Jari-Matti Latvala entwickelt sich allmählich zum Asphalt-Spezialisten

Rallye 2010

— 03.10.2010

Ford: Latvala hatte seinen Spaß, Hirvonen nicht

Jari-Matti Latvala konnte in Frankreich seine Form auf Asphalt weiter steigern, Mikko Hirvonen konnte sich mit den tückischen Bedingungen weniger anfreunden

Jari-Matti Latvala und Beifahrer Mikka Anttila haben die Rallye Frankreich auf dem vierten Rang beendet. Die Ford-Werksfahrer konnten auf den zumeist nassen und besonders rutschigen Straßen des Elsass und der Vogesen ihre ansteigende Formkurve auf Asphalt weiter fortsetzen. Mikko Hirvonen und Jarmo Lehtinen im zweiten Ford Focus RS WRC erreichten das Ziel nach 19 Wertungsprüfungen auf Platz fünf.

Latvala konnte sich von Beginn an mit den glatten Streckenbedingungen anfreunden und sicherte sich gleich auf der ersten Etappe zwei WP-Bestzeiten, wodurch er erstmals auf Rang vier nach vorne rückte. Am Samstag musste er diese Position zunächst wieder an Petter Solberg abtreten, ließ aber noch vor der mittäglichen Servicepause mit einer weiteren Bestzeit aufhorchen. Ein Fehler von Sébastien Ogier beförderte den Finnen wieder auf den vierten Platz.

Für die Attacke auf Solberg und die dritte Podeststufe gingen Latvala am heutigen Sonntag dann trotz einer weiteren Bestzeit die Wertungsprüfungen aus, nachdem der zweite Durchgang über die 24 Kilometer lange WP "Bitche Camp" aufgrund von zu vielen Zuschauern entlang der Strecke aus Sicherheitsgründen abgesagt werden musste.

"Ich hatte mir ein Ergebnis unter den ersten Fünf zum Ziel gesetzt, jetzt bin fast enttäuscht darüber, nicht Dritter geworden zu sein", erklärte Latvala im Ziel. "Dies beweist, welche Fortschritte uns in diesem Jahr auf Asphalt gelungen sind. Ich bin heute zwar auf Nummer sicher gegangen, dennoch wollte ich nah genug an Petter Solberg dranbleiben, um profitieren zu können, falls er noch ein Problem bekommt. Die Bedingungen waren unglaublich schwierig, um so mehr freue ich mich über meine vier Wertungsprüfungs-Bestzeiten - wenn das so weitergeht, bin ich wohl bald ein Asphaltspezialist ..."

Hirvonen setzte ebenso wie sein junger Teamkollege für den gesamten Verlauf der Rallye auf die weichere Reifenmischung, räumte aber ein, dass es ihm auf den ersten beiden Etappen an Selbstvertrauen gefehlt hat. Erst am Samstagnachmittag entwickelte der 30-Jährige ein besseres Verständnis für das Fahrverhalten seines Ford Focus auf den matschigen Strecken und legte deutlich zu.

"Alles in allem ein zwar enttäuschendes Wochenende, doch dafür weiß ich jetzt, wo der Fehler lag", so Hirvonen. "Wir haben das Setup des Autos in zahlreichen Punkten leicht modifiziert, und je rutschiger es wurde, desto besser funktionierten sie. Ich habe herausgefunden, wie ich den Ford Focus unter diesen Bedingungen bewegen muss, um schnell zu sein. Das könnte mir für den nächsten WM-Lauf in Spanien helfen, wenn es dort auch nass und glatt sein sollte."

Khalid Al Qassimi und Michael Orr erreichten das Ziel im dritten Werks-Ford nach mehreren Drehern auf dem 13. Platz.

"Wir haben gar nicht damit gerechnet, bei dieser Rallye gegen die französischen Asphaltspezialisten Wertungsprüfungs-Bestzeiten herausfahren zu können", bekannte Teamchef Malcolm Wilson. "Dass Jari-Matti Latvala gleich vier WP für sich entschieden hat, beweist, wie sehr er sich auf diesem Untergrund in den vergangenen Monaten verbessert hat. Dies nehmen wir als positive Erkenntnis von diesem Wochenende mit. Mikko Hirvonen erwischte leider einen schlechten Start in diese Veranstaltung, aber auch er konnte sich steigern. Leider war sein Rückstand zu diesem Zeitpunkt bereits zu groß."

Gerard Quinn, Motorsportchef von Ford Europa: "Ich möchte Citroën, Sébastien Loeb und Daniel Elena zum Gewinn des Fahrer- und Herstellertitels gratulieren. Wir werden alles dransetzen, ihnen auch im kommenden Jahr mit dem von Grund auf neuen Fiesta RS WRC wieder einen harten Kampf zu liefern. Noch stehen zwei Saisonläufe aus, und unser Ziel ist es, die WM-Karriere des Ford Focus RS WRC mit Topergebnissen zu beschließen."

In der S2000-Kategorie gewannen die Ford Fiesta-Piloten Henning Solberg / Stéphane Prévot. Sie beendeten die Rallye Frankreich auf dem neunten Platz der Gesamtwertung.

Fotoquelle: Ford

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