prüfung war wie bei der Rallye Dakar in Südamerika, du musst nur versuchen, die Linie zu halten und Reifenschäden zu vermeiden. Wenn es so weitergeht, sieht es gut aus. Es kann aber morgen auch regnen und dann wird es recht rutschig mit all dem Matsch."

Fotoquelle: xpb.cc


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