Mads Östberg scheint sich im Fiesta WRC und im Schnee richtig wohl zu fühlen

Rallye 2011

— 11.02.2011

SS2-4: Turbulenter Vormittag im Tiefschnee

Starke Schneefälle bereiten vor allem den ersten Startern in Schweden massive Probleme: Mads Östberg führt vor Mikko Hirvonen und Petter Solberg

Die Saison 2011 und die neue Ära in der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) haben mit einem turbulenten Vormittag in Schweden begonnen. Starke Schneefälle, tiefer Schnee auf den Pisten und das andere Fahrverhalten der neuen WRC-Boliden haben die meisten Fahrer vor große Probleme gestellt. Die Veranstalter haben zwar am Morgen noch Schneepflüge durch die Prüfungen geschickt, doch das hat aufgrund des anhalten Schneefalls nur bedingt geholfen.

Nur Stobart-Neuzugang Mads Östberg scheint sich im Ford Fiesta RS WRC und im weißen Element richtig wohl zu fühlen. Der Norweger führt nach vier Wertungsprüfungen mit 24,8 Sekunden Vorsprung auf Ford-Werkspilot Mikko Hirvonen und Citroen-Privatier Petter Solberg.

Vor allem jene Piloten, die als Erste auf die Piste müssen, haben als "Schneeräumer" massive Probleme. Besonders Weltmeister Sebastien Loeb hat zu kämpfen, er fährt dem Feld in seinem Citroen DS3 WRC voraus. "Es ist unfahrbar. Man hat keinerlei Grip. In dem tiefen Schnee haben wir kein Eis gefunden, dass uns Halt geben würde. Wir mussten immer wieder anhalten und haben enorm viel Zeit verloren", berichtet Loeb. Er liegt mit 1:46.7 Minuten Rückstand auf Östberg auf dem neunten Platz. Loeb hofft nun, dass sich die Bedingungen am Nachmittag bessern, doch der Wetterbericht sagt weitere Schneefälle voraus.

Eine weitere Herausforderung für die Piloten ist das andere Fahrverhalten ihrer neuen Autos. Die aktuellen WRC-Fahrzeuge haben einen kürzeren Radstand und sind kompakter. Das hat zur Folge, dass sie beim für Schweden typischen Anlehnen an die Schneewände schneller reagieren und die Gefahr von Drehern größer ist. Die Piloten müssen sich erst daran gewöhnen und ein Gefühl dafür entwickeln, wie sich die Schneewände in den Kurven nun am besten anfahren.

Der Einzige, der wirklich keinerlei Probleme zu haben scheint, ist Östberg. Der Stobart-Pilot hat in den drei Prüfungen am Vormittag, die auch kurz in sein Heimatland Norwegen geführt haben, zwei Mal die Bestzeit geholt - und das, ohne übertrieben Gas zu geben. "Ich fahre ein solides, komfortables Tempo und riskiere nichts. Ich fühle mich einfach nur sehr gut", sagt Östberg. "Ich habe vollstes Vertrauen in den Aufschrieb, in den Co-Piloten und in das fantastische Auto. Der Ford ist einfach klasse zu fahren!"

Vorjahressieger Hirvonen folgt auf dem zweiten Rang, hat aber schon zu kämpfen. "Ich habe glücklicherweise keine Fehler gemacht, aber es ist sehr, sehr schwierig. Ich war immer knapp davor, mich zu drehen. Es liegt so viel Schnee, da findet man einfach keine Linie", berichtet der finnische Ford-Werkspilot. Auch Petter Solberg, der Gesamtdritter ist, staunt: "Es ist einfach so viel Schnee...wow!"

Jari-Matti Latvala hat im zweiten Werks-Ford als Vierter schon 1:19.8 Minuten Rückstand auf Spitzenreiter Östberg. "Es ist unglaublich rutschig mit diesem vielen Schnee", schildert er das Problem, wenn die Spikereifen nicht auf kompaktes Eis treffen, in das sie greifen können. "Und das Auto reagiert so schnell auf die Schneebänke. Man muss sich immer erst neu orientieren, ob man überhaupt noch in die richtige Richtung fährt. Ich habe Glück, dass ich heil durchgekommen bin."

Auf dem fünften Gesamtrang befindet sich Lokalmatador Patrik Sandell, im Skoda Fabia S2000 bester Nicht-WRC-Pilot. Stobart-Pilot Henning Solberg folgt mit seinem Fiesta RS WRC auf dem sechsten Rang vor Eyvind Brynildsen, der ebenfalls in einem Skoda Fabia S2000 unterwegs ist. Citroen-Werkspilot Sebastien Ogier hat wie Loeb massive Probleme und ist nur Achter, 11,7 Sekunden vor Teamkollege Loeb. Martin Prokop komplettiert die Top 10.

Kimi Räikkönen liegt zur Mittagspause auf dem elften Platz. "Das war recht tückisch. Mit dem vielen Schnee ist es sehr, sehr schwierig. Ich muss eigentlich versuchen, den anderen einfach hinterherzufahren. Aber manchmal kann man sehr leicht von der Piste abkommen", sagt Räikkönen, der in dieser Saison im Citroen DS3 WRC mit seinem eigenen ICE1-Team an den Start geht.

Per-Gunnar Andersson ist der Pechvogel des Vormittags. Der Schwede, der dank einer einmaligen Spendenaktion seiner Fans an seiner Heimrallye teilnehmen kann, musste gleich zwei Rückschläge hinnehmen. Nach seiner Bestzeit in der gestrigen Zuschauerprüfung überschlug er sich heute Morgen mit seinem Ford Fiesta RS WRC. Danach arbeitete er sich mit einer Bestzeit wieder nach vorn. Doch in der vierten Wertungsprüfung verlor er durch einen Reifenschaden drei weitere Minuten. Andersson liegt aktuell mit 4:46.9 Minuten Rückstand auf dem 19. Platz.

Zwischenstand nach SS4 (Top 12):

01. Mads Östberg (Stobart) - 40:10.8 Minuten
02. Mikko Hirvonen (Ford) +24.8 Sekunden
03. Petter Solberg (PSWRT) +45.6
04. Jari-Matti Latvala (Ford) +1:19.8 Minuten
05. Patrik Sandell (Skoda Fabia S2000) +1:20.0
06. Henning Solberg (Stobart) +1:21.4
07. Eyvind Brynildsen (Skoda Fabia S2000) +1:27.1
08. Sebastien Ogier (Citroen) +1:35.0
09. Sebastien Loeb (Citroen) +1:46.7
10. Martin Prokop (Skoda Fabia S2000) +2:06.3
11. Kimi Räikkönen (ICE1) +2:08.8
12. Anders Gröndal (Subaru Impreza) +2:14.1

Fotoquelle: Stobart

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