Pirelli wird sich in der kommenden Saison auf die Formel 1 konzentrieren

Rallye 2010

— 02.09.2010

WRC: Pirelli raus - Michelin kommt zurück

Alleinausrüster Pirelli hat sich nicht für die kommende Saison eingeschrieben und wird sich auf die Formel 1 konzentrieren - Michelin hat ein Gebot abgegeben

An der Reifenfront in der Rallye-WM gibt es seit einiger Zeit Aufruhr. Seit 2008 hat Pirelli den Zuschlag als alleiniger Ausrüster der WRC-Boliden. Dann bemühten sich die Italiener um die Formel 1 und waren damit erfolgreich. Ab 2011 feiert Pirelli das Comeback in der Königsklasse, gleichzeitig wurde verlautbart, dass man unter den gegenwärtigen Bedingungen in der WRC bleiben möchte. Die FIA hatte es sich aber anders überlegt und das Monopol aufgehoben. Michelin, beziehungsweise deren Tochterfirma BF Goodrich wurden mit einer Rückkehr in die WM in Verbindung gebracht.

Ende August ist die Bewerbungsfrist für die kommende Saison abgelaufen. Michelin hat ein Angebot abgegeben, Pirelli nicht. Damit werden sich die Italiener ausschließlich auf die Formel 1 konzentrieren. "Es fühlt sich an, als ob wir in dem Sport nicht mehr gewollt werden", wird Motorsport-Chef Paul Hembery von 'Autosport' zitiert. "Wir verlassen den Sport auf einem hohen Level. Wir haben die Serie durch die schwierigsten wirtschaftlichen Zeiten unterstützt."

"Man muss aber ganz klar sagen, dass sich das Reglement geändert hat. Es gab drei entscheidende Regeländerungen in den letzten neun Monaten. Und vielleicht kommen für 2012 noch weitere", streicht Hembery hervor. "Im Dezember boten wir einen neuen Dreijahresvertrag an, um die WRC weiter mit Reifen auszurüsten."

"Wir wollten ein weiteres Mal finanzielle Mittel für die FIA, den Promoter und das Pirelli Star-Fahrer-Programm zur Verfügung stellen. Das haben wir von Beginn an finanziert. Nun kommen die gegenwärtigen Regeln, die unserer Meinung nach nichts mehr mit dem Kontrollreifen zu tun hat", spricht Hembery das Aufheben des Monopols an, das zu einer Kostenexplosion führen könnte.

"Aufgrund der Erfahrungen aus dem GT-Sport, wo die Regeln den neuen in der WRC sehr ähnlich sind und flexibel sind, wenn ein Hersteller Probleme hat, haben wir die Belange der FIA vorgetragen. Wir haben aber keine aussagekräftigen Antworten erhalten. Diese Regeln lassen vieles offen und wir haben die Beschränkungen der FIA mitgeteilt."

"Wir waren immer im Rallye-Sport tätig und werden das auch weiter sein. Wir werden in nationalen Meisterschaften bleiben und werden unser Augenmerk auf die IRC richten. Dort gibt es eine vernünftige Konkurrenz", so Hembery. "Wir haben die Monte-Carlo-Rallye gewonnen und das mit einem Auto, das gegen einen Rivalen mit vielen Fahrzeugen angetreten ist. Wir wissen, dass wir konkurrenzfähig sein können."

Michelin will zurück auf die Weltbühne

Für Pirelli wird wahrscheinlich Michelin einspringen. Die Franzosen waren bis Ende 2005 in der Rallye-WM vertreten. Anschließend noch zwei Jahre mit der Marke BF Goodrich. Michelin hat ein Angebot für die kommende Saison abgegeben, die Entscheidung soll am 13. September fallen.

Peugeot Werkspilot Stéphane Sarrazin soll bereits mit einem Peugeot 307 erste Tests in Südfrankreich absolviert haben. Laut französischen Medienberichten soll Marcus Grönholm ebenfalls ins Testprogramm involviert werden. Gespräche mit den Herstellern Citroën, Ford und Prodrive, die mit dem MINI kommen werden, wurden bereits geführt.

"Wir haben mit ihnen gesprochen und sie haben verschiedene Bedenken geäußert", sagt Michelin-Direktor Nick Sharrock. "Eines davon dreht sich um die Behandlung der verschiedenen Teams. Wenn wir in der kommenden Saison mehr als einen Partner haben, dann werden sie absolut fair behandelt. Das ist bei Michelin immer so. Es ist absolut wichtig, dass wir das tun. Niemand wird bevorzugt."

Bereits die ersten Gerüchte über eine Michelin Rückkehr wurden mit Citroën in Verbindung gebracht. "Die Verbindung zwischen einem Reifenhersteller und der Rennabteilung und zwischen der Straßenabteilung ist heute mehr sozialer Natur. Die Zeiten sind vorbei, als man als Straßenausrüster auch gleich die Rennautos ausgestattet hat. Es geht um die Kompatibilität für beide Seiten."

Die Testfahrten von Sarrazin will Sharrock nicht bestätigen. "Wir testen Rallyereifen, aber nicht speziell für die WM. Wir haben zum Rallye-Sport insgesamt eine starke Verbindung. Wir sind in der IRC und in nationalen Meisterschaften vertreten. Wir entwickeln diese Produkte weiter."

Wenn mehrere Reifenhersteller in einer Kategorie tätig sind, stiegen die Kosten immer explosionsartig an. Wie sieht Michelin diese Problematik? "Wir wollen die Leute zu einem offenen Wettbewerb ermutigen. Durch die neuen Regeln und in welcher Form Entwicklung erlaubt sein wird, können wir die Kosten kontrollieren."

"Für Michelin ist es sehr wichtig, die technische Kompetenz zu demonstrieren", so Sharrock. "Die Reifenvielfalt ist ein starker Punkt in der IRC und wir haben dort keine Kostenexplosion gesehen. Die Autohersteller und wir möchten offene Konkurrenz im Rallye-Sport. Als Firma suchen wir immer einen Weg, um unsere Kompetenz im Wettbewerb zu entwickeln. Wir wollen unseren Partnern die besten Produkte zur Verfügung stellen."

Fotoquelle: xpb.cc

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