Weltmeister Sébastien Loeb ist in Deutschland weiterhin ungeschlagen

Rallye 2010

— 22.08.2010

SS15-19: Loeb feiert achten Sieg in Deutschland

Sébastien Loeb hat überlegen die Deutschland-Rallye vor zwei weiteren Citroën-Piloten gewonnen - Kimi Räikkönen starker Siebter

Die Deutschland-Rallye bleibt fest in der Hand von Sébastien Loeb. Der Weltmeister führte von der ersten Sonderprüfung an und ließ auch am letzten Tag nichts mehr anbrennen. Citroën-Teamkollege Dani Sordo zeigte als Zweiter mit seinem neuen Beifahrer sein Talent. Youngster Sébastien Ogier komplettierte den Dreifacherfolg des französischen Herstellers. Ford erlebte ein schwieriges Wochenende. Jari-Matti Latvala holte als Vierter Punkte.

Der letzte Tag ging über 85,69 Kilometer und endete mit einer Superspecial in Trier. Sonderprüfung 15 "Dhrontal" führte über 22,58 Kilometer. Für Ken Block war das Deutschland-Abenteuer bereits vor dem Start vorbei. Auf dem Weg zum Start war ein Keilriemen der Lichtmaschine gerissen. Petter Solberg markierte die Bestzeit uns setzte seine Aufholjagd vom Vortag fort. Auch Latvala startete seinen Angriff auf das Citroën-Trio und holte in den ersten Zwischenzeiten gleich 4,4 Sekunden auf.

Im Prüfungsziel hatte der Finne aber wieder alles verloren: Technische Probleme waren der Grund dafür: In Haarnadeln fiel die Drehzahl des Ford-Motors in den Keller. Aber auch Ogier hatte Schwierigkeiten, denn sein Aggregat drohte in den Haarnadeln abzusterben. Der Kampf um Platz sechs spitzte sich ebenfalls zu. Mathew Wilson nahm Kimi Räikkönen 25,8 Sekunden ab und überholte den ehemaligen Formel-1-Star in der Gesamtwertung.

Auf SS16 fuhr Loeb die schnellste Zeit, aber Solberg war nur um 0,2 Sekunden langsamer. Die übrigen Spitzenpiloten waren ebenfalls nur minimal dahinter, weshalb sich in der Gesamtwertung nichts änderte. Das Pech für Hirvonen ging aber weiter. Die Getriebeprobleme vom Vortag konnten nicht gelöst werden, denn der Ford blieb in einem Gang stecken. Der Zeitverlust betrug mehr als vier Minuten. Damit fiel Hirvonen aus den Punkterängen und muss seinen zweiten Nuller in Folge schreiben.

Auch auf der zweiten Durchfahrt von "Dhrontal" war Solberg der Schnellste, doch die übrigen Piloten lagen alle innerhalb von 2,2 Sekunden. Räikkönen absolvierte die Prüfung mit der sechstbesten Zeit und nahm Wilson eine Sekunde ab. Damit verkürzte der Finne seinen Rückstand auf 5,3 Sekunden. Loeb markierte auf SS18 die Bestzeit. Die Plätze waren alle bezogen. Wilson und Räikkönen fuhren praktisch eine identische Zeit, weshalb sich im Duell um Rang sechs nichts änderte.

Die letzte Prüfung war eine Superspecial im Herzen von Trier. Tausende Zuschauer säumten die 4,37 Kilometer lange Strecke und feierten die Rallye-Asse. Räikkönen markierte die erste Bestzeit in seiner Karriere, für Rang sechs langte es aber trotzdem nicht. Eine Schrecksekunde hatte Solberg: Sein Turbolader hatte den Dienst quittiert. Noch dazu war die Kupplung von der Prüfung davor beschädigt. An der Gesamtwertung änderte das aber nichts.

Loeb auf dem Weg zu Titel Nummer sieben

Damit feierte Loeb seinen achten Sieg bei der Deutschland-Rallye und den fünften Triumph in diesem Jahr. Von der ersten Sonderprüfung an lag der Ausnahmekönner an der Spitze. "Das war ein großartiges Wochenende für mich. Ich hatte keine Probleme", so der Franzose. "In der ersten Prüfung habe ich nach einem kleinen Fehler zwei Sekunden verloren, aber das ist nicht viel. Abgesehen davon ist es perfekt gelaufen."

