Jean Todt sieht die WRC auf dem richtigen Weg aus der Krise

Rallye 2011

— 28.01.2011

Todt glaubt: WRC in zwei, drei Jahren besser aufgestellt

Präsident Jean Todt arbeitet mit der FIA an neuen Formaten für die WRC und rechnet damit, dass nach MINI noch zwei weitere Hersteller kommen

In der WRC bricht in dieser Saison eine neue Ära an. Mit dem geänderten Reglement kommen neue Autos in die Rallye-Weltmeisterschaft. Den Veranstaltern werden Schritt für Schritt mehr Freiheiten eingeräumt. Doch das kann nicht darüber hinweg täuschen, dass die Königsklasse des Rallyesports den Weg aus der Krise noch nicht geschafft hat.

Die Organisatoren der "Mutter aller Rallyes", der Rallye Monte Carlo, haben sich von der Weltmeisterschaft abgewandt und tragen ihren Lauf lieber im Rahmen der Intercontinental Rally Challenge (IRC) aus. So bildete kürzlich auch der 100. Geburtstag der "Monte" den Auftakt zur IRC, nicht zur WRC, fast komplett live im Fernsehen übertragen. Und so wird es wohl auch noch in nächster Zukunft bleiben, denn Veranstalter ACM beklagt sich, von der FIA bisher nicht mehr als Lippenbekenntnisse bekommen zu haben.

FIA-Präsident Jean Todt ist sich der Lage der WRC durchaus bewusst. Und er verspricht Besserung - doch die kann nicht über Nacht kommen. "Wir sind, wenn auch nicht sofort, sondern Schritt für Schritt dabei, uns aus einer historischen weltweiten Krise heraus zu bewegen", gibt Todt zu bedenken. "Wir können unter diesen Umständen nicht erwarten, dass Hersteller sehr viel Geld investieren."

"In den vergangen 20 Jahren hat sich der Rallyesport weiter entwickelt, was vielleicht notwendig war", erklärt er weiter. "Doch meiner Meinung können wir viel erreichen, indem wir das Format verändern. Wir könnten dadurch mehr Interesse wecken. Seit 15 Monaten werden große Anstrengungen unternommen, wir schenken der Sache viel Aufmerksamkeit, doch die Dinge sind sehr komplex. Man kann nicht erwarten, dass wir in so kurzer Zeit ein komplett neues Format auf die Beine stellen und alles ändern."

Doch er sei recht zufrieden, denn die Probleme der WRC werden angegangen. "Ich bin sicher, dass sich die Situation in den nächsten zwei, drei Jahren deutlich verbessern wird", so der FIA-Präsident.

Was die Rallye Monte Carlo angeht, hat Todt die Hoffnung nicht aufgegeben, den Klassiker eines Tages wieder in den WRC-Kalender aufnehmen zu können. "Die Organisatoren können frei entscheiden und in der Vergangenheit dürften sie mit der WM unzufrieden gewesen sein - sie haben sich bei dieser Rallye für eine andere Richtung entschieden", räumt er ein. "Ich habe mitverfolgt, dass sie dieses Jahr ihr 100-jähriges Jubiläum gefeiert haben. Ich bin nicht sicher, ob das der beste Weg war, das Jubiläum einer so berühmten Veranstaltung zu feiern, doch das ist meine persönliche Meinung."

Doch er schließt nicht aus, dass die WRC auch für die Veranstalter der Rallye Monte Carlo künftig wieder interessanter wird: "Dieses Jahr haben wir drei offizielle Teams in der WM: Citroen, Ford, MINI - also BMW. Hoffentlich werden in den kommenden zwei Jahren weitere folgen. Die Dinge bewegen sich langsam, aber sicher voran."

Kooperation mit IRC?

Zum Thema TV-Übertragungen sagt der FIA-Präsident: "Der Hauptsponsor der IRC ist Eurosport, der als einziger Sender überträgt. Das ist immer noch ein sehr gutes, sehr respektables, sehr professionelles Sportprogramm. Der Veranstalter der WM hat einige neue Verträge abgeschlossen, doch man muss mit dem Free-TV anfangen. Hoffentlich gelingt es uns, wenn wir eine bessere Show haben, wenn wir die Wirtschaftskrise überwunden haben, wenn alles zusammenpasst, die Situation in den kommenden zwei bis drei Jahren zu verbessern."

Gleichzeitig erteilt er einer Zusammenlegung von WRC und IRC erneut eine Absage. Es gibt nicht wenige Stimmen, die meinen, dass sich auf Dauer nur eine internationale Serie durchsetzen kann, und dass es am besten wäre, wenn beide Serien fusionieren. Eine Zusammenarbeit der beiden Meisterschaften hält Todt aber für denkbar.

"Man kann es nicht kombinieren. Sie haben zehn bis zwölf Rallyes und wir haben zwölf bis 13 Rallyes. In allen Topkategorien gibt es eine A- und eine B-Liga, eine erste, eine zweite Division", erklärt er. "Die Priorität der FIA liegt darin, für eine sehr starke Rallye-WM zu sorgen, die dann die erste Division wäre. Dennoch gibt es Gespräche mit dem kommerziellen Veranstalter der IRC und wir werden sehen, was dabei herauskommt."

Fotoquelle: xpb.cc

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