Sébastien Loeb trennen noch knapp 60 Kilometer vom siebten Titelgewinn

Rallye 2010

— 02.10.2010

SS16: Loeb steuert unbeirrt auf Titelkurs

Sébastien Loeb trennen nur noch knapp 60 Kilometer vom Titelgewinn in seiner Heimatstadt - Dani Sordo und Petter Solberg auf den Plätzen

In Hagenau kann man sich allmählich auf die große Sause vorbereiten: Sébastien Loeb muss nur noch knapp 60 gezeitete Kilometer überstehen, um morgen am frühen Nachmittag in seiner Heimatstadt seinen siebten Weltmeistertitel in Folge feiern zu können. Nach dem zweiten Tag der Rallye Frankreich liegt der Citroën-Star fast uneinholbar in Führung. Sein Vorsprung auf seinen zweitplatzierten Teamkollegen Dani Sordo beträgt 42,8 Sekunden.

Die Crews haben einen schwierigen Samstag hinter sich: Regen und Schlamm sorgten auf den Straßen des Elsass erneut für extrem tückische Bedingungen. Teilweise konnten die Fahrer vor lauter Matsch auf ihren Windschutzscheiben nichts mehr erkennen. Dazu wechselten die Gripverhältnisse in jeder Kurve. Spitzenreiter Loeb hatte vor allem in der 15. und vorletzten Prüfung des Tages zu kämpfen: "Es war schrecklich. Wir mussten wesentlich langsamer fahren als am Morgen. Ich war richtig froh, als ich da ins Ziel gekommen bin. Da hätte man wirklich leicht einen Fehler machen können", berichtet der Franzose. Morgen will er sein Auto nur noch unbeschadet dem Ziel entgegentragen.

Für seinen künftigen Teamkollegen Sébastien Ogier kam in eben dieser 15. Wertungsprüfung das vorzeitige Aus. Der Citroën-Junior musste seinen C4 mit Aufhängungsschaden abstellen. Das kostete Ogier den dritten Platz, aufgrund der Strafminuten rutschte er zurück auf Rang sechs. Der junge Franzose wird morgen unter SupeRally-Bedingungen wieder an den Start gehen. Sein Teamkollege Kimi Räikkönen schied in dieser Prüfung nach einem Abflug ebenfalls aus. Der Finne hatte schon am Morgen 35 Minuten verloren, als er am Straßenrand im Schlamm steckengeblieben war.

Durch Ogiers Ausscheiden ist ein neuer Kampf um den dritten und letzten Podestplatz entbrannt. Die Hauptdarsteller: Citroën-Privatier Petter Solberg und Ford-Pilot Jari Matti Latvala. Allerdings hat Latvala durch einen Fehler in der 16. und letzten Prüfung des Tages an Boden verloren. Solberg ist nach zwei Bestzeiten in Folge Dritter, Latvala folgt mit 20 Sekunden Rückstand auf dem vierten Platz.

"Am Ende der zweiten Rechtskurve gab es Schotter. Das hatte ich auch im Aufschrieb notiert, aber ich bin ein bisschen nach außen gekommen, das Heck ist ausgebrochen und wir haben uns gedreht. Da haben wir die Zeit verloren", schildert Latvala. "Es wäre eine sehr, sehr gute Zeit geworden. Aber ich fighte wieder gegen Petter. Das wird durch den Fehler jetzt ein bisschen schwieriger, aber man muss es versuchen."

Doch Solberg geht optimistisch in den abschließenden Tag: "Wir haben herausgefunden, warum wir am Anfang im Matsch nicht so schnell waren. Das ist kein Problem mehr, jetzt wissen wir es!"

Solberg und Latvala werden den Kampf um den letzten Podiumsplatz morgen unter sich ausmachen. Denn Mikko Hirvonen hat als Fünfter im zweiten Werks-Ford schon zu viel Rückstand, um noch eingreifen zu können: 1:49.3 Minuten fehlen ihm auf Teamkollege Latvala. Ogier folgt fast acht Minuten dahinter auf dem sechsten Rang. Die Ford-Piloten Federico Villagra (Munchi's), Matthew Wilson (Stobart) und Henning Solberg (Fiesta S2000) folgen auf den Plätzen sieben bis neun.

Patrik Sandell (Skoda Fabia S2000) komplettiert die Top 10. Der Schwede hat in der letzten Prüfung die Führung in der S-WRC übernommen, nachdem Eyvind Brynildsen (ebenfalls Skoda) wegen eines Reifenschadens viel Zeit verloren hatte. Der Norweger ist nun mit 14 Sekunden Rückstand auf Sandell Elfter der Gesamtwertung und Zweiter der P-WRC. Er beklagte sich darüber, dass er am Start so lange warten musste, dass die Reifen wieder abkühlten. Die letzte Prüfung musste vor Brynildsen unterbrochen werden, weil betrunkene Zuschauer versucht hatten, auf die Strecke zu laufen. Die Polizei rückte an und brachte die Lage wieder unter Kontrolle.

Gaststarter Yvan Muller konnte nach seinem technischen Defekt gestern heute den ganzen Tag zu Ende fahren. Der Tourenwagen-Weltmeister von 2008 gibt im Citroën Xsara WRC von Petter Solberg sein WRC-Debüt. "Es war ein verrückter Tag! Ich glaube, ich habe mich für die falsche Rallye entschieden. Ich wollte eigentlich eine Asphaltrallye fahren, aber hier ist überall nur Matsch", sagt Muller lachend. "In den letzten beiden Prüfungen habe ich überhaupt nichts mehr riskiert. Aber ich lächle, weil ich den Tag beendet habe, das war das Wichtigste."

Am morgigen Sonntag stehen noch vier Wertungsprüfungen an, darunter zwei kurze Zuschauerprüfungen in Loebs Heimatstadt Hagenau.

Fotoquelle: www.xpb.cc

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