Sébastien Ogier sicherte sich in Japan seinen zweiten WRC-Sieg

Rallye 2010

— 12.09.2010

Japan: Solberg verpasst die Sensation - Ogier gewinnt

Sébastien Ogier feiert bei seinem Japan-Debüt den zweiten Sieg seiner WRC-Karriere - Defekter Dämpfer kostet Petter Solberg den Sieg

Petter Solberg fuhr bei der Rallye Japan seinem ersten Rallyesieg seit 2005 entgegen, doch ein defekter Dämpfer auf der 23. Sonderprüfung am Sonntagnachmittag machte alle Sieghoffnungen zunichte. Der Citroën-Privatier fiel zurück, Citroën-Werkspilot Sébastien Ogier übernahm die Führung und gewann nach einer weiteren Kurzprüfung sowie den zwei Show-Runden im Sapporo Dome die WRC-Rallye im Land der aufgehenden Sonne.

Für Ogier war es der zweite Sieg in der Rallye-Weltmeisterschaft - sein erster als Fahrer des offiziellen Citroën-Werksteams. "Es ist unglaublich, ich bin wirklich sehr, sehr glücklich", jubelte der Franzose, der in diesem Jahr zum ersten Mal in seiner Karriere in Japan startete. "Als ich ankam, sagte ich: 'Okay, das wird eine schwierige Rallye für mich. Ich mag die Art der Prüfungen nicht, sie sind sehr hart und es ist mein erstes Mal.'"

Doch Ogier hielt sich während des hart umkämpften Wochenendes stets in Schlagdistanz zur Spitze. "Wir fanden sofort ein gutes Gefühl und einen guten Rhythmus. Und jetzt haben wir sogar gewonnen - also ist es perfekt", sagte Ogier, der im Ziel schließlich 15,7 Sekunden Vorsprung vor Petter Solberg hatte.

Dessen Teilnahme an der Rallye war zunächst fraglich gewesen, denn der Norweger klagte nach der Ankunft in Japan über eine starke Erkältung. Doch beim Start der langen Schotterprüfungen am Freitag war Solberg voll da und führt seitdem die meiste Zeit der Rallye das Klassement an. Selbst eine Zeitstrafe wegen Frühstarts am Samstag warf den Weltmeister von 2003 nur kurzzeitig zurück.

Ogier und Solberg am Sonntagmorgen gleichauf

Während unter anderem Ogier am Samstagnachmittag das Tempo geschickt drosselte, um in der Zwischenwertung knapp hinter Solberg zu rutschen, blieb der Citroën-Privatfahrer auf dem Gas. Ihm war es egal, ob er am Sonntag als Erster auf die Piste würde gehen müssen und ob ihm daraus ein Nachteil entstehen könnte.

Tatsächlich hielt Solberg auch am Sonntag gut mit und fuhr jederzeit in Schlagdistanz zu Ogier, der auf der zweiten Prüfung des Tages die Führung übernommen hatte. Aber ein gebrochener Dämpfer auf der 23. Sonderprüfung, der letzten langen Prüfung der Rallye, raubte Solberg sämtliche Chancen auf den Sieg.

"Das Lenkrad hat etwa 30 Millimeter Spiel bevor ich nach links oder rechts fahren kann - so ist es sehr schwierig zu fahren", klagte Solberg kurz vor Ende der Rallye. "Ich kann froh sein, jetzt hier zu sein. Alles was ich nun tun kann, ist, meine Position zu halten." Gesagt, getan - Solberg rettete den zweiten Platz ins Ziel und verpasste somit den ersten Sieg eines Privatfahrers seit 16 Jahren.

"Nach der Grippe und dem Fieber hatte ich nie gedacht, dass es so gut laufen würde. Beim Start der Rallye fühlte ich mich schrecklich", sagte Solberg. "Aber das Auto funktionierte wirklich gut und ich hatte in jeglicher Hinsicht ein gutes Gefühl. Unglücklicherweise hatten wir dieses Problem mit dem Auto, aber ich bin wirklich zufrieden."

Ford mit technischen Problemen

Den dritten Platz auf dem Podium sicherte sich Jari-Matti Latvala. Der Ford-Fahrer kämpfte sich nach einem Schaden an der Antriebswelle, der ihn am Samstagnachmittag von Platz eins auf die fünfte Position zurückgeworfen hatte, wieder nach vorne. Vier Prüfungen vor dem Ziel holte er Dani Sordo, der bis dahin den dritten Rang innehatte, ein.

Der große Verlierer des dritten Tages der Rallye Japan war Latvalas Teamkollege Mikko Hirvonen. An Position zwei in den Finaltag gestartet, fiel der Ford-Pilot aufgrund eines Schadens am Differenzial weit zurück. Letztlich rettete er mit seinem Focus RS WRC als Sechster ins Ziel und schenkte dadurch Sébastien Loeb sogar noch den fünften Platz.

WM-Titel für Loeb nur noch Formsache

Der Weltmeister kam an keinem der drei Tage auf dem japanischen Schotter wirklich gut zurecht und erreicht das Ziel schließlich mit 53,3 Sekunden Rückstand auf seine Teamkollegen Ogier. Doch angesichts seines Punktevorsprungs von 43 Zählern auf Ogier, dürfte Loeb der siebte WM-Titel in Folge kaum mehr zu nehmen sein.

Kimi Räikkönen fiel bereits am Sonntagmorgen aus, als er nach einem Fahrfehler von der Straße abkam. Zwar blieb sein Citroën unbeschädigt, aber da an der Unfallstelle keine Zuschauer zugegen waren, konnte dem Finnen niemand aus dem Graben zurück auf die Straße helfen.

In der S2000-Klasse dominierte Jari Ketomaa von Anfang bis Ende der Rallye und kam auf dem neunten Gesamtrang, einen Platz vor Martin Prokop, ins Ziel. Bei den Production-Fahrzeugen hatte Patrick Flodin ein leichtes Spiel, nachdem Toshi Arai bereits am Freitag nach einem Unfall ausgeschieden war.

Fotoquelle: xpb.cc

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