Mads Östberg liegt nach dem ersten Tag der Rallye Schweden in Führung

Rallye 2011

— 11.02.2011

SS5-7: Östberg dominiert im Schnee

Mads Östberg fliegt weiter durch den schwedischen Schnee und führt vor Mikko Hirvonen - Skandinavier trumpfen wie erwartet auf, Ford gibt das Tempo vor

Der erste Tag der WRC-Saison 2011 ist Geschichte. Und es war ein Tag, an dem ein junger Norweger das Tempo vorgab. Stobart-Neuzugang Mads Östberg liegt nach den ersten sieben Wertungsprüfungen der Rallye Schweden, dem Saisonauftakt der Rallye-Weltmeisterschaft, in Führung. Der Norweger übernachtet mit einem Vorsprung von 14,8 Sekunden auf den Gesamtzweiten Mikko Hirvonen, Citroen-Privatier Petter Solberg ist Dritter. Östberg verlor Zeit, als sich sein Lichtmast aufstellte.

Östberg, der jahrelang mit einem privat eingesetzten Subaru Impreza WRC unterwegs war, nutzt die neuen Chancen, sie sich ihm bieten, bisher bestens. Zum ersten Mal fährt er mit konkurrenzfähigen Material in einem Semi-Werksteam, er kommt gut mit lockerem Schnee auf den Pisten zurecht und der Ford Fiesta RS WRC scheint in Schweden besser zu sein als der Citroen DS3 WRC. Außerdem hat Östberg in diesem Jahr schon in Norwegen zwei Rallyes in einem S2000-Fiesta bestritten, was für ihn ein optimales Training war.

Nach der gestrigen Zuschauerprüfung in Karlstadt standen heute sechs Wertungsprüfungen auf dem Programm, kurz führte die Route auch in Östbergs Heimat Norwegen. Der Stobart-Pilot hatte keinerlei Probleme mit dem tiefen Neuschnee, der die Pisten extrem rutschig machte und fuhr eine Bestzeit nach der anderen. In der vorletzten Prüfung ging er etwas vom Gas, da sein Vorsprung ohnehin schon groß war. Doch in der letzten Prüfung des Tages verlor er Zeit, als sein Lichtmast auf der Motorhaube verrutschte.

"Ich bin nach diesem ersten Tag sehr glücklich", sagt Östberg, der insgesamt.. Bestzeiten holte. "Aber in der letzten Prüfung war schon recht früh ein tiefes Loch in der Piste. Dort hat sich mein Lichtmast aufgestellt und ich musste so weiterfahren. Es war der pure Alptraum, ich hatte kein Licht und konnte nichts sehen. Es war absolut verrückt. Ich bin froh, dass ich es bis ins Ziel geschafft habe."

"Aber heute Morgen hätte ich nicht gedacht, dass ich in Führung gehen kann", fährt der Norweger fort. "Ich hätte den Tag aber gern mit etwas mehr Vorsprung beendet. Denn morgen muss ich als Erster auf die Piste. Das wird schwierig, denn dann muss ich den Schneeräumer spielen. Ich muss maximale Attacke fahren, etwas anderes bleibt mir nicht übrig."

Wie erwartet geben die Skandinavier das Tempo vor. So folgen auch hinter Östberg "Nordmänner". Ford-Pilot Hirvonen ist mit seinem zweiten Platz recht zufrieden. "Dieser erste Tag war recht gut", berichtet der Finne nach seinem ersten Wettbewerbstag im Ford Fiesta RS WRC. "Wir hatten allerdings auch eine gute Startposition. Morgen muss ich als Zweiter auf die Piste und den Schnee wegräumen. Aber ich werde alles versuchen, um die Jungs hinter mir zu halten."

Bester Citroen-Pilot ist mit Petter Solberg ein weiterer Skandinavier. Der Privatier hat 42,6 Sekunden Rückstand auf Hirvonen, verlor aber am Nachmittag auch viel Zeit. Zunächst kam er eine Minute zu spät aus dem Mittagsservice und kassierte zehn Strafsekunden. Danach musste er fast mit Nullsicht fahren. "Ab der Mitte der Wertungsprüfungen war meine Windschutzscheibe immer so beschlagen, dass ich nichts gesehen habe. Das hat mich viel Zeit gekostet. Aber das Auto ist sehr, sehr gut", berichtet Solberg.

