Citroën-Junior Sébastien Ogier liegt nach Tag eins nur knapp hinter "Super Séb"

Rallye 2010

— 22.10.2010

SS4-6: Ogier setzt Loeb unter Druck

Citroën-Junior Sébastien Ogier holte sich am Nachmittag des ersten Tages in Spanien eine wichtige Bestzeit und liegt knapp hinter Spitzenreiter Sébastien Loeb

Am Vormittag der ersten Etappe der Spanien-Rallye hatte sich Sébastien Loeb zwei der drei Bestzeiten gesichert und ist als Führender in die Mittagspause gegangen. Die Spitze konnte der Weltmeister auch am Nachmittag mit der Bestzeit in der sechsten Sonderprüfung verteidigen, doch Citroën-Junior Sébastien Ogier hat bis auf 3,8 Sekunden aufgeschlossen. Platz drei konnte Ford-Pilot Jari-Matti Latvala ganz knapp vor Petter Solberg verteidigen.

Der Schlüssel für die frühe Führung von Loeb war gleich die erste, lange Prüfung über knapp 36 Kilometer am Morgen. Der Weltmeister musste als Erster auf die Piste gehen und spielte auf der Schotterprüfung den Straßenkehrer. Da es aber sehr neblig war und der Schotter damit nicht so lose ist, war das kein entscheidender Nachteil.

"Ich habe definitiv die Strecke etwas gesäubert, weshalb ich nicht erwartet habe, zu diesem Zeitpunkt in Führung zu liegen", so Loeb im Servicepark zu Mittag. "Es ändert sich aber nichts, ich fahre weiter mein normales Tempo und werde so am Nachmittag weitermachen. Ich fahre Vollgas, aber ohne dumme Risiken einzugehen."

Am Nachmittag wurden die gleichen Prüfungen noch einmal absolviert. Da am zweiten und dritten Tag in Spanien Asphaltpisten geplant sind, musste sich die versammelte Konkurrenz etwas einfallen lassen. Loeb ist auf Asphalt bekanntlich seit Jahren der beste Pilot. Deshalb schielten die Loeb-Gegner auf SS4, der langen Sonderprüfung. Am Nachmittag herrschte kein Nebel, weshalb Loebs Startposition ein größerer Nachteil war.

"Das ist wahrscheinlich die letzte Chance, ihn noch zu kriegen", so Latvala. Solberg fügt hinzu: "Wir konnten unter den Bedingungen am Morgen nicht testen. Das Auto war zu steif. Für das zweite Mal wissen wir, was uns erwarten wird. Wir werden voll angreifen."

Loeb schaffte auf der vierten Sonderprüfung nicht die Bestzeit. Diese sicherte sich Citroën-Junior Ogier. "Das Gefühl war viel besser und ich hatte mehr Grip", so der junge Franzose, der dem großen Meister in der Gesamtwertung auf 3,4 Sekunden nahe gekommen war. "Ich werde das Maximum geben, dann werden wir weitersehen."

Die zweitschnellste Zeit fuhr Latvala. Anschließend folgte Solberg, der um 0,3 Sekunden schneller war als Loeb. Das Citroën-Aushängeschild konnte sich zum Vormittag zwar um über eine halbe Minute steigern, aber das war auf dem Mix aus Schotter und Asphalt nicht genug. An der Reihenfolge in der Gesamtwertung änderte das nichts. Nur Ogier und Latvala konnten Loeb näher kommen.

Die Spannung stieg auf der fünften Sonderprüfung. Solberg war wie am Vormittag der Schnellste auf der 15 Kilometer langen Schotterstrecke. Youngster Ogier war aber nur um eine Zehntelsekunde langsamer und robbte sich in der Gesamtwertung bis auf 2,1 Sekunden an Loeb heran. Der 36-Jährige schaffte die drittbeste Zeit. Von da an bahnte sich ein Citroën-Duell um die Spitze an, denn Latvala kam hinter seinem Ford-Teamkollegen Mikko Hirvonen ins Ziel und verlor mit 12,4 Sekunden Rückstand den Anschluss zur Spitze.

Loeb kontert auf SS6

Abschließend wurden noch zwölf Kilometer auf der sechsten und letzten Sonderprüfung des Tages absolviert. Loeb stellte seine dritte Bestzeit des Tages auf und behauptete damit die Führung für den zweiten Tag. Markenkollege Ogier verlor 1,7 Sekunden und nimmt am Samstag die Verfolgung mit 3,8 Sekunden Rückstand auf.

"Ich glaube das war ein guter Tag. Ich bin nicht soweit von Seb entfernt, also ist es gut", meint der junge Franzose. Morgen muss ich versuchen ihm zu folgen. Ich weiß, dass es auf Asphalt sehr schwierig wird."

Hinter dem französischen-Duo bahnt sich ein Kampf um den letzten Podestplatz an. Latvala kam auf der sechsten Sonderprüfung wieder nur als Fünfter ins Ziel und hat den Kontakt nach vorne verloren. Dafür hat Solberg mit der zweitbesten Zeit hinter Loeb den Abstand drastisch reduziert. Der Norweger geht mit 2,5 Sekunden Rückstand auf das Podium in den zweiten Tag.

Zwei weitere Piloten liegen nach den ersten 125 Kilometern noch innerhalb einer Minute zu Loeb. Hirvonen fehlen auf Platz vier über 40 Sekunden zur Spitze und Lokalmatador Dani Sordo hat knapp 55 Sekunden Rückstand.

In der J-WRC hat sich zum Vormittag nichts an der Reihenfolge geändert. Yeray Lemes führt nach sechs Sonderprüfungen mit 44,9 Sekunden vor Hans Weijs. Der Deutsche Aaron Burkart, der die WM-Wertung anführt, liegt auf Platz drei, 34,5 Sekunden hinter seinem direkten Titelkonkurrenten.

Fotoquelle: Red Bull/GEPA

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