Henning Solberg war schon an Weihnachten neidisch auf Bruder Petter

Rallye 2010

— 24.12.2010

Solberg-Brüder: Neid unterm Weihnachtsbaum

Henning Solberg erinnert sich an brüderlichen Neid am Heiligen Abend, während bei Matthew Wilsons Weihnachtsfesten eindeutig Vater Malcolm Wilson Regie führte

Die Christbaum-Kerzen brennen, die Kinderaugen leuchten - und unter dem Baum steht ein Rennauto. Welcher Motorsportfan kennt diese Situation nicht, auch wenn es sich in den meisten Fällen um Miniaturen der großen PS-Geschosse handelt. Dabei wäre gerade für Rallyefahrer die Weihnachtszeit ideal, um die verschneiten Straßen für herzhafte Drifts zu nützen, auch wenn man dadurch vielleicht den Weihnachtsfrieden stören würde.

Dennoch begann die Karriere auch für gestandene Rallye-Asse meist zu Weihnachten mit einem Modellauto. Und mit einer kleinen Portion Neid, weil Geschwister manchmal die Geschenke bekommen, die man selbst gerne hätte. Henning Solberg blickt in seine Kindheit zurück: "Ich erinnere mich nicht mehr, welches mein erstes Spielzeug war, das ich zu Weihnachten bekommen habe. Ich weiß aber noch genau, dass mein Bruder einmal ein ferngesteuertes Auto bekam - da war ich neidisch. Es war irgendein WM-Auto."

Doch die Zeiten ändern sich: Inzwischen beneidet wohl Petter Solberg seinen älteren Bruder, weil dieser 2011 weiterhin für Stobart fahren wird, während seine eigene Zukunft noch ungewiss ist. Zurück zu Henning: Obwohl der Ford-Pilot in den vergangenen Jahren in den Genuss des Focus WRC gekommen ist, ist sein Lieblings-Rallyeauto ein anderes. "Das ist ein Mitsubishi Evo 3", gibt der Norweger eine überraschende Antwort. "Es ist ein großartiges Auto und ich habe tolle Erinnerungen."

Unter dem Weihnachtsbaum stand allerdings nie ein Evo 3, sondern eher Accessoires für seine Fahrzeuge. "Mein erstes Autozubehör, das ich zu Weihnachten bekommen habe, war eine farbiger Sitzbezug", erinnert sich Solberg.

Wilson und die Autos seines Vaters

Da sah es bei seinem Stobart-Kollegen Matthew Wilson schon besser aus: "Es war zwar nicht für ein Auto, doch ich kann mich noch erinnern, dass ich einmal einen Anhänger für mein Quad bekommen habe."

Ähnlich wie Solberg, der aus einer Motorsportfamilie stammt, ist auch Wilson erblich vorbelastet. Sein Vater Malcolm Wilson ist selbst ehemaliger Rallyefahrer und leitet heute die englische Rallyeschmiede M-Sport, die für Ford das Engagement in der WM durchführt. Sein Sohn kann sich nicht mehr im Detail an sein erstes Spielzeugauto erinnern, das ihm der Weihnachtsmann gebracht hat, doch er weiß genau: "Es war mit Sicherheit ein Modell eines der Autos, mit denen mein Vater gefahren ist." Heute steuert er die echten Autos seines Vaters.

Zeitreise dank Weihnachtsmann?

Während Solberg den tödlich verunglückten Schotten Colin McRae als den Fahrer nennt, den er am meisten bewundert hat, bleibt Wilson auch in diesem Punkt in der Familie: "Natürlich habe ich meinen Vater als Fahrer bewundert, doch auch Ari Vatanen war für mich ein Held." Auch dieser gehörte beinahe zur Familie, wie er bestätigt: "Er hat mir das Autofahren beigebracht, als ich sieben war."

Und schon bald machte Wilson junior die malerische Landschaft von Cumbria in Nordengland mit seinem Lieblings-Rallyeauto unsicher: "Das war der Ford Escort Mk2. Der Sound war unglaublich und ich hatte eine Straßenversion, als ich acht Jahre alt war, um zuhause über die Felder zu fliegen."

Da bleibt abschließend nur noch die Frage, in welches Rallye-Zeitalter sich die beiden Ford-Piloten vom Weihnachtsmann schicken lassen würden, wenn sie einen Wunsch offen hätten. Wilson überlegt - ihm kommen Bilder der glorreichen, aber gefährlichen Gruppe-B-Zeit Anfang der 1980er-Jahre in den Sinn, als das Reglement noch weit offener war als heute. "Es wäre toll, in dieser Zeit gegen Leute wie Walther Röhrl und Ari Vatanen zu fahren", schwärmt der Brite.

Für Solberg ist die Entscheidung weit schwieriger - er würde die nähere Vergangenheit vorziehen: "Es gibt so viele tolle Fahrer, doch wenn ich mich entscheiden müsste, dann würde ich gegen Tommi Mäkinen fahren wollen.

Fotoquelle: xpb.cc

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