Petter Solberg liegt nach dem ersten Tag in Neuseeland an der Spitze

Rallye 2010

— 07.05.2010

SS1-9: Petter Solberg gewinnt turbulenten ersten Tag

Der erste Tag in Neuseeland sah vier verschiedene Führende: Am Ende Petter Solberg vor Jar-Matti Latvala und Sébastien Ogier - Crash von Sébastien Loeb

Am anderen Ende der Welt ist ein recht turbulenter Rallyetag zu Ende gegangen. Nach dem ersten Tag der Rallye Neuseeland führt Citroën-Privatier Petter Solberg mit knappen 1,4 Sekunden Vorsprung vor Ford-Werkspilot Jari-Matti Latvala. Citroën-Junior Sébastien Ogier ist weitere 2,5 Sekunden dahinter Dritter, knapp gefolgt von Citroën-Werkspilot Dani Sordo. Dessen Teamkollege Sébastien Loeb ist nach einem Crash in der dritten Prüfung mit 1:19.8 Minuten Rückstand nur Siebter.

Am ersten Tag gab es ein munteres Wechselspiel an der Spitze, vier verschiedene Piloten führten die Rallye an. WM-Leader Loeb, der als Erster auf die mit tiefem, rutschigem Schotter bedeckten Pisten musste, hatte als Straßenkehrer den ganzen Tag über Probleme und leistete sich dann auch noch einen seiner seltenen Fehler, als er ins Rutschen geriet und eine Brücke rammte.

Petter Solberg gab gleich in der ersten Prüfung das Tempo vor und holte sich die Bestzeit vor Ogier und Latvala - und das, obwohl der Norweger als WM-Zweiter auch nicht die beste Startposition hatte. In der zweiten Wertungsprüfung ging die Bestzeit an Ogier, der damit die Lücke auf Spitzenreiter Solberg schließen konnte. Doch in der dritten "Bull"-Prüfung, die mit 32 Kilometern die längste des Tages war, war Sordo der Schnellste und katapultierte sich damit von Platz sechs vor auf Rang eins.

Die Stobart-Piloten hatten in dieser dritten Prüfung besonders zu kämpfen: Matthew Wilson verlor mitten in der Prüfung sein Seitenfenster. Er kam nach SS4 mit völlig eingestaubtem Cockpit zum Remote-Service. "Was für ein Albtraum", stöhnt Wilson. "Wir waren auf einer langen Gerade und es ist einfach rausgefallen. Das ist noch nie passiert und wir sind auch nicht durch eine Kompression oder so gefahren." Aus Sicherheitsgründen durfte er sich dann die Scheibe aus einem Serien-Ford-Focus einbauen lassen, die zwar nicht ganz gepasst hat, aber zumindest ihren Zweck erfüllte. Sein Teamkollege Henning Solberg berichtete nach der dritten Prüfung von "seltsamen Geräuschen" in seinem Focus.

In der vierten Wertungsprüfung konnte Sordo seinen Vorsprung weiter ausbauen - und Teamkollege Loeb hatte seinen Unfall. "Es ging über eine Brücke in eine enge Kurve und dabei habe ich das Heck verloren", berichtet der Weltmeister. "Das Heck kam ins Rutschen und rammte die Brücke. Ich dachte, dass es okay ist und bin weitergefahren. Aber die Tür war locker und ich hätte sie fast verloren. Ich bin eine Minute lang stehen geblieben und habe versucht, die Tür zu schließen. Das ging nicht, also musste ich sie festhalten. Der Staub war ziemlich übel."

Loeb wurde durch dieses Malheur auf den siebten Platz zurückgeworfen. Der Sieg scheint damit in weite Ferne gerückt zu sein, doch er hofft, es zumindest noch in die Top 3 zu schaffen. "Vielleicht ist das Podium möglich, weil wir noch einen langen Weg vor uns haben. Aber die Topautos liegen so eng beieinander und ich habe großen Rückstand", so Loeb. "Ich weiß wirklich nicht, was wir tun können - es wird hart."

Nach der Mittagspause mit Remoteservice stand die fünfte Wertungsprüfung an - und die Führung wechselte erneut. Citroën-Junior Ogier holte sich die Bestzeit und setzte sich damit an die Spitze, Sordo fiel zurück auf den dritten Platz. In SS6 baute Ogier seinen Vorsprung mit seiner dritten Bestzeit weiter aus. Doch in der siebten Prüfung war es dann Ford-Pilot Latvala, der als vierter Pilot an diesem Freitag die Führung übernahm. In der achten Wertungsprüfung, die über die Startplätze für den morgigen Samstag entschied, wurde dann ein bisschen taktiert, Latvala und Ogier fielen ein bisschen zurück, Solberg übernahm wieder die Führung. Und die gab er auch in der abschließenden Zuschauerprüung im Park Auckland Domain nicht mehr ab.

"Es war ein sehr guter Tag", bilanziert Spitzenreiter Solberg. "Ich bin ruhig und kontrolliert gefahren und ich fühle mich großartig. Das Wichtigste ist zu wissen, dass Seb hinter mir ist." Damit, dass er morgen den Straßenkehrer spielen muss, müsse er nun eben leben, erklärt der Norweger: "Seb hat heute als Straßenkehrer einen ganz guten Job gemacht und bei mir lief es direkt dahinter auch nicht so schlecht."

Fünfter hinter Solberg, Latvala, Ogier und Sordo ist Ford-Werkspilot Mikko Hirvonen. Zufrieden ist der Finne jedoch nicht: "Ich habe wirklich gepusht und haben auch keinen Fehler gemacht. Aber ich konnte einfach nicht schneller fahren. Es war kein guter Tag."

Stobart-Pilot Wilson ist nach seinem Malheur mit der Seitenscheibe Sechster vor Citroën-Star Loeb. Henning Solberg ist im zweiten Stobart-Ford Achter, die beiden S-WRC-Piloten Jari Ketomaa und Xevi Pons komplettieren die Top 10.

Fotoquelle: xpb.cc


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