Sébastien Loeb hat den Matsch-Krimi in der Türkei für sich entschieden

Rallye 2010

— 18.04.2010

SS21-23: Loeb siegt im Matsch-Krimi am Bosporus

Sébastien Loeb hat in der Türkei seinen dritten Sieg in Folge geholt - Petter Solberg und Mikko Hirvonen auf dem Podium, Kimi Räikkönen sensationell Fünfter

Sébastien Loeb hat die Rallye Türkei gewonnen und damit seinen dritten Sieg in Folge sowie seinen insgesamt 57. WRC-Sieg geholt. Zwar hatte er im Ziel mit 54,5 Sekunden einen deutlichen Vorsprung auf den Gesamtzweiten Petter Solberg, doch die Rallye glich einem Krimi und entschied sich erst in den letzten, extrem schwierigen Prüfungen am Nachmittag. Platz drei ging an Ford-Pilot Mikko Hirvonen, der 48,9 Sekunden hinter Solberg Dritter wurde.

Die Top 4 waren mit denkbar geringen Abständen, zum Teil im Zehntelbereich, in den abschließenden Sonntag gegangen. Doch bevor sie heute noch einmal richtig angreifen konnten, mussten sie sich gedulden. Die ersten Prüfungen am Morgen, SS18 und SS19, mussten abgesagt werden, weil sich die lehmigen Pisten nach nächtlichem Regen in schlammige Rutschbahnen verwandelt hatten. So stand vor der Mittagspause nur eine Prüfung an, auf der Loeb seinen Vorsprung auf Solberg nur minimal auf 16,5 Sekunden ausbauen konnte.

Am Nachmittag konnten dann alle drei angesetzten Prüfungen gefahren werden, auch die zweiten Durchfahrten auf jenen Pisten, die am Morgen gesperrt waren. Doch sie waren weiter mehr Rutschbahnen als Rallyepisten und diese schwierigen Bedingungen sorgten schließlich für die endgültige Entscheidung bei der Türkei-Rallye.

Dabei profitierte Hirvonen davon, dass Citroën-Werkspilot Daniel Sordo ein Opfer dieser Bedingungen wurde. Hirvonen selbst hatte sich vor der Mittagspause durch einen Fahrfehler einen Reifenschaden zugezogen und war dadurch hinter Sordo auf Rang vier zurückgefallen. Seine Chance auf das Podium war eigentlich dahin, doch in SS21, der ersten Prüfung nach dem Mittagsservice, erwischte es auch Sordo. Er blieb wenige Kilometer vor dem Ziel im Matsch stecken und schied auf Rang drei liegend aus.

Dadurch rückte auch das Feld dahinter um einen weiteren Platz nach vorn. Citroën-Junior Sébastien Ogier, der das Feld bis gestern Nachmittag angeführt hatte und dann wegen eines Reifenschadens zurückfiel, wurde so noch Vierter.

Und Kimi Räikkönen schaffte eine kleine Sensation: Er war neben Loeb und Solberg der einzige WRC-Pilot, der ohne Fehler und Probleme durch die tückischen Prüfungen kam. Das wurde mit Platz fünf und damit dem bisher besten Ergebnis in seiner noch jungen WRC-Karriere belohnt. Platz sechs ging an Federico Villagra (Munchi's) vor Matthew Wilson (Stobart). Jari-Matti Latvala, der gestern nach einem Überschlag rund 20 Minuten verloren hatte, wurde am ende doch noch Achter vor Dennis Kuipers. Aaron Burkart gewann die J-WRC und holte als Zehnter im Gesamtklassement auch noch einen WRC-Punkt.

"Es war eine gute Rallye und ich bin wirklich sehr glücklich, dass ich heute gewinnen konnte", strahlt Loeb im Ziel. "Es war ein harter Kampf und ein toller Fight mit Petter und Mikko. Es war echt tückisch, gestern waren die Bedingungen echt schwierig. Aber wir haben uns entschieden, heute als Erste auf die Piste zu gehen. Und das hat sich nun als gute Entscheidung herausgestellt. Ich hatte erwartet dass es regnet, und so war es auch."

"Es hat gut ausgeschaut, denn wir hätten heute eigentlich noch einige Prüfungen gehabt", erklärt Solberg, der durch die WP-Absagen für seine Aufholjagd weniger Kilometer zur Verfügung hatte als erhofft. "Was sollen wir nun tun? Wir müssen mit dem zweiten Platz zufrieden sein. Ich habe heute Vormittag noch einmal alles versucht, aber nachdem ich dann einen Baum gerammt habe, bin ich es sehr vorsichtig angegangen. Ich habe mich auf Platz zwei konzentriert, denn Loeb hätte schon einen Fehler machen müssen. Aber es liegt jetzt alles so dicht beieinander, dass ich echt happy bin. In der Meisterschaft bin ich jetzt Zweiter - das ist schon sehr lange her!"

Ford-Pilot Hirvonen hatte am Morgen noch gehofft, um Platz zwei oder gar den Sieg mitkämpfen zu können. Jetzt freut er sich, dass es noch mit Platz drei geklappt hat. "Ich habe alles gegeben, aber das ging schief und ich habe meinen Platz verloren", sagt der Finne. "Aber jetzt bin ich doch noch auf dem Podium, das ist schon okay. Aber Seb hat wieder mehr WM-Punkte geholt, da muss ich in der nächsten Rallye mehr pushen."

Räikkönen kommentiert seinen starken fünften Platz in gewohnt cooler Tonlage: "Es war ein gutes Wochenende für uns, ich habe keine Fehler gemacht und wir hatten kein Problem mit dem Auto. Okay, wir haben zwei Plätze gut gemacht, weil andere abgeflogen sind, aber das gehört zu Rallyesport dazu. Und ich selbst habe mich weiter gesteigert."

In der Fahrer-WM führt Loeb nun mit insgesamt 93 Punkten und damit 40 Punkten Vorsprung auf den neuen Gesamtzweiten Solberg (53). Hirvonen belegt mit 52 Zählern den dritten Platz.

Fotoquelle: Red Bull/GEPA


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