Sébastien Loeb hat die WRC-Premiere in Bulgarien souverän gewonnen

Rallye 2010

— 11.07.2010

SS13/14: Loeb triumphiert bei Bulgarien-Premiere

Sébastien Loeb hat die WRC-Premiere in Bulgarien souverän gewonnen - Citroën mit Vierfachsieg, Ford hadert - Kimi Räikkönen am Ende Zwölfter

Er war der große Favorit für die Bulgarien-Rallye und er hat die WRC-Premiere in dem südosteuropäischen Land souverän gewonnen: Sébastien Loeb hat einen klassischen Start-Ziel-Sieg eingefahren. Der Franzose hatte im Ziel rund eine halbe Minute (29,5 Sekunden) Vorsprung auf seinen Citroën-Werkskollegen Dani Sordo. Der Spanier konnte den zweiten Platz bis ins Ziel gegen Privatier Petter Solberg verteidigen.

Solberg hatte am Ende jedoch nur 6,8 Sekunden Rückstand auf den Spanier. In seiner ersten Rallye mit seinem neuen Beifahrer Chris Patterson gelang ihm gleich der Sprung auf das Podium. Citroën war die dominierende Marke in Bulgarien: Junior Sébastien Ogier komplettierte den Vierfacherfolg. Ford musste sich beim ersten reinen Asphaltlauf der Saison geschlagen geben. Die Werkspiloten Mikko Hirvonen und Jari-Matti Latvala landeten mit über drei und viereinhalb Minuten Rückstand auf Sieger Loeb auf den Plätzen fünf und sechs.

Eine weitere Minute dahinter belegte Stobart-Gaststarter Per-Gunnar Andersson den siebten Platz. Der ungarische Privatstarter Frigyes Turan holte sich mit seinem Peugeot 307 WRC den achten Platz und damit ebenfalls WM-Punkte, Stobart-Youngster Matthew Wilson wurde Neunter. Sein Teamkollege Henning Solberg, der mit seiner österreichischen Beifahrerin Ilka Minor in Bulgarien mit dem Ford Fiesta S2000 unterwegs war, komplettierte die Top 10. Kimi Räikkönen, der nach seinem Crash am Freitag wieder starten konnte, verpasste die Punkteränge als Elfter nur knapp.

Loeb ließ gleich am Anfang keinen Zweifel daran aufkommen, dass er seiner Favoritenrolle gerecht werden will. Der sechsmalige Weltmeister holte gleich in den ersten fünf Prüfungen die Bestzeit, danach kontrollierte er seinen Vorsprung. Spannend war danach nur noch der Kampf um Platz zwei, den Sordo knapp gegen Solberg für sich entscheiden konnte.

Die Ford-Piloten verloren schon am Freitagvormittag an Boden, waren dann aber zuversichtlich, das Blatt wenden und am Samstag eine Aufholjagd starten zu können. Doch bei tückischen Mischbedingungen am gestrigen Samstagmorgen verpokerten sie sich bei der Reifenwahl total: Sie setzten auf harte Trockenreifen, doch lokale Schauer sorgten für nasse Straßen. Damit verloren sie noch mehr Zeit auf die Citroën-Crews, die mit weichen die richtigen Reifen gewählt hatten. Von da ab war die Rallye eigentlich schon entschieden. Latvala verlor noch mehr Zeit, als am gestrigen Samstagnachmittag seine Servolenkung streikte. Am heutigen Sonntag ging es für alle - außer Sordo und Solberg - nur noch darum, ihre Autos heil ins Ziel zu bringen.

"Es war ein perfektes Wochenende", sagt Loeb, der den Sieg mit Beifahrer Daniel Elena im Zielraum gebührend feierte. "Der erste Tag war sehr gut. Am zweiten Tag herrschten schwierige Bedingungen, da war es wichtig, den Rhythmus beizubehalten und keinen Fehler zu machen. Und heute haben wir nichts mehr riskiert.Es war ein perfektes Wochenende und es sind einige sehr wichtige Punkte für die Meisterschaft."

Die bulgarischen Prüfungen, auf denen die WRC in diesem Jahr erstmals gastierte, haben dem Franzosen gefallen: "Es war eine sehr gute Rallye. Die Prüfungen sind wirklich beeindruckend, sehr abwechslungsreich. Es hat mri heir sehr viel Spaß gemacht."

