Sébastien Loeb dominiert bisher das Geschehen bei der Rallye Bulgarien

Rallye 2010

— 09.07.2010

SS3/4: Loeb fliegt vorne weg, Räikkönen fliegt ab

Nach dem ersten Tag der Rallye Bulgarien liegt Sébastien Loeb komfortabel in Führung, Kimi Räikkönens starker Auftritt wurde kurz vor dem Ziel jäh beendet

Der erste Tag der WRC-Premiere in Bulgarien ist absolviert und Sébastien Loeb ist seiner Favoritenrolle mehr als gerecht geworden. Der Citroën-Star hat in allen vier Wertungsprüfungen dieses Freitags die Bestzeit geholt und geht als Führender mit einem Vorsprung von 28,1 Sekunden auf seinen Teamkollegen Dani Sordo in den Samstag. Weitere 9,9 Sekunden dahinter ist Citroën-Privatier Petter Solberg Dritter.

Die beiden Ford-Werkspiloten Mikko Hirvonen und Jari-Matti Latvala haben den Freitag auf den Plätzen vier und fünf beendet. Hirvonen hat jedoch schon 1:10.9 Minuten Rückstand auf Spitzenreiter Loeb, auf die Top 3 fehlt ihm eine halbe Minute. Eigentlich ist Citroën so dominant, dass für die Franzosen eine Fünffach-Führung drin gewesen wäre. Das wurde jedoch durch individuelle Fehler verhindert.

Citroën-Junior Sébastien Ogier lag bis zur dritten Prüfung auf dem zweiten Platz. Weil er die Ansage von Co-Pilot Julien Ingrassia falsch verstand, raste er dann aber in einer Kurve geradeaus. Der 26-Jährige Franzose konnte zwar weiterfahren, das Malheur kostete ihn aber fast eine Minute. Er liegt nun hinter den Ford-Werkspiloten auf Rang sechs des Gesamtklassements. "Es war wichtig, dass wir weiterfahren konnten und somit Erfahrung sammeln. Und die Rallye ist noch lang, da kann noch viel passieren", betont Ogier.

Weniger Glück hatte sein Teamkollege Kimi Räikkönen. Der frühere Formel-1-Weltmeister zeigte auf Asphalt sein Können, lag lange auf dem fünften Platz und rutschte durch Ogiers Ausritt auf den vierten Platz nach vorn. Citroën-Sportchef Olivier Quesnel prophezeite in der Mittagspause sogar, dass Räikkönen bei dieser Rallye auf das Podium fahren kann.

Doch wenige Kilometer vor dem Ziel kam das jähe Aus für Räikkönen: Er flog mit seinem Citroën C4 in der letzten Prüfung des Tages ab. "Ich habe sein Auto gar nicht gesehen, das muss ein richtig heftiger Abflug gewesen sein", berichtet Henning Solberg, der die Unfallstelle später passierte. Lange Zeit musste man um Räikkönen und seinen Beifahrer Kaj Lindström bangen. Dann aber konnte das Citroën-Junior-Team Entwarnung geben: Beide sind unverletzt. Ob sich das Auto noch reparieren lässt, ist aber noch unklar. Räikkönen hatte übrigens bei der Reifenwahl als einziger auf Regen gehofft und weiche Reifen aufgezogen - der Regen blieb aber aus, der Finne hatte sich verpokert.

Durch Räikkönens Ausfall rutschten alle folgenden Piloten einen Platz nach vorn. Neben den Ford-Werksfahrer Hirvonen und Latvala sowie Ogier waren das Stobart-Gaststarter Per-Gunnar Andersson, der nun Siebter ist, Lokalmatador Frigyes Turan (Peugeot 307 WRC/Achter), Stobart-Stammpilot Matthew Wilson (Neunter) und sein Kollege Henning Solberg, der im Ford Fiesta S2000 auf Rang zehn liegt.

Unterdessen kann sich Loeb berechtigte Hoffnungen machen, die erste WRC-Auflage der Rallye Bulgarien zu gewinnen. "Es war ein guter Tag, wir hatten keine Probleme und haben keine Fehler gemacht", bilanziert der Weltmeister. "Wir sind gut gefahren und haben jetzt einen recht komfortablen Vorsprung. Aber wir haben noch zwei recht lange Tage vor uns und alle sind ziemlich am Limit gefahren."

Petter Solberg ist nach dem ersten WRC-Tag mit seinem neuen Beifahrer Chris Patterson ebenfalls zufrieden: "Ich habe mein Bestes gegeben und die Zusammenarbeit mit meinem neuen Beifahrer hat gut funktioniert", berichtet der Norweger. "Aber wir haben noch viel Arbeit vor uns, bevor wir richtig schnell sind. Jetzt am Schluss bin ich etwas zu vorsichtig gefahren."

Im Ford-Lager herrscht dagegen nach dem ersten Tag Ernüchterung. "Der Rückstand ist zu groß", weiß Hirvonen. Aber er ist zumindest ein bisschen zuversichtlich: "Am Nachmittag lief es etwas besser. Ich habe Vollgas gegeben und versucht, etwas näher heranzukommen. Zumindest geht es in die richtige Richtung." Und Teamkollege Latvala ergänzt: "Das war nicht, was wir wollten. Wir wollten näher an den Citroëns dran sein. Aber damit müssen wir nun leben."

Am der morgige Samstag ist mit sechs Wertungsprüfungen der längste der Rallye Bulgarien. Insgesamt müssen dabei 140,90 gezeitete Kilometer absolviert werden. Los geht es am frühen Morgen um 07:43 Uhr Ortszeit (06:43 Uhr MESZ).

Fotoquelle: Rallye Bulgarien


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