Sébastien Loeb und Daniel Sordo fahren den anderen bisher davon

Rallye 2010

— 20.08.2010

SS4-6: Moselland - "geloebtes" Land

Topfavorit Sébastien Loeb hat den ersten Tag der Rallye Deutschland für sich entschieden - Dani Sordo und Jari-Matti Latvala auf den Plätzen zwei und drei

Der erste Tag der Rallye Deutschland ist absolviert. Und der Topfavorit hat sich ganz vorn eingereiht: Sébastien Loeb, der die Rallye sieben Mal in Folge gewonnen hat, liegt auch bei der diesjährigen Auflage in Führung. Loeb holte in den heutigen sechs Moselprüfungen vier Mal die Bestzeit. Sein Citroën-Teamkollege Dani Sordo ist ihm aber noch auf den Fersen. Der Spanier konnte die sechste WP für sich entscheiden und ist mit einem Rückstand von 9,5 Sekunden Gesamtzweiter.

Das Citroën-Duo konnte der Konkurrenz bereits am heutigen ersten Tag ein bisschen enteilen. Ford-Pilot Jari-Matti Latvala ist "Best of the Rest", hat als Gesamtdritter aber schon über eine Minute Rückstand auf Loeb. Zudem gerät der Finne unter Druck von Citroën-Junior Sébastien Ogier, der als Vierter nur noch 6,2 Sekunden Rückstand auf Latvala hat. Mikko Hirvonen fiel im zweiten Ford Focus im Tagesverlauf von Platz drei auf Platz fünf zurück.

Loeb hatte heute lediglich in der zweiten Wertungsprüfung am Vormittag, "Grafschaft Veldenz", eine Schrecksekunde, als er eine Streckenbegrenzung rammte und dabei ein Rad beschädigte. "Wir wollten es nicht wechseln, weil uns das einen kompletten Satz gekostet hätte. Also haben wir es drauf gelassen und das war die richtige Entscheidung", sagt Loeb. Ansonsten hat er wie immer in Deutschland ein gutes Gefühl für sein Auto, der Tag hätte eigentlich nicht besser für ihn laufen können. Nach der Mittagspause ließ es der Franzose zunächst etwas ruhiger angehen, dann gab er wieder Vollgas und holte sich in WP5 nochmals eine Bestzeit. Zum Abschluss leistete sich Loeb allerdings noch einmal einen Ausrutscher.

Sein Teamkollege Sordo hat in Deutschland mit Diego Vallejo einen neuen Beifahrer an seiner Seite. Und das Duo hat sich bereits gut aufeinander eingespielt. "Es wird mit jeder Prüfung besser", berichtet Sordo. "Die erste Prüfung war noch etwas schwierig für uns, aber dann haben wir das Tempo erhöht. Ich bin wirklich zufrieden damit, wie es funktioniert." Bis zum Abend hatte sich das Duo so aufeinander eingespielt, dass es in der sechsten Wertungsprüfung zur Bestzeit reichte. "Erster WP-Sieg mit der neuen Crew. Ich bin nicht weit von Loeb weg - einfach toll", freut sich Sordo.

Ford-Pilot Pilot Latvala verlor in der ersten Wertungsprüfung des Nachmittags Zeit durch Bremsprobleme, konnte den dritten Platz aber noch behaupten. "Es läuft sehr gut, ich bin sehr zufrieden. Ich habe keine Fehler gemacht", sagt der Finnlandsieger. Ganz nach vorn schielt der junge Finne im Moment nicht: "Loeb ist zu schnell, ich konzentrier mich auf meine Leistung." Generell bezeichnet Latvala den Freitag als: "Ich freue mich über die Position, und morgen wird es ein extrem harter Tag werden."

Citroën-Junior Ogier verlor am Vormittag wegen eines Motorsproblems Zeit, startete am Nachmittag aber eine Aufholjagd. Der junge Franzose wählte für die zweite Schleife eine härtere Reifenmischung und war prompt um bis zu zehn Sekunden schneller als am Morgen. "Jetzt ist alles okay", sagt Ogier, der von Platz vier aus morgen die Podiumsplätze angreifen will.

Hirvonen will zulegen

Latvalas Teamkollege Hirvonen dagegen hadert wieder ein bisschen mit sich. Der Finne ist zufrieden mit seinem Auto und sieht Ford auf dem richtigen Weg. Aber seine eigene Leistung ist noch nicht ganz so, wie er sich das wünscht. Am Vormittag fand er noch nicht den richtigen Rhythmus und agierte manchmal zu vorsichtig. "Ich muss am Selbstvertrauen arbeiten", räumt der Finne ein. Alles in allem lautet seine Bilanz: "Kein schlechter Tag, aber wir müssen morgen schneller werden."

Stobart-Gaststarter Francois Duval hat vor der Rallye das Podium als Ziel genannt. Doch schon in der zweiten Prüfung versagt sein Frontantrieb und er musste sich nur mit Heckantrieb durch die restlichen 25 gezeiteten Kilometer bis zum Mittagsservice kämpfen. Am Nachmittag lief es für den Belgier dann zunächst perfekt, nur in der letzten Prüfung des Tages haderte er mit seinen Bremsen. Duval liegt nach dem ersten Tag auf Rang sechs, gefolgt von seinem Teamkollegen Matthew Wilson.

Kimi Räikönnen hatte vor allem am Vormittag mit den schwierigen Eigenheiten der Rallye Deutschland zu kämpfen, entwickelte aber am Nachmittag ein besseres Gefühl für sein Auto. "Heute Nachmittag lief es deutlich besser als heute Morgen", berichtet der Finne, der auf Gesamtrang acht übernachtet.

Der große Pechvogel des heutigen Tages ist Petter Solberg. Gleich in der ersten Prüfung am Morgen verlor er wegen eines Reifenschadens zweieinhalb Minuten. Für den Nachmittag kündigte er eine Aufholjagd an und holte in WP4 prompt eine Bestzeit. Doch seine Hoffnungen, doch noch weiter nach vorn zu kommen, erlitten in der letzten Prüfung des Tages erneut einen Rückschlag: "Ich zu weit innen gefahren, habe mir einen Reifenschaden eingehandelt und musste das Rad wechseln", berichtet er. Das kostete erneut Zeit und der norwegische Citroën-Privatier ist mit fast fünf Minuten Rückstand auf Spitzenreiter Loeb Neunter. US-Star Ken Block komplettiert die Top 10.

In der J-WRC schied Spitzenreiter Kevin Abbring gleich in der ersten Prüfung am Morgen nach einem Überschlag aus. Das ist für den Gesamtzweiten Aaron Burkart eigentlich der Matchball, um seinen Rückstand von sechs Punkten auf Abbring wettzumachen. Der 27-jährige deutsche Suzuki-Pilot hatte jedoch auch Pech und kam in derselben Prüfung von der Piste ab. Dadurch verlor er 15 Minuten. Doch Burkart konnte weiterfahren und liegt nach dem ersten Tag auf Rang drei der J-WRC.

Fotoquelle: Red Bull/GEPA

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