Miikka Anttila und Jari-Matti Latvala in dem Moment, als sie den Sieg realisierten

Rallye 2010

— 09.05.2010

Latvala: Gefühlswelten eines überraschten Siegers

Jari-Matti Latvala und Beifahrer Miikka Anttila in der Pressekonferenz über ihren Sieg in Neuseeland und die turbulente letzte Prüfung an der "Whaanga Coast"

Frage: "Jari-Matti, du hast in diesem Thriller in Neuseeland den Sieg, es war ein tolles Wochenende, oder?"
Jari-Matti Latvala: "Es war ein interessantes Wochenende. Für mich war es eine irgendwie seltsame Rallye. Denn ich habe nicht eine einzige Bestzeit geholt und bin am Ende der Sieger. Es scheint also, als ob es auf die Konstanz ankommt. Ich hatte auch ein bisschen Glück, dass die anderen Fehler gemacht haben. Aber man muss in der letzten Prüfung durchs Ziel fahren. Unsere Zeit kommt, von daher war es ein großartiges Wochenende."

Frage: "Wie hast du dich vor dieser letzten Prüfung gefühlt? Denn es waren ja so viele Fahrer am Showdown beteiligt. Wie war das Verhältnis zwischen dem Drang, Gas zu geben und dem Wunsch, die Punkte zu sichern, die du schon hattest?"
Latvala: "Heute Morgen dachte ich, dass das Wichtigste ist, den dritten Platz zu halten. Aber die Dinge hatten sich geändert und vor der letzten Prüfung dachte ich, dass es gut ist, wenn ich schnell fahre, so wie bisher. Solange ich nicht anfange, zu sehr zu pushen, denn ich weiß, was passiert, wenn Herr Latvala zu sehr pusht! Das ist so oft passiert, aber diesmal hat es funktioniert und ich bin sehr glücklich darüber."

Frage: "Sébastien Ogier hatte seine Probleme im letzten Abschnitt der letzten Prüfung. Ich nehme an, du wusstes gar nicht was los ist, bis du über die Ziellinie gekommen bist?"
Latvala: "Ich hatte ein paar Splits und wir waren fünf Sekunden vor ihm. Plötzlich waren wir nur noch zwei Sekunden vor ihm und ich habe gemerkt, dass er sehr schnell fährt. In dem Moment habe ich versucht, ein bisschen mehr zu pushen. Aber dann habe ich einen Fehler gemacht und wäre beinahe abgeflogen. Dann war mir klar, dass ich es wohl verloren habe."

"In der drittletzten Kurve lag dann eine Stoßstange auf der Piste und mir war klar, dass etwas passiert sein musste. Ich kam ins Ziel und wusste nicht genau, wie die Zeiten sind. Ich bin zur Tafel gegangen, ich hatte die Zeit, die Miikka mit seiner Stoppuhr gestoppt hatte, habe mir die Zeiten der anderen Jungs angeschaut und war überrascht, dass unsere Zeit recht gut ausgeschaut hat. Als Miikka dann die Zeit auf die Zeitkarte bekam, wussten wir wirklich, dass wir gewonnen hatten!"

Frage: "Ein Sieg 2008, ein Sieg 2009, ein Sieg 2010 - wie wichtig ist dieser im Vergleich zu den anderen?"
Latvala: "Es ware schön, mehr Rallyes in einem Jahr zu gewinnen als nur eine wie bisher. Das ist der beste Sieg - denn wir sind 400 Wettbewerbs-Kilometer gefahren und am Ende waren es nur zwei Sekunden. Ich war sicher nicht der Schnellste, aber jetzt weiß ich, dass ich die nötige Konstanz habe. Und das ist der Grund, warum ich darüber so glücklich bin."

Frage: "Miikka, Jari-Matti bezeichnet diesen als seinen besten Sieg - geht es dir auch so?"
Miikka Anttila: "Im Moment fühlt es sich wirklich unglaublich an, dass wir diese Rallye gewonnen haben. Der erste Sieg ist auch schön, aber dieser hier war sicher etwas ganz Tolles. Auf der anderen Seite war es so eng, schließlich sind wir nur 2,4 Sekunden vor Sébastien Ogier. Es hätte also genauso gut andersherum sein können. Aber diesmal waren wir die Glücklichen."

Frage: "Macht dieser Sieg das wieder wett, was euch 2008 in Neuseeland passiert ist?"
Anttila: "Heute Morgen haben wir mit unserem Teamkoordinator gesprochen und ich sagte ihm, dass in 'Whaanga Coast' viel passieren kann. Aber dann hat mir irgendjemand gesagt, dass Ford dabei leider nie der Gewinner war. Das haben wir diesmal wettgemacht."

Frage: "Jari-Matti, jetzt hast du 2010 einen Sieg auf deinem Konto. Du musst immer noch für das Team Konstanz zeigen, aber du willst sicher auch mehr Siege holen. Werden wir bald den alten Jari-Matti wieder sehen?"
Latvala: "Unsere Strategie, die sich Malcolm Wilson ausgedacht hat, dass ich zweiter Fahrer im Team bin, hat sehr gut funktioniert. Von daher sehe ich keinen Grund, das zu ändern und wir machen weiter wie vereinbart. Vielleicht hatte Mikko nicht sein bestes Wochenende, er hatte nicht genug Selbstvertrauen. Er wird sich aber sicher zurückmelden."

"Wenn sich in den nächsten Rallyes wieder so eine Möglichkeit bietet - wir in einem engen Fight sind und die Chance auf den Sieg haben - dann würde ich natürlich gern wieder gewinnen. Aber wie Malcolm sagte: Konstanz ist wichtig und ohne kann man nicht gewinnen. Die nächste Rallye kann ich vielleicht nicht einfach dadurch gewinnen, dass ich konstant bin. Man muss auch den nötigen Speed haben. Wir haben also noch Arbeit vor uns. Das Auto war an diesem Wochenende so schnell, aber man braucht auch als Fahrer Speed und Konstanz. Wenn man dann nicht weit weg ist von den Spitzenjungs und noch ein kleines bisschen zulegen kann, dann kann man auch wieder gewinnen."

Fotoquelle: xpb.cc


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