Yvan Muller gibt bei der Rallye Frankreich sein Debüt in der WRC

Rallye 2010

— 28.09.2010

Muller: "Man kann nicht alle in Grund und Boden fahren"

Yvan Muller gibt bei der Rallye Frankreich sein WRC-Debüt und geht mit realistischen Erwartungen zur Sache: "Habe es bestimmt nicht auf den Gesamtsieg abgesehen"

Yvan Muller betritt vom 30. September bis zum 3. Oktober Neuland: Dann wird der Tourenwagen-Weltmeister von 2008 bei der Rallye Frankreich sein Debüt in der WRC geben. Der Chevrolet-Pilot wird im Citroën Xsara WRC von Petter Solberg fahren. An Rallye-Erfahrung mangelt es dem Franzosen nicht, so hat er bereits an der Rallye Dakar teilgenommen und konnte schon mehrfach die Andros-Trophy gewinnen.

Doch ein Start bei der WRC ist etwas Neues für Muller. "Ich wollte schon seit geraumer Zeit einmal ein paar Erfahrungen auf WRC-Niveau machen. Als ich hörte, dass die Rallye Frankreich nicht weit von meinem Zuhause stattfinden würde, dachte ich mir: 'Dieser Event wird vor meiner Haustüre durchgeführt. Vielleicht ist es nun an der Zeit, diese Erfahrung zu machen.' So versuchte ich, bei verschiedenen Teams vorzusprechen und einen Deal auf die Beine zu stellen", berichtet Muller gegenüber 'Motorsport-Total.com'. "Das Team Automeca hat schließlich den Deal mit Solberg eingefädelt. Wir fanden auch das entsprechende Budget und schlussendlich steht fest: Ich werde an der Rallye Frankreich teilnehmen."

Auch wenn er auf verschiedensten Untergründen schon erfolgreich war, geht der Franzose mit realistischen Erwartungen in sein WRC-Debüt. "Bei der Rallye Frankreich haben wir es mit Asphalt zu tun. Das kann man nicht mit der Andros-Trophy, Tourenwagen-Sport oder der Rallye Dakar vergleichen, an der ich ebenfalls schon teilgenommen habe", weiß Muller und gibt zu bedenken: "Ich habe in meiner Karriere erst fünf Rallyes bestritten. Das ist nicht gerade sehr viel. Meine Voraussetzungen sind also alles andere als gut."

Muller sieht in seinem Frankreich-Start "ein Experiment" und betont: "Ich habe es sicherlich nicht auf den Gesamtsieg abgesehen - natürlich nicht. Ich habe zwar ein gutes Auto, aber eben nicht das beste Fahrzeug im Feld. Außerdem käme ich nicht auf das Niveau der Spitze, selbst wenn ich den besten Rallyewagen hätte. Mir geht es einzig und alleine darum, diese Erfahrung zu machen und etwas Spaß zu haben."

"Du kannst da nicht einfach so hinspazieren und alle in Grund und Boden fahren", weiß Muller, der in dem Gaststart eine einmalige Angelegenheit sieht. "Genau wie die WTCC, so ist auch die WRC eine Weltmeisterschaft. Ein Beispiel: Michael Schumacher war jahrelang der beste Fahrer der Formel 1. Er pausierte drei Jahre lang und kehrte jetzt zurück. Und was ist los bei ihm? Er hat zu kämpfen - in ein und derselben Rennklasse. Wenn man also von mir erwarten würde, dass ich in der WRC auf Anhieb auf dem Niveau der Topjungs mitfahren würde - in einer ganz anderen Rennkategorie -, dann muss ich einfach sagen: Das ist nicht möglich."

So ganz schließt Muller aber nicht aus, irgendwann vielleicht eine komplette Rallyesaison zu bestreiten. "Warum nicht? Im Augenblick mache ich mir diesbezüglich aber keine Gedanken", sagt er. "Mir geht es momentan ausschließlich um diese eine Rallye. Wenn es mir Spaß macht und das Ergebnis stimmt, dann könnte man sich durchaus überlegen, im kommenden Jahr an selber Stelle noch einmal einen Gaststart einzulegen. Dann müsste ich die Wertungsprüfungen zumindest nicht nochmals von Neuem lernen."

Mehr über Yvan Muller finden Sie in unserer Rubrik WTCC.

Fotoquelle: xpb.cc

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