Sébastien Loeb siegte, war aber mit den Bedingungen nicht ganz zufrieden

Rallye 2010

— 18.04.2010

Loeb: "Petter beginnt, gefährlich zu werden"

Türkei-Sieger Sébastien Loeb in der Pressekonferenz über einen heißen Fünfkampf, extrem schwierige Bedingungen und das ausgebliebene Taktieren

Frage: "Gratulation zum Sieg bei der bisher engsten Rallye des Jahres, das war ein toller Fight!"
Sébastien Loeb: "Es war ein großer Kampf, aber nicht nur zwischen zwei Fahrern - es waren fünf, und das ist wirklich aufregend. Am ersten Tag habe ich ein bisschen Zeit verloren, weil ich die Straße fegen musste, aber der zweite Tag war genauso schwierig. Ich konnte keine Zeit gut machen. Am Nachmittag habe ich endlich einen guten Rhythmus gefunden."

"Wir haben dann am zweiten Tag die Führung übernommen und wir haben beschlossen, an der Spitze zu bleiben. Denn ich wusste nicht, wie das Wetter wird. Ich habe mir gedacht, dass es regnen könnte. Ich habe mich daran erinnert, wie es 2004 in der Türkei geregnet hat und wusste, dass es da besser ist, als Erster auf die Piste zu gehen. Also habe ich beschlossen, meine 17-Sekunden-Führung zu behalten. Wir haben das ausprobiert und es war eine gute Entscheidung."

Frage: "Du hast in der Fahrerwertung nun einen Vorsprung von 40 Punkten. Bedeutet das, dass du bei der nächsten Rallye in Neuseeland ein bisschen relaxen kannst?"
Loeb: "Wir können es uns nicht leisten, zu relaxen. Ich erinnere mich an das vergangene Jahr, wo wir die ersten fünf Rallyes gewonnen und dann die Führung verloren haben. Ich gehe jede Rallye gleich an. Ich hätte heute nicht mit Petter fighten müssen, aber mein Ziel war, vorn zu bleiben. Selbst wenn ich Zweiter geworden wäre, wäre das für die Meisterschaft gut gewesen. Aber so kann ich nicht fahren. Ich liebe es zu kämpfen, und wenn ich in eine Rallye starte, dann um sie zu gewinnen."

Frage: "Petter Solberg ist nun in der Weltmeisterschaft dein nächster Verfolger. Wie bewertest du seine Performance in der Türkei?"
Solberg: "Ich denke, dass er wirklich gut unterwegs war. Er war auf den meisten Prüfungen schnell unterwegs - und auf den anderen sehr schnell. Er hat einen Rhythmus gefunden und scheint wirklich gelernt zu haben, wie das Auto funktioniert. Er beginnt, gefährlich zu werden."

Frage: "Und er sagt, dass er noch enorm zulegen kann..."
Loeb: "Er sagt viel! Wir werden es sehen."

Frage: "Nach der Recce waren viele Fahrer besorgt wegen der rauen Prüfungen hier in der Türkei. Wie waren sie?"
Loeb: "Der Untergrund war stellenweise wirklich schlecht. Wir hatten das Glück, selbst keinen Reifenschaden zu haben, aber einige andere hatten einen - vor allem auf der 27 Kilometer langen Prüfung. Zum Glück sind unsere Reifen wirklich robust. Okay, manche Reifenschäden gehören zum Rallyesport dazu, aber diese Prüfung war für mich zu gefährlich. Man musste auf großen Steinen Vollgas geben und einfach hoffen, dass es gut geht. So etwas mag ich nicht. Fast jede Prüfung war schön, außer dieser. Und das Problem lag nur an dem Material, das sie benutzt haben. Anstatt aus feinem Kies haben sie sie aus großen Steinen gemacht!"

Frage: "In der Türkei gab es mehrere Asphaltabschnitte. Wie waren sie zu fahren und sollte es davon in der WRC mehr geben?"
Loeb: "Ich mag die Asphaltabschnitte, aber für Schotterreifen waren sie sehr schnell. Wenn es etwas kurviger ist, ist das kein Problem, weul man driftet. Aber bei hohem Tempo verliert man auf Asphalt die Kontrolle. Und was das bei hohem Tempo aus Asphalt passiert, ist es schwieriger, das Auto wieder abzufangen - und mit Schotterreifen ist es noch schlimmer. Aber grundsätzlich mag ich es. Ich würde es begrüßen, wenn es mehr davon geben würde, weil ich weiß, dass es für mich ein Vorteil wäre."

Frage: "Die beiden Prüfungen, die am Morgen abgesagt wurden, wurden am Nachmittag befahren. Was denkst du darüber?"
Loeb: "Ich kann nicht sagen, dass es frustrierend war. Ich hatte 17 Sekunden Vorsprung, damit war jede Prüfung, die ich nicht fahren musste, besser für mich. Ich denke, dass es gut war, diese beiden Prüfungen zu streichen. Und am Nachmittag waren sie sehr schwierig. Am Morgen wäre es fast unmöglich gewesen, dort zu fahren."

Frage: "Anders als in Jordanien haben wir hier kein Taktieren gesehen. Freut dich das?"
Loeb: "So wie hier ohne zu taktieren zu gewinnen ist ganz sicher besser. Aber wenn das Reglement so ist, passiert so etwas wie in Jordanien. Der Job des Teams ist, die Rallyes zu gewinnen. Und wenn das Reglement so etwas erlaubt, dann muss man es auch anwenden. Das Reglement ist das Problem. Wenn man kein Taktieren will, muss man das Reglement ändern. Zu früh einzuchecken, das ist in Jordanien zu weit gegangen. Aber unser Job ist, schnell zu fahren, und wenn man eine Rallye gewinnen kann, indem man Vollgas gibt, ist das umso besser."

Fotoquelle: xpb.cc


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