Prodrive-Chef David Richards will Citroen und Ford herausfordern

Rallye 2011

— 14.01.2011

Richards: "Der MINI ist sensationell"

Prodrive-Chef David Richard erklärt die andere Herangehensweise an den neuen MINI - Außerdem glaubt der Brite, dass die Rallye-WM auf dem aufsteigenden Ast ist

Prodrive ist zurück in der Rallye-WM. Nachdem Subaru Ende 2008 den Stecker gezogen hatte, suchte das britische Team neue Wege. Mit dem MINI ist man komplett anders an das Thema herangegangen und musste keine Kompromisse finden, denn die Ingenieure haben zuerst ein Auto entworfen, das die Möglichkeiten des Reglements voll ausschöpft. Erst dann ist man auf die Suche nach einem passenden Fahrzeug gegangen. Im Gegensatz dazu haben Ford und Citroen ein Basismodell in einen Rallye-Boliden umgewandelt.

Diese neue Herangehensweise soll den entscheidenden Vorteil bringen, wie Prodrive-Chef David Richards glaubt: "Wenn man Tourenwagenrennen oder Rallyes fährt, dann sieht man sich die Regeln an und adaptiert sein Auto. Man muss gezwungenermaßen Kompromisse eingehen, denn das Auto wird nicht überall perfekt sein."

"Ich habe gesagt, warum drehen wir das ganze nicht um und gehen anders an die Sache heran. Lasst uns ein Auto designen, das das Ultimative aus den Regeln herausholt. Wenn wir dann das Auto bauen, wissen wir genau, welche Kompromisse wir eingehen müssen und wie sie sich auswirken. Es hat sich gezeigt, dass es ein toller Weg ist, ein Auto zu produzieren. Das Auto, das Chassis, alles ist sensationell."

In den vergangenen Jahren ist das öffentliche Interesse an der Rallye-WM zurückgegangen. Citroen und Sebastien Loeb dominierten alles, während Ford versuchte dagegen zu halten. Mit MINI ist nun ein dritter Hersteller dabei. Es gibt ein neues Reglement und FIA-Präsident Jean Todt will den Rallyes in Zukunft wieder einen eigenständigeren Charakter verleihen.

Ist die Schwächeperiode vorbei? "Es ist noch zu früh, um das zu sagen, aber es ist definitiv Licht am Ende des Tunnels", glaubt Richards. "Es war eine harte Periode, so wie in anderen Sportarten auch." Außerdem ist der Brite zuversichtlich, dass Volkswagen nach dem dritten Dakar-Sieg in Folge in die Rallye-WM kommen wird.

"Es ist recht klar, dass Volkswagen den Einstieg in die WM verkünden wird, aber unter dem VW-Banner und nicht mit Skoda. Das wären dann vier Hersteller. Ich glaube, es wird schwierig, noch weitere anzulocken. Es gibt nicht genug Preise dafür." Außerdem sieht Richards in der Loeb-Dominanz auch einen Grund für das schwindende Interesse der Fans.

"Es ist ein bisschen wie in der Formel 1 als Michael Schumacher alles gewonnen hat. Wenn man zurückblickt, ist auch damals das Interesse zurückgegangen. Das passiert jetzt in der Rallye-WM. Einige Leute klopfen aber an die Tür und ich hoffe, unsere Fahrer werden auch dabei sein."

Die beiden Werks-MINI werden in der Debütsaison von Kris Meeke, dem IRC-Champion von 2009, und Dani Sordo pilotiert. Die Erfahrung des Spaniers soll das Team vorwärts bringen. "Er hat die Informationen und das Wissen, wie ein WM-Team funktioniert. Er ist eine starke Ergänzung für unser Team."

Meeke fuhr einige Jahre in der Juniorenweltmeisterschaft, fand jedoch nie einen Platz in einem der großen Werksteams an der Spitze. Über den Umweg der Intercontinental Rallye Challenge (IRC) erhielt der Brite nun einen Werksvertrag in der WM. "Er ist ein toller Fahrer", lobt sein Boss. "Er hatte nie die Möglichkeiten, die er verdient hat. Colin McRae war sein Mentor. Er hatte auch eine gute Beziehung zu Prodrive."

Wie erfolgreich der MINI auf der Strecke ist, bleibt abzuwarten. Kundenanfragen gibt es bereits einige. "Unsere Autos werden weltweit unterwegs sein. Wir hatten Anfragen aus Brasilien, Australien, dem Mittleren Osten und aus ganz Europa. Den MINI wird man bald überall fahren sehen. Es ist das erste Mal seit langem, dass Privatiers ein identisches Auto zu dem haben werden, das Dani und Kris steuern."

Fotoquelle: xpb.cc

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