Es staubt in Spanien: 2011 sollen mehr Schotterkilometer zurückgelegt werden

Rallye 2010

— 28.10.2010

Spanien-Organisator: "Wir brauchten etwas Neues"

Die Rallye Spanien hat mit dem Belag-Mix für neue Spannung gesorgt - Der Organisator über die Hintergründe der neuen Herausforderung

Zum ersten Mal seit 1996 (Sanremo) wurde in der WRC eine Rallye auf unterschiedlichen Untergründen ausgetragen. In Spanien, wo sonst ausschließlich auf Asphalt gefahren wurde, fanden diesmal die Prüfungen am ersten Tag auf Schotter statt. Die restlichen beiden Etappen wurden auf dem gewohnten Asphalt absolviert. Möglich gemacht hat das FIA-Präsident Jean Todt, der selbst ein erfahrener Copilot war und sich in der Rallyeszene bestens auskennt. Der Franzose gab den Veranstaltern mehr Freiheiten, damit die einzelnen Rallyes einen eigenständigeren Charakter bekommen können.

Aman Barfull ist für die Spanien-Rallye verantwortlich und ist mit der Neuausrichtung zufrieden. "Es war nicht einfach. Natürlich ist Spanien eine Asphaltveranstaltung, aber es musste etwas Neues her. In all den Jahren waren die Prüfungen gleich. Für uns und für die WM ist das nicht gut. Wir brauchten etwas Neues. Todt wollte einige Veränderungen, damit die Organisatoren den Rallyes eine eigene Persönlichkeit geben können. Wir haben das gemacht", wird Barfull von 'Autosport' zitiert.

Die Wiederbelebung der "gemischten" Rallye

"Wir haben vor vielen Jahren bereits an gemischte Rallyes gedacht, aber wir haben es nur zweimal 1991 und 1992 gemacht. Das ist 20 Jahre her und wir wollten etwas kreieren, an das man sich erinnert." Es wurden aber keine Strecken von damals wiederbelebt. "Nein, die Rallye hat damals Schotter-Strecken in der Gegend von Lloret de Mar, wo die Basis war, benutzt."

"Ich glaube, 1993 war es nicht mehr erlaubt. Man musste zwischen Asphalt oder Schotter wählen. Da es in Lloret hauptsächlich Asphalt gibt, haben wir uns dafür entschieden und sind dabei geblieben", so Barfull. "Vor vier Jahren haben wir dann überlegt, ob wir wieder zu einem gemischten Untergrund zurückkehren könnten. Es war leider nicht möglich. In diesem Jahr, mit den neuen Regeln, konnten wir in diese Richtung gehen. Wir mussten das tun, die Rallye und die WM brauchte das - eine neue Geschichte."

Die Hersteller waren zu Beginn aber nicht begeistert, da sie die Autos auf die beiden unterschiedlichen Gegebenheiten einstellen mussten. "Ihnen hat die Idee nicht gefallen. Sie sind zu uns gekommen und haben gesagt, dass es zu teuer wäre. Aber wir konnten sie überzeugen."

"Wir haben sie gefragt, warum es teurer sein würde. Es werden gleich viele Reifen verwendet und man braucht nur einen Satz Radaufhängungen für Schotter. Dann äußerten sie Bedenken, dass sie die Einstellungen nicht umbauen könnten. Wir haben einfach die Servicezeit von 45 auf 75 Minuten an Tag eins verlängert."

Schließlich waren die Hersteller überzeugt. "Die Teams haben im April einen Ingenieur zu uns geschickt, der sich die Prüfungen angesehen hat. Sie fanden sie wunderbar. Nach dem Ingenieur kam Malcom Wilson zu mir und hat mir gratuliert, dass die Rallye nicht vorhersehbar sein würde."

350 Kilometer sind das Maximum für Spanien

Der Ford-Teamchef hatte Recht, denn mit dem Stand nach dem ersten Tag hatten im Vorfeld nur die wenigsten gerechnet. "Ich glaube, es war dann doch vorhersehbar", findet Barfull. "Normalerweise steht das Ergebnis bei einer Asphaltrallye am Ende von Tag eins fest. Wir dachten, dass Schotter den Unterschied ausmachen würde. Die beiden 42 Kilometer langen Prüfungen am Sonntag stellten sicher, dass das Finale ebenfalls offen bleibt."

Die Planungen für die kommende Saison werden demnächst beginnen. "Wir wissen es noch nicht genau, denn wir wollen jetzt einen Test durchführen, um zu sehen, wie die Fans über diese Rallye gedacht haben. Wir werden eine komplett neue Rallye machen. Es wird mehr Schotter geben. Vielleicht sogar die Hälfte der Rallye. Es hat nur eine Stunde und 15 Minuten gedauert, die Aufhängungen zu wechseln. Wir könnten das ja auch am Samstag machen?", wirft Barfull in den Raum.

"Der Schotter funktioniert in der ersten Hälfte der Rallye besser, weil da noch alle gegeneinander kämpfen. Wären wir zu Beginn auf Asphalt gefahren, dann wäre vielleicht schon alles entschieden gewesen, wenn wir auf Asphalt gekommen wären."

Eine der neuen Ideen von Todt sieht vor, die Rallyes zu verlängern. Bisher gab es ein Limit von 350 Kilometern. Todt denkt über eine Länge zwischen 450 und 850 Kilometer nach. "Wir werden bei 350 bleiben. Jeder Kilometer ist sehr teuer. Wir bräuchten für jeden Extrakilometer mehr Polizei und von allem einfach mehr."

Fotoquelle: xpb.cc

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