Sébastien Loeb erlebte wohl einen der besten Tage seiner Karriere

Rallye 2010

— 08.05.2010

SS11-17: Die große Show des unglaublichen Loeb

Sébastien Ogier führt nach dem zweiten Tag in Neuseeland, aber Sébastien Loeb hängt ihm nach sensationeller Aufholjagd als Zweiter im Nacken

Der Führende nach dem zweiten Tag der Rallye Neuseeland heißt Sébastien Ogier, aber der Überflieger dieses Samstags war einmal mehr Sébastien Loeb. Der erfolgsverwöhnte Citroën-Star hat heute sogar sich selbst mit seiner fast außerirdischen Performance überrascht. Nach einem Crash in der vierten Prüfung am Samstag hatte er den Sieg schon abgehakt und war heute als Siebter mit 1:20 Minuten Rückstand auf die Spitze in den Tag gestartet.

Doch Loeb fuhr einmal mehr in seiner eigenen Liga. In den acht Prüfungen des Samstags holte er sechsmal die Bestzeit, nur in den Zuschauerprüfungen in Hampton Downs ließ er Citroën-Junior Ogier die Bestzeit. So arbeitete sich Loeb Stück für Stück nach vorn und beendete den Tag als Zweiter - nur 5,3 Sekunden hinter Ogier. Ford-Pilot Jari-Matti Latvala hat als Dritter schon 27,9 Sekunden Rückstand auf Loeb, Loebs Teamkollege Dani Sordo ist Vierter, Petter Solberg fiel am zweiten Tag von Platz eins auf Platz fünf zurück.

"Es war ein unglaublicher Tag", jubelt Loeb. "Ich habe vom Start bis ins Ziel Vollgas gegeben. Jetzt sind wir Zweiter und haben die Lücke zu Platz eins geschlossen. Wir sind fünf Sekunden hinter Sébastien und alles ist wieder möglich. Ich bin wirklich glücklich. Ich wollte es schaffen und ich wusste, dass es mit meiner Startposition möglich ist. Ich bin vom Start bis ins Ziel geflogen. Besser hätte ich nicht fahren können. Es war ein perfekter Tag!"

Und Loeb bekennt, dass dies vielleicht der beste Tag in seiner Rallyekarriere war. Aus dem Mund eines sechsmaligen Weltmeisters und 57-maligen WRC-Siegers will das etwas heißen.

Citroën-Junior Ogier hatte den Tag auf Rang drei begonnen, konnte sich aber schon in der ersten Prüfung am Morgen an die Spitze setzen. Dort blieb er auch den ganzen Tag über - und das bei einer Rallye, bei der er noch nie zuvor gefahren ist. "Es ist auch das erste Mal, dass ich eine Rallye nach dem zweiten Tag anführe", freut sich der junge Franzose. Doch er weiß, dass es ganz schwer wird, seinen ersten Sieg zu holen: "Es war ein guter Tag, aber wir haben noch einen weiten Weg vor uns. Es wird nicht leicht, Sébastien zu schlagen. Er ist heute einfach unglaublich gefahren, wobei ihm die Startposition sehr geholfen hat."

Ford-Pilot Latvala war mit seinem Tag nicht ganz so zufrieden. "Wir haben heute zu viel Zeit verloren. Aber wir sind noch im Kampf dabei", erklärt der Finne, der am Vormittag etwas zu vorsichtig unterwegs war und am Nachmittag Probleme mit dem Aufschrieb hatte. Den hatte er in der verregneten Recce gemacht, bei trockenen Bedingungen passte der Aufschrieb nicht mehr ganz.

Der Gesamtvierte Sordo konnte heute auch nicht so schnell fahren, wie er sich das vorgestellt hat: "Es ist schwierig, vor allem, wenn man zu spät bremst. Denn man kommt leicht von der Linie ab."

Citroën-Privatier Solberg war als Führender und damit als Straßenkehrer in den zweiten Tag gestartet. Diese Aufgabe erwies sich als extrem schwierig, Solberg verlor viel Zeit und liegt nun 53,6 Sekunden hinter Ogier auf dem fünften Platz. "Ich wusste schon vorher, dass es hart wird, aber es war viel schlimmer als erwartet. Am Vormittag war so viel loser Schotter auf der Piste, dass ich nichts machen konnte", berichtet der Norweger und fügt grinsend an: "Vielleicht brauche ich auch einmal einen Teamkollegen, der vor mir herfährt."

Für Ford-Pilot Mikko Hirvonen verlief der Samstag enttäuschend. Von Platz fünf aus gestartet, sah er noch Chancen, ganz nach vorn zu kommen. Doch gleich in der ersten Prüfung am Morgen hatte er einen Dreher, der zu viel Zeit kostete. Der Finne beendete den Tag als Sechster, eine Minute hinter Spitzenreiter Ogier. "Ich habe zu sehr gepusht und einen Fehler gemacht. Ich dachte, dass ich mir die Aufhängung gebrochen habe, aber das war zum Glück nicht der Fall. Danach bin ich gut gefahren, aber mehr war eben nicht drin", seufzt Hirvonen geknickt.

Matthew Wilson liegt nach dem zweiten Tag auf Rang sieben. Er bekam heute Morgen ein neues Getriebe in seinen Stobart-Ford, nachdem er am Freitagnachmittag einen Getriebedefekt hatte. Sein Stobart-Kollege Henning Solberg ist Achter, S-WRC-Spitzenreiter Jari Ketomaa Neunter und Federico Villagra Zehnter.

Fotoquelle: Citroen


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