Im Zeichen der Dose: Kimi Räikkönen könnte weiterhin in der Rallye-WM fahren

Rallye 2010

— 09.06.2010

WRC-Verbleib? Räikkönen spricht vom "nächsten Jahr"

Kimi Räikkönen scheint sich in der WRC tatsächlich langfristigere Ziele zu setzen: 2011 will er von den in dieser Saison gemachten Erfahrungen profitieren

Kimi Räikkönen hat noch keine Entscheidung getroffen, wo ihn sein Weg nach der Saison 2010 hinführen soll. Er schließt zwar eine Rückkehr in die Formel 1 nicht aus, aber er deutet inzwischen ziemlich deutlich an, dass er durchaus über ein längerfristiges Engagement in der WRC nachdenkt. Und das wohl nicht nur, weil die Möglichkeit, bei Red Bull zurück in die Formel 1 zu gehen, mit der Vertragsverlängerung von Mark Webber nicht mehr besteht.

Zumindest spricht Räikkönen in der Sendung "Talk in Hangar 7" bei 'Servus TV' auffällig davon, was er sich im nächsten Jahr in der WRC erwartet. So erklärt er, dass er 2011 von den Erfahrungen profitieren will, die er in dieser Saison sammelt. "Erfahrung braucht man in jedem Sport. Das war in der Formel 1 dasselbe. Wahrscheinlich ist es heutzutage im Rallyesport sogar noch wichtiger als in der Formel 1, weil sich dort auch so viel verändert hat", sagt Räikkönen.

Er sei noch neu in diesem Sport, aber immerhin lernte er in diesem Jahr die ganzen Rallyestrecken kennen. "Wenn wir dorthin zurückkommen, dann haben wir schon Erfahrung gesammelt, wir haben uns Notizen gemacht und das wird es uns im nächsten Jahr schon einfacher machen", blickt er andeutungsvoll voraus. "Und ich bin mir sicher, dass wir im nächsten Jahr schon stärker positioniert sein werden als in diesem Jahr. Ich hoffe, das wird dann auch reichen."

"Aber wir brauchen auch wirklich mehr Fahrpraxis mit dem Auto und Erfahrung, wie das in einem Rallyeauto alles abläuft", so Räikkönen weiter. "Jetzt warten wir mal ab, was passiert und ich hoffe, dass es dann im nächsten Jahr schon ganz gut aussieht."

Sein Beifahrer Kaj Lindström ist jedenfalls davon überzeugt, dass Räikkönen in der WRC Erfolg haben kann. "Wir wissen alle, dass er ein absolut talentierter Fahrer ist. Und wenn man im Rallyesport gut sein will, braucht man Talent, sonst schafft man es nicht. Kimi hat Riesentalent. Er ist sehr konzentriert in allem, was er macht. Er macht alles zu 100 Prozent und das hilft natürlich", sagt Lindström.

Dass die Tatsache, einmal Formel-1-Weltmeister gewesen zu sein, für Räikkönen eine Last ist, denkt Lindström nicht. Aber er zeigt großen Respekt vor seinem Landsmann: "Es war schon sehr mutig, aus der Formel 1 auszusteigen und in den Rallyesport zu kommen. Denn die Leute, die den Unterschied zwischen den beiden Sportarten nicht kennen, die hatten schon riesige Erwartungen. Sie dachten, dass er von Beginn an superschnell sein würde. Und er wollte kommen und zeigen, dass er mit der Zeit auch im Rallyesport ganz vorn mitfahren kann."

Diesen Mut bewundert auch das österreichische Rallye-Ass Raimund Baumschlager: "Es geht nicht nur um das schnelle Autofahren. Man muss ja auch überlegen, dass ein Rallyefahrer nach Aufschrieb fahren muss. Und das ist schon mal etwas ganz Schwieriges, es so zu timen, dass der Beifahrer es dann sagt, wenn du es hören willst. Das geht nicht von heute auf morgen. Man kann vor Kimi nur den Hut ziehen, dass er diesen Schritt überhaupt gewagt hat, denn eigentlich kannst du nur verlieren. Jeder denkt: Wenn er die Formel-1-Weltmeisterschaft gewinnt, dann muss er sowieso im Rallyesport ganz vorn dabei sein."

Doch um wirklich ganz vorn zu sein, wird Räikkönen nach Baumschlagers Meinung noch mindestens drei Jahre brauchen: "Er wird sicherlich teilweise super Zeiten fahren, es wird sicher wieder einmal einen Rückschlag geben. Denn das ist logisch. Es ist jede Rallye neu für ihn. In der Weltmeisterschaft hast du das Problem, dass du vorher nur zweimal drüber fahren darfst, also Schreiben, Kontrollieren und Finito - dann geht es schon los. Und die anderen Herrschaften, seine Gegner, die kennen die Rallyes schon seit fünf, sechs oder zehn Jahren."

Und deshalb ist laut Beifahrer Lindström für diese Saison die einzige Zielsetzung, Räikkönen mehr Erfahrung zu verschaffen: "Wir wollen ein paar saubere Rallyes hinlegen, das heißt: Keine Fehler machen und auch ins Ziel kommen. Und damit wird er mehr Erfahrung sammeln und das wird uns dann hoffentlich helfen, die Lücke zu den Topfahrern zu schließen." Vielleicht gelingt das im nächsten Jahr - wenn Räikkönen bleibt.

Fotoquelle: Red Bull/GEPA


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