Malcolm Wilson ist stolz auf seinen gereiften Fahrer Jari-Matti Latvala

Rallye 2010

— 17.11.2010

Latvala: Von der Nummer zwei zum Titeljäger?

Bei Ford könnte sich die Hierarchie in der kommenden Saison ändern: Malcolm Wilson lobt Jari-Matti Latvalas Reife, Mikko Hirvonen hat einen neuen Ansporn

Jari-Matti Latvala bekam von seinem Ford-Team vor der Saison 2010 eine klare Ansage: Mikko Hirvonen ist unser Mann, der mit Sébastien Loeb um den Titel fighten soll, du bist die Nummer zwei. Der junge Finne konnte zwar immer schon mit seinem Speed überzeugen, oft genug landete er mit seinem Focus aber auch im Aus. Also musste er bei Ford die Nummer-zwei-Rolle übernehmen - auch, damit der Erfolgsdruck ein bisschen von ihm genommen wurde.

Nun ist die Saison vorbei, und aus der Nummer zwei 2010 ist sehr wahrscheinlich der Titeljäger 2011 geworden. Latvala holte in der abgelaufenen Saison zwei Siege - in Neuseeland und beim prestigeträchtigen Heimlauf in Finnland - sowie vier weitere Podiumsplätze. Damit wurde der 25-Jährige Vizeweltmeister hinter Sébastien Loeb, und kündigt selbstbewusst an: "Nächstes Jahr will ich um den Titel fahren."

Und sein Teamchef Malcolm Wilson traut ihm das nach dieser erfolgreichen Saison durchaus zu. Eines ist jedenfalls klar: Als klare Nummer zwei wird Latvala im nächsten Jahr wohl nicht mehr agieren müssen. "Dass Jari Zweiter in der Fahrerweltmeisterschaft wurde, ist für das Team und vor allem für ihn ein herausragendes Ergebnis", so Wilson gegenüber 'Autosport'. "Ja, es gab ein paar Enttäuschungen, aber in diesem Jahr ist er wirklich erwachsen geworden. Er ist mehr gereift, als wir erwartet hatten."

Der Sieg in Finnland sei "der Wendepunkt von Latvalas Karriere" gewesen, erklärt der Ford-Teamchef weiter: "So wie das in den vergangenen Jahren bei vielen Fahrern der Fall war. Er hat dort gewonnen, er hätte Japan gewinnen können, dann hat er in Frankreich vier Bestzeiten hingelegt und hätte in Wales gewinnen können. Das ist alles äußerst positiv. Jari hat gezeigt, dass er die Pace hat, um im nächsten Jahr an der Spitze mitzukämpfen. Und im nächsten Jahr wird es zweifellos einen sehr engen und interessanten Fight geben."

Latvalas neue Stärke stimmt Ford optimistisch für 2011. Denn nun hofft man, zwei Eisen im Feuer zu haben, die Siege holen können und sich dabei gegenseitig auch noch anspornen. Und auch Teamkollege Hirvonen, der eine schwierige Saison als Gesamtsechster beendete, sieht die neue "Konkurrenz" im Team positiv.

"Er war wirklich, wirklich gut", sagt Hirvonen bei 'wrc.com' über Latvala. "Er war immer schon schnell, und jetzt war er auch wirklich konstant. Von daher verdient er diesen Platz definitiv. Das macht mich für das nächste Jahr noch hungiger. Natürlich wird es schwieriger, weil es ein engerer Kampf mit Jari-Matti und allen anderen wird. Aber aus Teamsicht ist das sehr gut. Natürlich wollen wir nicht so enden, dass wir gegeneinander kämpfen. Aber jetzt sind wir zwei schnelle und konstante Fahrer und das kann für alle nur gut sein."

Dem pflichtet Latvala selbst zu: "Ich war der Schwachpunkt, weil es mir an Konstanz gefehlt hat. Vielleicht hatte ich den Speed, aber nicht die Konstanz. Jetzt passt es auch in diesem Bereich. Und ich denke, wird sind für einen großen Fight im nächsten Jahr gerüstet."

Fotoquelle: Ford

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