Ob die bulgarischen Fans weiter die WRC erleben können, ist noch unklar

Rallye 2010

— 15.07.2010

WRC in Bulgarien ein einmaliges Gastspiel?

Sportlich begeisterte die WRC in Bulgarien, doch innerhalb von FIA und den Teams gibt es Zweifel, ob man dorthin noch einmal zurückkehren sollte: Zu weit ab vom Schuss

Für Georgi Yanakiev ist am vergangenen Donnerstag ein Traum wahr geworden, auf den er 15 Jahre lang hingearbeitet hat. Yanakiev ist der Präsident des Bulgarien Automobilverbandes und am Donnerstag erfüllte sich das, was immer sein Wunsch war: In Borovetz rollten die WRC-Autos über die Startrampe, die Rallyeweltmeisterschaft gab ihr Debüt in Bulgarien.

Einfach war es für Yanakiev und seine Mitarbeiter in Zeiten der globalen Wirtschaftskrise nicht, aus der 41. Auflage der Rallye Bulgarien einen WM-würdigen Lauf zu machen. "Bulgarien kann es sich nicht leisten, zu viel Geld für die Organisation von Sportveranstaltungen auszugeben", sagte er vor der Rallye gegenüber 'Reuters'.

Doch es gab viel Hilfe von den verschiedensten Unternehmen und so hegte Yakaniev die Hoffnung, dass sich Bulgarien mit dem Debüt für einen langfristigen Platz im WRC-Kalender empfehlen kann: "Wir sind natürlich realistisch und wissen, dass es nicht gerade eine der luxuriöstesten Rallyes wird. Aber wir wissen, dass sich die FIA unseres Potenzials bewusst ist."

Nun ist der erste WM-Lauf in Bulgarien Geschichte - und es ist nicht ausgeschlossen, dass Yanakievs Traum schon wieder ausgeträumt ist. Die Rallye konnte begeistern, aber es gibt innerhalb von FIA und den Teams Zweifel daran, ob man in Zukunft noch einmal nach Bulgarien kommen sollte. So wird Morrie Chandler von 'maxrally.com' zitiert: "Aus technischer Sicht ist sie nicht durchgefallen. Aber ich bin mir nicht sicher, ob wir aus Marketingsicht die Maßstäbe erfüllt haben."

Chandler bezieht dabei auch auf die Entscheidung der Veranstalter, die Rallye nicht in der bulgarischen Hauptstadt Sofia, sondern im 70 Kilometer entfernten Skiort Borovetz unterzubringen. Die Veranstalter verweisen jedoch darauf, dass sie von der Regierung die Anordung bekam, Sofia fern zu bleiben, da in der Hauptstadt ein Verkehrschaos befürchtet wurde.

"An den Prüfungen herrschte mit den vielen Zuschauern richtiges Rallyefeeling, aber in Borovetz wohnen einfach nicht so viele Leute. Ich habe mit den Veranstaltern darüber gesprochen, warum sie nicht nach Sofia gegangen sind, denn das war zu Beginn Gegenstand der Gespräche", so Chandler.

Der WRC-Kommissions-Präsident gesteht jedoch ein, dass es für die Veranstalter besonders schwierig ist, erstklassige Läufe auf die Beine zu stellen, wenn sie gar nicht wissen, ob sie in der WRC überhaupt eine Zukunft haben: "Das gilt für die meisten unserer Veranstaltungen. Es gibt in diesem Jahr Läufe, die nicht wissen, ob sie nächstes Jahr dabei sind. So sorgt man nicht unbedingt für Stabilität und für Organisatoren, die bereit sind, etwas zu investieren."

Zweifel gibt es auch bei den Teams. So gibt Citroën-Sportchef Oliver Quesnel zu bedenken, dass die Fahrer die Rallye zwar genossen haben, "aber ich bin mir nicht sicher, ob es für die Hersteller das richtige Land für eine Rallye ist, denn wir brauchen mehr Leute. Da es dem Rallyesport derzeit nicht gerade gut geht, sollten wir meiner Meinung nach in anderen Ländern fahren als hier. Ich denke nicht, dass es eine gute Idee wäre, hier noch einmal herzukommen."

Ins gleiche Horn stößt Ford-Teamchef Malcolm Wilson: "Was die Prüfungen angeht, gibt es keinerlei Anlass für Beschwerden. Aber es ist wirklich schwer für mich zu denken, dass dies der richtige Ort für einen Weltmeisterschaftslauf ist."

Fotoquelle: Red Bull/GEPA


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