Sébastien Loeb ist in Spanien auf dem Weg zu seinem 61. WM-Sieg

Rallye 2010

— 23.10.2010

SS10-12: Loeb dominiert weiter, Sordo holt stark auf

Weltmeister Sébastien Loeb verwaltete am Nachmittag des zweiten Tages in Spanien seinen komfortablen Vorsprung - Spannender Dreikampf um das Podest

Nachdem Citroën-Junior Sébastien Ogier am Vormittag durch einen Fahrfehler keine Chance mehr auf einen Spitzenplatz hatte, ließ es Weltmeister Sébastien Loeb auf den drei Nachmittagsprüfungen ruhiger angehen. Mit einer Bestzeit verteidigte der Ausnahmekönner seine überlegene Führung in Spanien. Dahinter ging der enge Kampf um die Plätze weiter. Petter Solberg konnte mit einer starken Fahrt auf der letzten Prüfung Rang zwei vor Dani Sordo verteidigen.

Am Nachmittag setzte sich das fort, was sich schon am Vormittag angekündigt hatte: Sordo forcierte das Tempo auf den Asphaltstraßen und startete eine fulminante Aufholjagd. Bereits auf SS10 war der Spanier so gut unterwegs, dass er Solberg und Latvala gefährlich werden konnte. Nach zwölf der 27 Kilometer wurde die Aufholjagd behindert. Sordo lief auf Mikko Hirvonen auf, der mit Turboproblemen langsam unterwegs war.

Sordo klopfte einige Male am Heck des Ford an und kam schließlich vorbei. Trotzdem setzte der 27-Jährige die Bestzeit. Ohne Blockade wäre sein Vorsprung aber um einiges größer gewesen. Hirvonen entschuldigte sich später für die Behinderung. Sordo war damit bis auf 0,3 Sekunden an Jari-Matti Latvala herangekommen. Der Finne war mit seinem Ford glücklicher als am Vormittag, denn die Aufhängungen wurden in der Service-Zone weicher eingestellt. Die Dämpfer waren ebenfalls am Morgen nicht korrekt justiert.

An der Spitze kontrollierte Loeb mit der viertbesten Zeit in der Sonderprüfung sicher seinen Vorsprung. Solberg lag als Zweiter weiterhin zurück, da er in SS10 hinter Sordo keine entscheidende Zeit gutmachen konnte.


Stark fuhr Sébastien Ogier, nachdem sein C4 in der Mittagspause repariert werden konnte. Mit der drittschnellsten Zeit verbesserte sich der junge Franzose auf Gesamtrang 15 mit mehr als 17 Minuten Rückstand. "Ich fahre nur zum Training. Es ist schade, denn ich hatte mich am Vormittag sehr wohl gefühlt. Ich habe es so hart wie möglich probiert und bereue es nicht."

Sonderprüfung elf absolvierte Loeb als Schnellster. Nur noch ein Defekt oder ein Fahrfehler können den Weltmeister an seinem 61. WM-Sieg hindern. Dahinter spitzte sich der Dreikampf um die restlichen Positionen zu. Sordo war nur um eine Zehntelsekunde langsamer als der Meister und schob sich an Latvala vorbei auf Rang drei.

Das Pech von Hirvonen ging weiter. Mit seinen Motorenproblemen kam der Ford-Pilot zu spät zum Start. Dafür kassierte er eine 30-Sekunden-Strafe und war damit endgültig aus dem Rennen um das Podest. Mittendrin ist noch Solberg. Der Norweger verlor auf den 20,48 Kilometern 2,7 Sekunden und ging mit 13,9 Sekunden Vorsprung auf die letzte Prüfung des Tages.

Auf den finalen 16,32 Kilometern zeigte "Mr. Hollywood" seine Klasse und markierte die Bestzeit. Ohne Kampf wird sich Solberg nicht dem Citroën-Werksfahrer geschlagen geben. "Es ist sehr gut gelaufen, denn das Auto ist viel besser als am Vormittag. Ich garantiere, dass ich bereit für den Kampf mit Sordo bin."

Der Lokalmatador büßte drei Sekunden ein und hat nun vor dem letzten Tag 16,9 Sekunden Rückstand auf Platz zwei. "Wenn ich so weitermache, dann werde ich ihn nicht einholen. Jetzt bin ich zumindest eine gute Zeit gefahren, es ist also okay." Zahlreiche Fans feuerten Sordo bei seiner Aufholjagd an.

Das alles kümmerte Loeb nicht mehr, denn er übernachtet mit einem Vorsprung von 44,4 Sekunden. "Es war ein toller Tag für mich, denn ich habe eine komfortable Führung. Ich habe die Prüfungen genossen und einen guten Rhythmus gefunden. Ich gehe kein Risiko ein, aber attackiere trotzdem."

Derzeit kein Ford auf dem Podium

Mit diesem Zwischenergebnis nach zwei Tagen befindet sich kein Ford-Pilot auf dem Podium. Latvala fehlen zehn Sekunden für einen Platz unter den Top 3. "Bei den zweiten Durchfahrten ist es schon viel besser gelaufen. Mir ist aber ein Fehler passiert, denn da waren so viele Leute, dass ich etwas verwirrt war und meinen Einlenkpunkt verpasst habe. Abgesehen davon ist es gut gelaufen. Ich fühle mich jetzt viel wohler im Auto. Ich glaube ich bin um einiges schneller als in den vergangenen Jahren."

Neben Ogier war Hirvonen der große Pechvogel an Tag zwei. Trotz der Probleme konnte der Finne seinen angeschlagenen Ford noch auf Rang fünf ins Ziel schleppen. "In der ersten Prüfung hatten wir keine Power vom Turbo. Ich habe es dann auf dem Straßenabschnitt zur zweiten Prüfung reparieren können. Von da an ist es ganz okay gelaufen. Hoffentlich kann ich morgen wieder einen guten Rhythmus und Speed finden."

Bei den Junioren hat sich an der Spitze nichts geändert. Yeray Lemes führt weiterhin vor Hans Weijs jun. Wenn der Holländer auf Platz zwei ins Ziel kommt, dann ist er der neue J-WRC-Weltmeister. Der Deutsche Aaron Burkart ist bereits am Vormittag ausgefallen und kann nicht mehr aktiv in die Entscheidung eingreifen.

Am abschließenden Tag stehen noch vier Prüfungen auf dem Programm. Darunter die mit 42,04 Kilometern längste Strecke der Rallye.

Fotoquelle: Citroen

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