Ford-Teamchef Malcolm Wilson stellt die Weichen für die Zukunft

Rallye 2010

— 19.08.2010

Wilson: "Hoffentlich können wir uns steigern"

François Duval soll Ford in Deutschland beim Kampf gegen Citroën unterstützen - Teamchef Malcolm Wilson nimmt Stellung zu der aktuellen Situation

Ford erlebte 2010 bisher eine durchwachsene Saison. Auf der einen Seite stehen die Siege von Mikko Hirvonen in Schweden und der Triumph von Jari-Matti Latvala in Finnland, auf der anderen sind die Chancen in der Weltmeisterschaft praktisch Null. Bei der einzigen Asphalt-Rallye in diesem Jahr in Bulgarien setzte es eine herbe Niederlage gegen Citroën. Für die Deutschland-Rallye hat Teamchef Malcom Wilson nun François Duval an Bord geholt. Die Erwartungen an den Asphalt-Spezialisten sind hoch.

"Ein Podestplatz wird schwierig. Citroën ist hier immer stark. Auch die Ford-Werksmannschaft ist schnell unterwegs", ist Duval vorsichtig. "Ich wäre mit einem Ergebnis in den Top-5 zufrieden. Ich starte die Sonderprüfungen am ersten Tag als Zehnter, was leider etwas weit hinten ist. Ich kann mich an die Vergangenheit erinnern, dass die Strecken immer sehr schmutzig sind. Das macht es nicht leichter."

Mit dem Gastauftritt will sich der Belgier für einen Stammplatz im kommenden Jahr empfehlen. "Es ist schwierig zu sagen. Zuerst einmal möchte ich hier auf der Strecke bleiben und ins Ziel kommen. Wenn mein Resultat hier nicht so schlecht ist, gibt es vielleicht die Chance, dass meine Sponsoren in Frankreich und Spanien weitermachen."

Im Gesamten steht Ford vor einer schwierigen Bewährungsprobe. "Unsere Leistung in Bulgarien war für das ganze Team enttäuschend", blickt Wilson zurück. "Wir haben aber zurückgeschlagen und in Finnland eine gute Performance gezeigt. Hoffentlich können wir uns hier weiter steigern." In Bulgarien hatte das Team bei der Reifenwahl komplett daneben gegriffen, ein Mitgrund für das schlechte Abschneiden.

"Wir haben unser System etwas verändert. Wir vertrauen auf die gleichen Leute, das gleiche System, aber wir haben die Probleme genau analysiert und hoffen, dass uns das in Zukunft nicht mehr passieren wird", erklärt Wilson. Im nächsten Jahr hat die FIA den Weg für mehrere Reifenhersteller geöffnet. Eine nicht ganz unumstrittene Entscheidung.

"Jeder weiß, dass der Einheitsreifen von Pirelli sehr gut funktioniert hat. Es hat für die Teams eine große Kostenersparnis gebracht. Hoffentlich können wir diesen Trend fortsetzen und Wege finden, um die Kosten zu reduzieren. Im September wird es eine Liste von interessierten Herstellern geben und wir werden dann entscheiden, mit wem wir zusammenarbeiten wollen."

2011 bricht ein neues Zeitalter in der WRC an, denn die aktuellen Boliden haben ausgedient. Ford wird auf den Fiesta S2000 setzen, der bereits im intensiven Testbetrieb steht und unter anderem die Rallye Monte Carlo gewonnen hat. "Die Entwicklung läuft sehr gut", bestätigt Wilson. "Es ist aber nicht einfach, denn wir arbeiten parallel am neuen und am alten Auto. Mit den Fortschritten sind wir aber zufrieden."

Dauerrivale Citroën hat Sébastien Ogier vor kurzem ins Werksteam befördert. Experten trauen dem jungen Franzosen eine sehr erfolgreiche Karriere zu. Zusammen mit Sébastien Loeb ist Citroën sehr stark aufgestellt. Wie sieht es bei Ford aus? "Wir suchen immer nach Wegen, um das Team zu verstärken. Wir überlegen uns immer noch einige Veränderungen, aber wir können noch keine Ankündigungen machen. Vielleicht gibt es Ende November Neuigkeiten."

Kann Ford in Deutschland die Citroën-Armada besiegen? "Niemand hat Loeb bisher schlagen können. Wir müssen auf das Podium klettern, aber wir müssen im Vergleich zu Loeb auch konkurrenzfähige Zeiten setzen."

Fotoquelle: xpb.cc

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