Der zweite Platz ist für Sordo eine Genugtuung. Vor Finnland wurde der Spanier ins Junior-Team degradiert. Mit Diego Vallejo hat Sordo nun einen neuen Beifahrer. Gegen die eingespielten Konkurrenten ist diese Leistung hervorragend. "Ich bin sehr, sehr glücklich. Am ersten Tag war es noch sehr eng zwischen Sébastien und mir. Dann war er immer schneller, nicht viel, aber es hat für ihn gereicht."

"Mit Diego bin ich sehr zufrieden, es ist alles super gelaufen." Könnte die Deutschland-Rallye nach Loebs Rücktritt in Sordos Hände fallen? "So möchte ich nicht gewinnen. Ich möchte gewinnen, wenn Séb noch fährt", stellt Sordo klar. "Wenn ich ihn besiegen könnte, wäre es sehr schön. Wenn er nicht dabei wäre, wäre ein Triumph immer noch gut, aber nicht so toll."

Den Citroën-Dreifachsieg machte Ogier perfekt. Es war zugleich sein erstes Podium auf Asphalt. "Es war ein gutes Wochenende. Das Podium ist ein gutes Resultat für mich. Es ist auch toll, dass Kimi ins Ziel gekommen ist. Er hat sicher wieder viel Erfahrung gesammelt. Für mich und meine Position in der WM ist das Ergebnis perfekt." In der Weltmeisterschaft führt Loeb weiter komfortabel vor Ogier, der den Abstand zu Latvala wieder etwas vergrößert hat.

Der Finnland-Sieger musste sich in Deutschland mit Rang vier begnügen. "Ich hatte beim fahren wirklich ein gutes Gefühl. Noch nie habe ich mich auf Asphalt so wohl gefühlt. Gestern habe ich den Podestplatz verloren, aber Ogier war einfach etwas stärker. Im Gesamten bin ich zufrieden. In Zukunft muss ich mir nicht mehr so große Sorgen um die Asphalt-Rallyes machen."

Starkes Ergebnis für Räikkönen

Nach den Reifenschäden am ersten Tag zeigte Solberg eine starke Aufholjagd, die ihn schließlich auf Platz fünf brachte. "Die Rallye war sehr wichtig für uns nach den Problemen in Finnland und hier auf der ersten Etappe. Ich musste heute sehr vorsichtig fahren, denn es war unglaublich rutschig. Wir müssen an den Details arbeiten. Der Speed ist vorhanden, aber es ist nicht einfach."

Das spannendste Duell am letzten Tag wurde zwischen Wilson und Räikkönen um Platz sechs ausgetragen. Am Ende setzte sich der Brite durch. "Ich habe ständig die Zwischenzeiten im Auge gehabt und wir waren oft gleichauf", so Wilson. "Gestern hatten wir einige Probleme, es lief nicht gut. Heute war es aber wieder gut. Wir haben dass Auto seit Bulgarien nicht mehr getestet, weshalb es eine starke Leistung ist."

Obwohl sich Räikkönen dem Ford-Piloten geschlagen geben musste, ist Rang sechs bei der schwierigen Asphalt-Rallye ein starkes Resultat für den "Iceman". "Wir konnten gegen Matthew nichts ausrichten. Leider habe ich heute in der ersten Prüfung zu viele Fehler gemacht." Rang acht sicherte sich Khalid Al Quassimi (Ford), vor Mark van Eldik (Subaru Impreza) und Patrik Sandell (Skoda).

Der Österreicher Franz Wittmann belegte auf seinem Peugeot 207 S2000 den 17. Endrang. Erfolgreich verlief die Rallye auch für den deutschen Meister. Hermann Gassner junior steuerte seinen Mitsubishi Lancer Evo IX auf Platz 23 und war damit bester Lokalmatador. In der Produktionswagen-WM klassierte er sich auf Rang vier und holte damit seine ersten Punkte. Der Berliner Aaron Burkart (Suzuki Swift S1600) eroberte den zweiten Platz in der Junioren-WM und hat mit diesem starken Resultat bei seiner Heimrallye wieder die Führung in der Nachwuchsmeisterschaft übernommen.

Fotoquelle: xpb.cc

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