Sébastien Loeb hat es geschafft: Er ist zum siebten Mal in Folge Weltmeister

Rallye 2010

— 03.10.2010

Loeb: "Es ist einfach unglaublich"

Stimmen zur Rallye Frankreich: Sébastien Loeb ist überwältigt, Petter Solberg kündigt Spanien-Attacke an und Jari-Matti Latvala ärgert sich ein bisschen über sich selbst

Als Sébastien Loeb gegen 14 Uhr auf den letzten 4,5 Kilometern der Rallye Frankreich durch die Straßen seiner Heimatstadt Hagenau fuhr, wurde er begleitet von den Jubelstürmen zehntausender Fans. Und als er dann ins Ziel kam, kannte die Menge kein Halten mehr - er selbst aber auch nicht.

Loeb gewann die Rallye Frankreich in seiner Heimat Elsass. Aber es war nicht irgendein Sieg. Es war sein insgesamt 60. in der WRC und der Triumph, mit dem er vorzeitig seinen siebten Weltmeistertitel in Folge einfahren konnte. Loeb stellte seinen C4 vor der Rathaustreppe ab, tanzte mit Beifahrer Daniel Elena auf dem Dach des Autos und spritzte übermütig mit Champagner um sich. Die Fans sangen, feierten und schrien, und zur besonderen Feier des Tages wurde auch noch ein Feuerwerk gezündet. Da begannen selbst bei Loeb, die Freudentränen zu fließen.

"Es ist wirklich etwas ganz Besonderes. Es ist einfach unglaublich, diesen siebten Titel hier in Hagenau zu gewinnen", sagt er überwältigt. "Es ist einfach beeindruckend, ich hätte nie erwartet, dass so viele Leute kommen. Den Titel hier zu gewinnen, ist das Beste, was mir in dieser Saison passiert ist."

Sein Teamkollege Dani Sordo sorgte mit Platz zwei für einen Doppelsieg für das Citroën-Werksteam - und damit dafür, dass sich die Franzosen auch den Herstellertitel vorzeitig sicherten. "Ich bin wirklich happy, für Citroën und auch für Seb. Das hier ist seine Heimat, und es ist wirklich ein großer Tag für ihn. Aber es ist auch ein großer Tag für uns. Es sind so viele Leute hier, die Citroën anfeuern. Das ist toll für Citroën. Es ist schön, dass wir am Ende des Jahres diesen Erfolg feiern können", sagt der Spanier.

Privatier Petter Solberg sorgte für einen Dreifacherfolg von Citroën. Der Norweger gehörte zu den Ersten, die im Ziel zu Loeb stürmten und ihm gratulierten. Doch in drei Wochen peilt er selbst das oberste Treppchen an. Denn sein dritter Platz auf dem französischen Asphalt gibt Solbergs Selbstbewusstsein noch einmal einen Schub. "Es ist ein großartiges Gefühl. Am Anfang war es mit dem ganzen Matsch nicht einfach, weil ich nicht testen konnte. Aber es ist toll, Platz drei ist auch großartig für die Meisterschaft. Ich bin sehr zufrieden", jubelt Solberg.

Und mit Blick auf die Rallye Spanien kündigt der Norweger selbstsicher lachend an: "Da kann ich gefährlich werden! Denn ich habe ein gutes Setup, der erste Tag wird auf Schotter gefahren, und ich habe eine gute Startposition. Mein Ziel ist, diese Asphaltrallye zu gewinnen!"

Solberg musste um diesen dritten Platz kämpfen. Lange Zeit hatte er Ford-Pilot Jari-Matti Latvala im Nacken. Doch der Finne verlor gestern nach einem Fehler wertvolle Sekunden. Diese konnte er heute nicht mehr aufholen, zumal die 19. Wertungsprüfung wegen des zu großen Zuschauerandrangs abgesagt werden musste.

Latvala zieht etwas zwiespältig Bilanz: "Vor der Rallye habe ich gesagt, dass ich happy bin, wenn ich es in die Top 5 schaffe. Von daher muss ich eigentlich recht zufrieden sein. Aber ich bin etwas enttäuscht. Ich hatte einen tollen Fight mit Petter, aber der gestrige Fehler ärgert mich. Das hat zu viel Zeit gekostet. Auch wenn die Prüfung heute nicht abgesagt worden wäre, hätte ich Petter wohl nicht mehr eingeholt. Er ist einfach super gefahren." Sein Teamkollege Mikko Hirvonen wurde abgeschlagen Fünfter und spricht von einem "harten Wochenende, an dem ich aber viel gelernt habe."

Auch Citroën-Junior Sébastien Ogier sieht die positiven Aspekte dieser Rallye. Der künftige Werkspilot kämpfte mit um das Podium, bis ihn gestern Nachmittag ein Aufhängungsschaden zurückwarf. Er kam schließlich als Sechster ins Ziel. "Das sind für die WM natürlich auch noch gute Punkte", sagt der Tabellenzweite. "Paltz sechs ist etwas enttäuschend, aber wir können doch zufrieden sein. Ich konnte gute Zeiten fahren und habe gezeigt, dass ich es auch auf Asphalt kann. So müssen wir jetzt bei der Katalonien-Rallye weitermachen. Und ich hoffe, dass ich dann im nächsten Jahr auch auf Asphalt mit um Siege kämpfen kann."

Fotoquelle: Red Bull/GEPA

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