Teamkollege Sordo fuhr mit Platz zwei sein bisher bestes Saisonergebnis ein. Er und Beifahrer Marc Marti feierten das mit einem Tänzchen. "Gratulation an Petter, er war wirklich sehr, sehr schnell. Das Duell mit ihm hat mir viel Spaß gemacht. Diese Rallye war sehr schwierig. Ich bin über meinen zweiten Platz sehr glücklich", sagt der Spanier.

Aber auch Solberg strahlt von einem Ohr zum anderen, schließlich hat er die Werks-Citroëns wieder mächtig unter Druck gesetzt. "Ich bin sehr, sehr glücklich über den dritten Platz. Wir wurden immer schneller, das Auto war perfekt. Vor der Rallye waren wir sehr nervös, und der dritte Platz ist mehr als gut für mich. Ich habe heute auch nicht mehr allzu viel attackiert. Es ist einfach gut, dass wir auf Asphalt in jeder Prüfung vorn dabei sein können. Ich habe fünf Bestzeiten geholt, das ist für mich das Wichtigste. Wenn wir mehr testen könnten, wären wir noch schneller, aber ich bin überglücklich, wieder auf dem Podium zu stehen", jubelt der Norweger. Er ist sich auch sicher, dass er eine Rallye gewinnen kann, aber dazu müsste alles zusammenpassen.

Ford blickt nach vorn

Während man im Citroën-Lager jubelt, will man die Rallye bei Ford wohl eher schnell abhaken und sich auf den Klassiker in Finnland konzentrieren. "Es war ein sehr schwieriges Wochenende. Die falsche Reifenwahl, wir sind auch nicht so gut gefahren, es lief das ganze Wochenende über schlecht. Aber wir haben sicher etwas gelernt und ich hoffe, dass uns das für die kommenden Asphaltrallyes hilft", sagt Hirvonen. "Jetzt geht es nach Finnland, da hoffe ich, dass ich wieder gewinnen kann."

"Es war für uns ein sehr hartes Wochenende, es lief nicht besonders gut", pflichtet Teamkollege Latvala bei. "Aber heute bin ich gut gefahren, habe keine Fehler gemacht, ich bin ins Ziel gekommen, ich habe Punkte geholt. Das ist das Wichtigste, nachdem ich bei der letzten Rallye ausgeschieden bin. Es ist gut für das Selbstbewusstsein, dass ich die Rallye beendet habe. In Finnland hoffe ich nun, genauso schnell zu sein wie die Citroëns, wenn nicht sogar schneller."

Der größte Star in Bulgarien war aber der frühere Formel-1-Weltmeister Räikkönen. Der Finne wurde umlagert, wo immer er auch auftauchte. Er hatte einen guten Start ins Wochenende und lag auf Rang vier, bis er am Freitagnachmittag in der letzten Prüfung abflog. Am Samstag nahm er die Rallye als Restarter von Platz 26 aus wieder auf, am Ende konnte er sich bis auf den elften Platz verbessern, auch wenn er in der letzten Prüfung noch einmal viel Zeit verlor.

"In der letzten WP sind wir beim Bremsen ein bisschen von der Straße abgekommen und steckengeblieben. Aber alles in allem hatten wir heute Nachmittag ein gutes Gefühl im Auto. Ich bin zufrieden, wir haben einen Fehler gemacht, aber das gehört dazu. Das Wichtigste ist, dass ich viel zum Fahren gekommen bin und weitere Erfahrung sammeln konnte", sagt Räikkönen. "Ich hatte vor der Rallye keine Erwartungen, denn nur vom Testen kann man nicht viel sagen. Wir waren zufrieden mit unserer Performance, haben dann aber einen kleinen Fehler gemacht, der uns teuer zu stehen kam. Aber das gehört zum Lernprozess."

Der Sieg in der Junioren-Wertung J-WRC ging an Thierry Neuville vor Hans Weijs und Kevin Abbring.

In der Fahrerwertung hat Loeb seinen Vorsprung durch seinen Sieg auf nun 51 Punkte ausgebaut (151 Zähler). Zweiter bleibt Citroën-Junior Ogier mit 100 Zählern. In der Markenwertung konnte Citroën Ford enteilen. Citroën hat 232 Punkte, Ford 185. In der WRC steht nun eine dreiwöchige Pause an. Als nächstes steht ein wahrer Klassiker auf dem Programm: Die Rallye Finnland vom 29. bis 31. Juli.

Fotoquelle: Citroen


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