Auch Sébastien Loeb muss mit den Tücken erst einmal zurechtkommen

Rallye 2010

— 29.09.2010

Frankreich: Holprige Rutschpartie in den Wäldern

Das Elsass aus Reifensicht: Ständige Belagwechsel, tückische Waldpisten, massive Temperaturschwankungen und die Qual der Wahl der richtigen Pneus

Die völlig neue Rallye Frankreich, die am kommenden Wochenende im Elsass stattfindet, wird eine Asphaltrallye wie keine andere werden. Die mehr als 60 Teilnehmer müssen nicht allein die Wettbewerber im Blick haben, sondern darüber hinaus mit einem ungleichmäßigen Straßenbelag, engen und weiten Abschnitten und unterschiedlichen Temperaturen fertig werden. Dabei wird die Mehrheit der Fahrer den PZero-Asphaltreifen von Pirelli nutzen.

Das Basislager wird in Straßburg aufgeschlagen, dicht an der deutschen Grenze. Der Großteil der 20 Prüfungen führt durch hügelige Wälder. Eine Ausnahme bildet der Sonntag: An dem Tag ist eine 24 Kilometer lange Strecke durch das militärische Übungslager von Bitche zu bewältigen. Darauf folgt der 4,1 Kilometer lange Abschnitt durch Hagenau, der Heimatstadt von Sébastien Loeb.

Die Fachleute gehen davon aus, dass Asphalt-Spezialist Loeb, der mit einem Sieg bei diesem Event seinen siebten Weltmeistertitel gewinnen kann, die Rallye Frankreich dominieren wird. Denn die letzte Niederlage bei einer Asphaltrallye erlitt Loeb im Oktober 2004 in Spanien, als er wegen mechanischer Probleme aufgab.

Pirelli wird PZero-Reifen mit harten und weichen Mischungen an die Teams mit Allrad-Autos liefern. Die harte Mischung wurde für heiße und trockene Fahrbedingungen entwickelt, während die weiche Mischung ihr Potenzial bei kälteren Temperaturen und feuchten Straßenbelägen voll entfaltet.

Pirelli-Ingenieur Matteo Braga geht davon aus, dass die Wahl des richtigen Reifens das Endergebnis beeinflussen wird: "Wir erwarten, dass Sébastien Loeb Weltmeister wird. Aber wir kennen die Unberechenbarkeit des Wetters. Wir wissen, dass der weiche PZero auch bei warmen und trockenen Bedingungen gut läuft. Aber in Frankreich kann es leichte Regenschauer geben. Daher werden wir dort wahrscheinlich mehr Reifen mit weicher Mischung im Einsatz sehen."

"Die Menge der einsetzbaren Reifen wurde mit Blick auf mögliche Schauer festgesetzt, so dass es zu keinen Lieferengpässen kommen wird", erklärt Braga weiter. "Unsere einzige Sorge ist, dass es in den Bergen heftig regnen könnte." Denn die FIA-Regeln für die Reifen erlauben keine speziellen Regenreifen oder künstliche Schnitte in das Profil, um mehr Grip zu erzeugen.

"Daher müssen die Fahrer mit einem Kompromiss leben, wenn es regnet und sie möglicherweise keine 100 Prozent geben können", erläutert Braga. Wie bei allen Rennen mit Berg-Etappen besteht ein permanentes Risiko wechselhafter Wetterbedingungen und örtlicher Niederschläge. Doch nach Ansicht von Ford-Reifentechniker George Black ist der Fahrbahnbelag der Prüfungen selbst dann rutschig, wenn es nicht regnet.

Black kennt die Wettkampfstrecke und erläutert die Probleme der Route: "Die Rallye führt hauptsächlich durch bewaldetes Gebiet. Dort fallen Piniennadeln und Blätter wie Schnee auf die Straße und verschmutzen sie stark. Das ist ein Problem, weil der Boden dadurch feucht wird. Zusammen mit den recht kalten Temperaturen am Morgen ist das eine ziemliche Herausforderung."

"Und abgesehen von der Etappe auf dem Bitche Militärgelände verfügt kein Abschnitt über einen gleichmäßigen Belag", weiß Black. "Stattdessen müssen die Fahrer rasche Wechsel von glatten, groben und holprigen Asphalt meistern, sogar Schotter gibt es an einigen Stellen. Es wird eine Herausforderung für das Setup des Autos und eine schwierige Rallye."

Black betont zudem die unterschiedlichen Breiten der Etappen, ein weiterer maßgeblicher Faktor des Events. Dabei hebt er die 24,5 Kilometer lange Etappe Grand Ballon am Freitag hervor, die bis in eine Höhe von 1.424 Metern hinaufführt. "Dort gibt es sehr schmale Passagen. Aber dann, wenn man das Ski-Gebiet erreicht, wird die Straße sehr weit, so dass viele Kurven gerade durchfahren werden können. Dann aber wird es durch die Bäume wieder eng und darüber hinaus höllisch holprig. Nicht zuletzt werden die Fahrer vom Start bis zum Ziel mit erheblichen Temperaturschwankungen
konfrontiert."

Die Piloten der Startfelder P1 und P2 können bei der Rallye Frankreich aus 24 harten und 22 weichen PZero-Reifen wählen. Allerdings dürfen sie nicht mehr als 36 Reifen für den gesamten Event nutzen. Den Teams mit Allrad-Wagen stehen 20 harte und 16 weiche Reifen zur Verfügung, wobei sie allerdings nur 25 Reifen einsetzen dürfen.

Fotoquelle: Red Bull/GEPA

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