Weltmeister Sébastien Loeb hat sich in Neuseeland selbst übertroffen

Rallye 2010

— 08.05.2010

Wilsons "Loebpreisung" für den Superstar

Selbst Ford-Teamchef Malcolm Wilson ist tief beeindruckt von Sébastien Loebs triumphaler Aufholjagd in Neuseeland: "Das geht in die Geschichte ein"

Der Laie staunt, der Fachmann rätselt: Sébastien Loeb, ohnehin der wohl beste Rallyefahrer der vergangenen Jahre, hat sich am heutigen Samstag in Neuseeland selbst übertroffen. Eigentlich hatte er nach seinem Crash am Freitag die Hoffnung auf den Sieg schon selbst aufgegeben. Mit 1:20 Minuten war der Rückstand auf die Spitze dafür schon zu groß.

Doch Loeb nutzte seine siebte Startposition optimal und startete eine unglaubliche Aufholjagd. Der Citroën-Star flog von Bestzeit zu Bestzeit, machte Position um Position gut und liegt nun wieder auf Siegkurs. Vor dem abschließenden Sonntag hat er als Zweiter nur noch 5,3 Sekunden Rückstand auf seinen führenden Markenkollegen Sébastien Ogier aus dem Junior-Team. Diese Show hat alle im Servicepark tief beeindruckt - auch die Konkurrenz.

"Er hat Sébastien Ogier acht Zehntelsekunden pro Kilometer abgenommen. Das ist wie wenn man 80 Extra-PS oder so etwas hat. Das ist der Unterschied, den Sébastien Loeb als Fahrer ausmachen kann. Es ist einfach unglaublich. Er ist ein ganz besonderer Fahrer", wird Ford-Teamchef Malcolm Wilson von 'Autosport' zitiert.

Wilson ist selbst ein Urgestein im Rallyesport und hat dort schon einiges erlebt. Doch Loebs heutige Aufholjagd hält auch er für etwas historisch Einmaliges. "Ich habe schon einige großartige Fahrten gesehen, aber so etwas habe ich noch nie erlebt. Es war ein Privileg, dabei zu sein und zu beobachten, was er gemacht hat. Das wird in die Geschichte eingehen", so Wilson weiter. "Mir ist egal, was andere sagen: Eine solche Performance muss man einfach bewundern."

Auch Loeb selbst muss einräumen, dass er heute wohl einen der besten Tage seiner Karriere hatte - wenn nicht sogar den besten. Schon der Vormittag lief "einfach perfekt" für den Franzosen: "Wir haben gemerkt, dass die Piste in SS12 ziemlich gekehrt werden musste und ich wusste, dass ich aufgrund unserer Startposition einigen Vorsprung herausfahren kann." Seine Parole am Nachmittag: Vollgas geben und sich weiter nach vorn kämpfen.

"Wir haben all die Zeit wieder aufgeholt, die wir gestern verloren haben. Wir hatten heute wirklich Spaß", bilanziert Loeb strahlend. "Wir konnten das Letzte aus dem C4 WRC herausholen und die Pisten sind einfach klasse. Jetzt sind wir gut aufgestellt, um morgen den Sieg anzupeilen. Aber wir haben es mit einer kurzen Etappe voller Fallen zu tun."

Fotoquelle: Red Bull/GEPA


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