Sébastien Loeb zeigt bei der Deutschland-Rallye einmal mehr seine Klasse

Rallye 2010

— 21.08.2010

SS11-14: Loeb souverän, Solberg spektakulär

Weltmeister Sébastien Loeb kontrolliert die Deutschland-Rallye souverän von der Spitze aus während Petter Solberg eine spektakuläre Aufholjagd zeigte - Duval ausgeschieden

Auch der Nachmittag des zweiten Tages der Deutschland-Rallye stand ganz im Zeichen von Sébastien Loeb. Obwohl der Ausnahmekönner keine Bestzeit fuhr, baute er seinen Vorsprung aus. Die Citroën-Doppelführung machte Dani Sordo perfekt, der mit seinem neuen Beifahrer Diego Vallejo zwei Bestzeiten setzte. Den totalen Citroën Triumph komplettierte Sébastien Ogier als Dritter. Ford musste einen weiteren Rückschlag hinnehmen. Jari-Matti Latvala kämpft auf Rang vier, Teamkollege Mikko Hirvonen ist durch technischen Defekt zurückgefallen, François Duval mit Überschlag raus.

Die Bestzeit in Sonderprüfung elf setzte gleich Petter Solberg, der damit seine Aufholjagd vom Vormittag fortsetzte. Am ersten Tag hatte der Weltmeister von 2003 durch zwei Reifenschäden viel Zeit verloren. Auf der ersten Durchfahrt der Panzerplatte verbesserte sich Solberg um zwei Ränge, diesen Trend wollte er am Nachmittag auf den gleichen Strecken wiederholen.

Nach der Zieldurchfahrt von SS11 schien die Rallye bereits entschieden zu sein. Sordo hatte weitere drei Sekunden auf Loeb verloren und stellte nüchtern fest: "Wir müssen auf Platz zwei ins Ziel kommen. Es ist wichtig, dass unsere Autos bis zum Ende laufen." In den Sonderprüfungen zwölf und 13 stellte Sordo dann jedoch die Bestzeit auf. Trotzdem blieb der Rückstand auf Loeb vor der entscheidenden zweiten Panzerplattendurchfahrt bei 23 Sekunden konstant.

Ein Fahrer hatte vor den letzten 48 Kilometern bereits große Probleme: Hirvonen ist in Sonderprüfung 13 ohne Vortrieb ausgerollt. Ersten Berichten von der Strecke zu Folge handelte es sich um einen Getriebedefekt. Trotzdem konnte der Finne seinen angeschlagenen Ford noch ins Ziel retten. Den fünften Platz erbte Gaststarter Duval, der aber eine hohe Wassertemperatur und Druckverlust des Turboladers beklagte.

Somit mussten die Rallye-Asse nur noch ein weiteres Mal die berüchtigte Panzerplatte in Angriff nehmen. Loeb fuhr wieder eine schnelle Zeit und konsolidierte seine Führung. "Ich bin sehr sauber gefahren und habe keine Fehler gemacht. Ich hätte noch etwas schneller fahren können, denn ich habe meine Reifen geschont. Am Ende waren sie noch in einem guten Zustand. Die größte Schwierigkeit am letzten Tag besteht darin, dass wir auf der Straße bleiben müssen."

Sordo verlor weiter Zeit, sein Rückstand ist damit bereits auf 35,7 Sekunden angewachsen. "Es ist ganz gut gelaufen. Ich bin sehr vorsichtig mit den Reifen umgegangen. Leider konnte ich nicht mehr kontern." Den dritten Platz im Gesamtklassement verteidigte Ogier. Der junge Franzose war bis zur letzten Zwischenzeit sogar eine halbe Sekunde schneller als Loeb, doch dann unterlief ihm ein kleiner Fahrfehler.

"In einer schnellen Kurve bin ich etwas zu weit nach außen getragen worden und habe einen Pfosten gestreift. Aber es ist okay, denn schließlich bin ich ins Ziel gekommen", beschreibt Ogier den Zwischenfall. "Ich habe eine gute Zeit gesetzt und bin damit zufrieden." 2:07 Minuten fehlen auf den großen Loeb.

Der Kampf um den letzten Podestplatz ist aber noch nicht entschieden. Latvala hat nur 16,6 Sekunden Rückstand und ist die einzig verbliebene Ford-Hoffnung. "Ich bin mit meiner Fahrt recht zufrieden. Ich habe versucht, so sauber wie nur möglich zu fahren. Diesen Tipp habe ich von Sordo bekommen. Es ist ein interessantes Duell mit Ogier."

Auf Platz fünf hätte eigentlich François Duval über die Linie kommen sollen, doch von dem Ford fehlte jede Spur. Mathew Wilson, der schlussendlich den siebten Rang belegte, war das nachfolgende Auto. Der Brite berichtet: "Ungefähr sieben oder acht Kilometer vor dem Ziel liegt François Auto auf dem Dach. Er ist in einer Rechtskurve außen von der Strecke geflogen. Es scheint ihm aber gut zu gehen, denn er stand neben dem Auto und warnte mich mit Handzeichen vor der Gefahr."

Traumzeit von Solberg

Durch das Pech von Hirvonen und Duval erbte Solberg Rang fünf. Doch "Mr. Hollywood" profitierte nicht nur von dem Pech, sondern fuhr auch extrem stark. Auf der Panzerplatte war der Norweger um 8,5 Sekunden schneller als Weltmeister Loeb. "Das war eine gute Prüfung, es ist super gelaufen", freut sich Solberg. "Ich bin sehr gut gefahren. Davor hatten wir ein kleines Problem, das wir glücklicherweise beheben konnten. Wir haben noch einige Änderungen am Auto vorgenommen und es lief viel besser. Wo ist Duval geblieben? Alles kann passieren, es läuft viel besser als erwartet."

Eine starke Vorstellung zeigte ebenfalls Kimi Räikkönen. Der Finne fuhr solide sein Programm, kompensierte technische Probleme und beendete den zweiten Tag auf Rang sechs. "Etwa sechs Kilometer vor dem Ende habe ich ein Problem mit der Kupplung bekommen", lautet der knappe Kommentar des "Iceman".

Hinter Wilson ist Hirvonen auf den achten Rang der Gesamtwertung zurückgefallen. Der Finne schleppte seinen angeschlagenen Ford auch über die Panzerplatte ins Ziel. Rang neun belegte ein hoch erfreuter Ken Block: "Ich bin sehr glücklich, es ins Ziel geschafft zu haben. Bei der ersten Durchfahrt der Panzerplatte habe ich es noch vorsichtig angehen lassen. Beim zweiten Mal habe ich den Fans einige Drifteinlagen gezeigt. Ich hoffe es hat ihnen gefallen."

Der Österreicher Franz Wittmann hat die Mamutprüfungen gut überstanden und liegt vor dem finalen Tag auf Rang 18. Der deutsche Meister Hermann Gassner junior sah das Tagesziel als 24. Henning Solberg und seine österreichische Beifahrerin Ilka Minor beendeten die Prüfung Panzerplatte nicht.

Fotoquelle: Citroen

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