Jari-Matti Latvala folgt im zweiten Werks-Ford auf dem vierten Platz. Sein Rückstand auf Solberg beträgt 12,6 Sekunden. Der junge Finne musste sich heute als Vizeweltmeister als Zweiter durch den Neuschnee kämpfen. "Wir hatten ein paar Schrecksekunden, vor allem am Vormittag. Wir können uns glücklich schätzen, dass wir überhaupt durchgekommen sind", sagt Latvala, der aber im Auto immer selbstsicherer wird. "Jetzt habe ich meinen Rhythmus gefunden, jetzt hat alles gepasst. Morgen will ich dann in der Ergebnisliste nach oben klettern."

Gesamtfünfter ist Henning Solberg im zweiten Stobart-Ford. Er hat wegen Frühstarts eine Zeitstrafe kassiert und hat nun 1:30.2 Minuten Rückstand auf seinen führenden Teamkollegen. Nur 1,3 Sekunden dahinter hat sich Citroen-Werksfahrer Sebastien Ogier als bester Nicht-Skandinavier auf Platz sechs eingereiht. Ogier hat in der sechsten Wertungsprüfung die erste Bestzeit für einen Citroen DS3 WRC geholt. "Es hätte besser laufen können, aber wir sind hier und die Rallye ist noch lang", sagt der Franzose. Dahinter folgen Patrik Sandell und Eyvind Brynildsen, jeweils in einem Skoda Fabia S2000.

Loeb hat es schwer

Weltmeister Sebastien Loeb hatte in Schweden einen richtig schwierigen Freitag. Am Vormittag verlor er auf jedem Kilometer Zeit, weil er als Erster in den pulvrigen und rutschigen Neuschnee musste. Bei anhaltenden Schneefällen war die Piste laut Loeb "unfahrbar mit null Grip". Am Nachmittag schneite es nicht mehr und die Bedingungen wurden besser.

Doch in der letzten Wertungsprüfung erlebte Loeb noch einen Rückschlag. "Am Nachmittag wurde es besser, aber jetzt hatte ich einen Reifenschaden", seufzt der Citroen-Star. Ich weiß nicht warum, ich habe nichts berührt. Jetzt musste ich 15 Kilometer so fahren, wodurch ich sehr viel Zeit verloren habe." Er fiel dadurch vom siebten auf den neunten Rang zurück und hat fast 2:50 Minuten Rückstand auf Spitzenreiter Östberg.

Das gleiche Schicksal ereilte auch Citroen-Privatier Kimi Räikkönen. Nach einem Dreher in der ersten Prüfung kam der Finne gut zurecht, bis er in der vorletzten Prüfung ebenfalls einen Plattfuß hatte. "Es lief gut, aber wir hatten in der vorletzten Prüfung den Reifenschaden, der viel Zeit gekostet hat", so Räikkönen. "Das Auto ist gut, natürlich haben wir noch nicht viel Erfahrung damit, aber es läuft gut." Er ist nun Elfter, nur 1,3 Sekunden hinter dem zehntplatzierten Ford-Pilot Khalid Al Qassimi.

Per-Gunnar Andersson, der die gestrige Zuschauerprüfung gewonnen hatte, begann den Tag mit einem Überschlag. Danach arbeitete er sich wieder nach vorn, verlor aber wegen eines Reifenschadens weitere drei Minuten. Der Schwede, der im Ford Fiesta RS WRC fährt, ließ sich aber nicht unterkriegen, holte heute zwei Bestzeiten und ist nun wieder Zwölfter hinter Räikkönen.

Morgen stehen neun Wertungsprüfungen auf dem Programm. Die Temperaturen sind auf knackig kalte minus 15 Grad Celsius gesunken, was für gute, eisige Pisten sorgen sollte. Aber es sind auch weitere Schneefälle angekündigt.

Fotoquelle: Stobart

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