Jari-Matti Latvala ist derzeit der erfolgreichere der Ford-Werkspiloten

Rallye 2010

— 21.05.2010

Portugal: Ford will auf Schotter wieder zuschlagen

Laut Mikko Hirvonen kommt es in Portugal auf die Linie, den Aufschrieb und die Reifen an - Jari-Matti Latvala erinnert sich an seinen Horrorcrash

Nach dem dramatischen Sieg, den Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila mit ihrem Ford Focus RS WRC vor 14 Tagen beim Schotterfestival in Neuseeland errungen haben, reist das Ford-Werksteam als erfolgreichster Hersteller in der Geschichte der Rallye-Weltmeisterschaft zum sechsten Saisonlauf in Portugal. Der Klassiker im WM-Kalender zog 2006 von der Atlantikkste an die Algarve um, als Start- und Zielort dient seither die Touristen-Metropole Faro.

Hinzu kommt, dass die diesjhrige Ausgabe um gut zwei Monate in den Sommer verlegt wurde. "Wir rechnen mit sehr heien und trockenen Rahmenbedingungen. Dies knnte speziell unsere Rallyepneus vor eine harte Probe stellen", erlutert Mikko Hirvonen im Hinblick auf die mittelschnellen Schotterprfungen im bergigen Hinterland, auf denen sich immer wieder verdeckte Kurven ber Kuppen mit langsameren, sehr technischen Abschnitten abwechseln.

"Die Strecken zeichnen sich durch einen harten Untergrund aus, den beim ersten Durchgang noch eine lose Stein- und Staubschicht abdeckt, der aber sptestens fr die zweite Passage fr guten Grip und hohen Reifenverschlei sorgen wird. Der Schlssel zum Erfolg liegt damit einmal mehr im richtigen Umgang mit den Schotterpneus, aber auch in einem przisen Aufschrieb und einer sauberen Linie", wei Hirvonen.

Der 29-jhrige Finne geht zum dritten Mal in Portugal an den Start, im vergangenen Jahr erreichte er bei dieser Veranstaltung den zweiten Rang. Sein enttuschendes Abschneiden in Neuseeland, wo er nur Platz vier belegte, hat Hirvonen inzwischen analysiert: "Ich wollte zuviel und habe zu hart attackiert, dadurch sind mir immer wieder Fehler unterlaufen", zeigt sich der amtierende Vize-Weltmeister selbstkritisch. "In Portugal werde ich einfach wieder meinem natrlichen Speed vertrauen, ohne an WM-Punkte zu denken."

Voller Selbstbewusstsein blickt Jari-Matti Latvala der Rallye Portugal entgegen, dem letzten WM-Lauf vor der Sommerpause. "Trotz meines Siegs in Neuseeland hat sich an meiner Rolle als Nummer-2-Pilot innerhalb des Teams nichts gendert", betont der 25- Jhrige und betont, dass er mit dieser Aufgabenverteilung gut leben kann: "Dank dieser klaren Positionierung habe ich meine Herangehens- und Fahrweise weiterentwickelt."

"Sie ermglicht mir ein tieferes Verstndnis dafr, dass im Kampf um den Titel nicht nur der absolute Speed zhlt, sondern auch konstante Zielanknfte wichtig sind", so Latvala. "Es funktioniert, auch wenn ich noch nicht zu 100 Prozent dort angelangt bin, wo ich hin mchte. Ich habe noch immer Potenzial, um mich weiter zu entwickeln."

Im Vorjahr hatte Latvala mit einem spektakulren Abflug - er und Beifahrer Miikka Anttila rollten mit ihrem Ford Focus RS WRC einen 150 Meter tiefen Hang hinab - noch fr die Schrecksekunde der gesamten Saison gesorgt. Beide blieben dank der erstklassigen Sicherheitseinrichtungen ihres Ford aber unverletzt. Fast 800.000 Mal wurden die Videos dieses haarstrubenden Zwischenfalls seither im Internet abgerufen.

"Die Prfung, in der wir den Unfall hatten, steht auch Ende Mai wieder auf dem Programm. Das ist fr mich kein Problem", betont der junge Finne und fgt lachend hinzu: "Aber vielleicht sollten wir unseren Aufschrieb fr diese Passage nochmal berdenken und whrend des Trainings an dieser Stelle mal kurz anhalten, um uns die Sache von oben anzugucken. Ansonsten ist dies fr mich eine WP wie jede andere."

Erstmals seit dem Saisonauftakt im verschneiten Schweden - den Mikko Hirvonen fr sich entscheiden konnte - greift auch Khalid Al Qassimi wieder in das Lenkrad des dritten Werks-Fords. Gemeinsam mit Beifahrer Michael Orr ging Al Qassimi in der Zwischenzeit mit einem Fiesta S2000 in der Rallye Meisterschaft des Mittleren Ostens an den Start, wo er nach einem Laufsieg aktuell Rang fnf verteidigt. "An Fahrpraxis auf Sand und Schotter mangelt es mir nicht", so der 38-Jhrige. "Im vergangenen Jahr haben wir in Portugal Rang acht belegt, dieses Resultat mchten wir wiederholen oder, wenn mglich, sogar verbessern."

Neben den drei World Rally Cars des Werksteams rollen in Faro sechs weitere Ford Focus RS WRC ber die Startrampe. Sie werden pilotiert von Henning Solberg/Ilka Minor, Matthew Wilson/Scott Martin (beide Stobart), Federico Villagra/Joge Perez Companc (Munchi's), US-Star Ken Block und Alex Gelsomino (Monster WRT) sowie den Privatiers Rene Kuipers/Erwin Berkhof und Laurant Carbonaro/Thierry Leon.

Fotoquelle: Ford


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