Ab 2011 muss nicht zwangsläufig Pirelli auf den WRC-Reifen stehen

Rallye 2010

— 23.06.2010

FIA öffnet Reifenherstellern die WRC-Tür

Wie erwartet hat der FIA-Weltrat das Ende des Reifenmonopols von Pirelli festgezurrt: Einheitliche Schaltwippen müssen warten

Der FIA-Weltrat hat bei seiner Sitzung am Mittwoch in Genf zwar für die Rallye-Weltmeisterschaft wichtige Entscheidungen getroffen, große Überraschungen blieben dabei jedoch aus. Pirelli wird der WRC auch 2011 als Reifenlieferant erhalten bleiben. Die Italiener, die ab dem kommenden Jahr Alleinausrüster der Formel 1 sein werden, könnten allerdings auf Konkurrenz stoßen. Der FIA-Weltrat beschloss, dass das Reifenmonopol endet.

Damit öffnet der Motorsport-Weltverband die Türen für potenzielle Neueinsteiger. Eine Ausschreibung für die Belieferung der WRC mit Reifen in den drei Jahren von 2011 bis 2013 verlief zuletzt enttäuschend. Kein einziger Konkurrent zeigte Interesse am Einstieg, daher trat ein Notfallplan in Kraft: Pirelli hat erst einmal nur einen Einjahres-Vertrag, was danach kommt, ist derzeit ungewiss. In der JRWC bleibt es beim Alleinausrüster Pirelli.

Der in Teilen umstrittene Rallyekalender 2011 blieb vom FIA-Weltrat unangetastet. Man sprach sich nachhaltig für die Austragung von 13 Läufen aus, um "dem Rallyesport weltweit eine Entwicklung zu ermöglichen", wie es in einem Statement der FIA heißt. Der Automobilweltverband tritt gleichzeitig auf die Kostenbremse. Mitte Juli sollen einige Vorschläge zum Sparen präsentiert werden. Schon jetzt ist klar, dass man auf regionaler Ebene S2000-Autos auf die neuen 1,6-Liter-Turbos umrüsten darf.

Ebenso erfolglos wie bei der Suche nach einem neuen Reifenlieferanten war die FIA mit ihrem Plan, ab 2011 einheitliche Schaltwippen zu installieren. Auf die entsprechende Ausschreibung gab es laut FIA zwar Resonanz, allerdings erfüllten die Angebote nicht die technischen Vorgaben des Automobilweltverbandes. Konsquenz: Man stellte das Thema nun hintenan. Ab sofort wird nicht nur der Fahrername auf der hinteren Seitenscheibe zu lesen sein, sondern auch die Name des jeweiligen Co-Piloten.

Fotoquelle: Ford


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