Vertrauen gefunden? Hirvonen zeigte in Wales einen Aufwärtstrend

Rallye 2010

— 24.11.2010

Latvala: "Hirvonen wird 2011 zurückschlagen"

Ford-Star Mikko Hirvonen ist die Enttäuschung der Saison - Warum Teamkollege Latvala und Teamchef Wilson 2011 wieder mit dem "alten" Hirvonen rechen

2009 bettelte Jari-Matti Latvala förmlich um den Verbleib im Team, nachdem er bei der Publikumsprüfung in Polen den zweiten Platz weggeschmissen hatte. Dass er im Jahr darauf seinen Teamkollegen Mikko Hirvonen klar in den Schatten stellen würde, hätte er wohl selbst nicht für möglich gehalten. Der Nummer-eins-Pilot errang 2010 nur einen Sieg und wurde WM-Sechster, 150 Punkte hinter Weltmeister Sébastien Loeb. Latvala krönte sich hingegen zum Vizeweltmeister.

"Das war ein hartes Jahr für Mikko", weiß auch Latvala - und erinnert sich gegenüber 'Autosport' an ähnlich harte Zeiten. "Ich weiß genau, wie er sich fühlt, ich habe das auch schon erlebt. Ich weiß aber auch, dass er zurückschlagen wird. Das war für Mikko ein frustrierendes Jahr, das ist besonders hart, nachdem er letzte Saison so einen knappen Kampf verloren hat."

Tatsächlich musste sich Hirvonen im Vorjahr nur um einen Punkt gegen Weltmeister Loeb geschlagen geben. Nach der Saison beschloss er, seinen Strategie zu ändern: Er wolle nun nicht mehr nur auf die Konstanz achten, sondern alles für den Sieg geben. Hat sich der Finne damit zu stark unter Druck gesetzt?

Latvala analysiert die Saison seines Teamkollegen: "Das Auto war für ihn dieses Jahr nicht immer perfekt und er hat einige Fehler gemacht: In Finnland hatte er einen schweren Unfall, doch er hat all das hinter sich gebracht." Den Beweis dafür lieferte Hirvonen laut Latvala beim Saisonfinale in Wales: "Schaut euch doch mal seine Zeiten in Wales am letzten Tag an. Das war eng, es war, als ob der alte Mikko wieder da wäre. Ich bin ganz sicher, dass er nächstes Jahr wieder voll da sein wird."

In die selbe Kerbe schlägt auch Ford-Teamchef Malcolm Wilson, der gegenüber 'Motorsport-Total.com' meint: "Was Mikko auszeichnet, ist seine enorme Nervenstärke." Dass er nun wieder zu alter Hochform auflaufen wird, hält der Brite für möglich. Er verweist ebenfalls auf Wales: "Er hatte am Samstag und am Sonntag gute Tage. Mikko wusste, was er zu tun hatte - das setzte er um. Ich bin zuversichtlich, dass er wieder zurückkommt."

Dennoch ist er laut Wilson noch nicht auf Augenhöhe mit den Besten: "Derzeit fordert er Loeb und Jari noch nicht heraus, doch er wird bald dort sein." Was ihm diese Zuversicht gibt? "Das Gute ist, dass er in der Winterpause viel im Auto sitzen wird. Außerdem beginnen wir die neue Saison in Schweden - eine Rallye, die uns sehr liegt."

Fotoquelle: Ford

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