Sébastien Loeb nimmt Sieg Nummer 60 und WM-Titel Nummer 7 fest ins Visier

Rallye 2010

— 25.09.2010

Loeb: "Es braucht mehr als Träume und Magie"

Citroën-Fahrer Sébastien Loeb über den möglichen Titelgewinn in seiner französischen Heimat, den neuen Asphalt-Event und die Chancen der Rivalen

Für Sébastien Loeb könnte sich in wenigen Tagen ein Kreis schließen, wo einst alles begonnen hat: Im französischen Hagenau ist der Rallye-Rekordchampion aufgewachsen und schickt sich nun an, just an dieser Stelle seinen 60. Sieg und seinen siebten WM-Titel einzufahren. Wie Loeb im Interview erläutert, fehlt ihm noch ein Rallyeerfolg zur erneuten Meisterschaft in der WRC - und gäbe es einen besseren Ort, als den Heimevent, um eben diesen umzusetzen? Der 36-Jährige gerät ins Schwärmen...

Frage: "Sébastien, sprechen wir zunächst einmal über den Japan-Event, bei dem du dein bislang schlechtestes Saisonergebnis erzielt hast. War das eine Enttäuschung für dich?"
Sébastien Loeb: "Ich gehe jede Rallye mit dem Ziel an, den Event zu gewinnen. Mit einem fünften Platz kann ich also auf keinen Fall zufrieden sein. Das beschäftigt mich aber nicht weiter, denn in Japan war ich noch nie wirklich konkurrenzfähig."

"In diesem Jahr war ich schneller als vor zwei Jahren, aber das Niveau der Meisterschaft ist nun höher als damals. Positiv zu vermerken ist, dass wir einige wichtige WM-Punkte abgreifen konnten. Diese versetzen uns jetzt in die Lage, unseres eigenen Glückes Schmied zu sein. Sollte es uns gelingen, eine der drei noch ausstehenden Rallyes zu gewinnen, so wären wir zum siebten Mal Rallye-Weltmeister."

Frage: "Eben dieser Titel ist nun in Reichweite. Wie fühlst du dich vor der Rallye Frankreich?"
Loeb: "Es lastet ein unheimlich großer Druck auf meinen Schultern. Aufgrund meiner Erfolgsbilanz auf diesem Belag erwartet jeder einen einfachen Heimsieg von mir. Diese Rallye wird aber nicht einfacher sein als jede andere. Eigentlich ist vielmehr das Gegenteil der Fall."

"Wir haben es mit einem komplett neuen Event zu tun, der aus schnellen Straßen besteht. Eingebaut sind die üblichen Schwierigkeiten, mit denen man es auf Asphalt eben zu tun bekommt. In dieser Saison gibt es sechs siegfähige Piloten, also ist das Gesamtniveau der Meisterschaft ungeheuer hoch. Auf keinen Fall sollte man annehmen, dass mir der Sieg in den Schoß fällt."

Frage: "Ein weiterer Rallyesieg in diesem Jahr würde dir den Titel bescheren, doch diesen Erfolg bei der Rallye Frankreich einzufahren, muss ziemlich verlockend klingen..."
Loeb: "Wenn man die Gesamtsituation betrachtet, wäre das natürlich ein Traum. Es wäre einfach magisch, in Hagenau meinen 60. Rallyesieg und zugleich meinen siebten Titel zu feiern. Um das zu bewerkstelligen braucht es aber mehr als nur Träume und Magie."

"Ich muss gegen meine Rivalen wieder einmal eine gute Geschwindigkeit an den Tag legen - und diese Burschen werden topmotiviert antreten. Die Zuschauer am Kurs werden hohe Erwartungen haben. Was für Citroën auf dem Spiel steht, ist ebenfalls sehr wichtig. Das erhöht den Druck noch einmal, doch damit muss ich umgehen. Ich muss gestehen: Ich freue mich unheimlich auf diese Rallye."

Frage: "Dieser Event ist neu im Kalender und du kennst diese Region sehr gut. Was hältst du von der Route?"
Loeb: "Zu Beginn meiner Karriere gegen Ende der 1990er-Jahre habe ich an einigen Events in dieser Region teilgenommen. Der Auftakt zur Firstplan-Prüfung entspricht zum Beispiel dem ersten Abschnitt der Florival-Rallye, die ich 1997 bestritten habe."

"Ich kann mich noch gut an die Passagen der Elsass-Vogesen-Rallye erinnern, vor allem bei Chätas. Insgesamt sind die Prüfungen ziemlich abwechslungsreich. Es gibt viele schnelle Stellen und in den Wäldern auch ein paar holprige Abschnitte. Andererseits kenne ich das Militärcamp von Bitche überhaupt nicht. Es wird aber nicht viel anders sein als die Baumholder-Passage in Deutschland."

Fotoquelle: xpb.cc

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