Mikko Hirvonen ist mit knappem Vorsprung neuer Spitzenreiter in Schweden

Rallye 2011

— 12.02.2011

SS8-11: Hirvonen nun hauchdünn vorn

Mads Östberg kämpft sich tapfer durch den Schnee und hat die Führung nur knapp an Mikko Hirvonen verloren - Petter Solberg in Schlagdistanz

Der Kampf um den Sieg bei der Rallye Schweden bleibt spannend. Nach zehn gefahrenen Wertungsprüfungen gibt es einen neuen Führenden, doch es geht denkbar knapp zu. Ford-Werkspilot Mikko Hirvonen konnte sich in der zehnten Wertungsprüfung an die Spitze setzen, doch er hat nur einen Vorsprung von 0,3 Sekunden auf Stobart-Pilot Mads Östberg.

Der junge Norweger, der als Führender in den heutigen Samstag gegangen war, kämpfte sich in den vier Vormittagsprüfungen tapfer durch den Schnee. Östberg musste als Erster auf der Piste den Schneeräumer spielen. Sein Vorsprung von zunächst knapp 15 Sekunden schmolz von Prüfung zu Prüfung. Doch Östberg konnte den Zeitverlust in Grenzen halten.

"Es war ein guter Morgen, aber es war schwierig, weil so viel Neuschnee lag und ich die Straße frei fahren musste", berichtet der Stobart-Pilot. "Ich habe versucht, nicht allzu viel Zeit zu verlieren, bis zum Limit zu pushen und dabei keine Fehler zu machen. Aber ich bin immer noch in einer guten Position. Und es macht Spaß, mit den Big Boys zu fighten. Ich dachte eigentlich, dass ich mehr Zeit verliere, denn die Jungs hinter mir haben wesentlich bessere Startpositionen."

Auch Hirvonen hat festgestellt, dass Östberg ein harter Brocken ist. "Es ist schön, dass ich jetzt führe, aber Mads fährt wirklich sehr schnell", sagt der Ford-Werkspilot. Und Ford-Teamchef Malcolm Wilson lobte schon am Abend: "Mads hat einen fantastischen Job gemacht. Er hat den ganzen Tag über nicht einen Fehler gemacht, er war sehr, sehr gut und hat die Führung verdient. Ich freue mich auch für Mikko, der ebenfalls super gefahren ist. Ich bin rund herum zufrieden."

Doch beim Kampf um den Sieg kann auch Petter Solberg noch ein Wörtchen mitreden. Der Norweger ist der einzige Citroen-Pilot, der der Ford-Armada Paroli bieten kann. Momentan hat er 31 Sekunden Rückstand auf Spitzenreiter Hirvonen. Doch Solberg hat am Vormittag eine Zehn-Sekunden-Strafe kassiert, weil er am Start der zehnten Prüfung zu spät eingecheckt hat. Dagegen will Solberg Protest einlegen.

"Das ist eine Schweinerei. Alles war mit Bussen vollgeparkt, es war totales Chaos, ich wurde von zwei Schneemobilen aufgehalten, ich hatte gar keine Chance, pünktlich weiterzufahren. Ich akzeptiere das nicht und werde da mit der Rennleitung noch einmal darüber reden", kündigt er gegenüber 'WRC Radio' an. Der Sieg sei durchaus noch möglich für ihn, sagt Solberg, aber er betont: "Ich peile den Sieg eigentlich nicht an, sondern das Podium. Ich muss über den Zeitraum von 13 Rallyes denken, das ist das Wichtigste, wenn ich an die Weltmeisterschaft denke."

Weitere 13,3 Sekunden hinter Solberg ist Ford-Werkspilot Jari-Matti Latvala als Vierter ebenfalls noch in Reichweite. Der junge Finne ist mit seinem Ford Fiesta RS WRC äußerst zufrieden, ändern müsse sich nur am Fahrer etwas: "Ich bin einfach zu ungeduldig, es fällt mir schwer, ruhig zu bleiben. Deshalb komme ich auch meistens ohne Stoßstange ins Ziel, weil ich es zu aggressiv angehe." Latvalas Rückstand auf Teamkollege Hirvonen beträgt 44,3 Sekunden.

Hinter Latvala war Stobart-Pilot Henning Solberg als Fünfter in den Tag gestartet. Doch für den Norweger war der Samstag schon in der ersten Prüfung am Morgen beendet. Solberg überschlug sich mit seinem orangefarbenen Ford Fiesta RS WRC. Er und Co-Pilotin Ilka Minor können wohl morgen unter SupeRally-Bedinungen wieder an den Start gehen.

Damit konnten die beiden Citroen-Werkspiloten je einen Platz gut machen. Sebastien Ogier ist weiter bester Nicht-Skandinavier. Der 28-Jährige Franzose liegt nun auf Rang fünf, hat aber schon 1:10.0 Minuten Rückstand auf Hirvonen. Sein Teamkollege Sebastien Loeb konnte seine Startpositionen am Vormittag zunächst gut nutzen. Nachdem er einen schwierigen Freitag als Neunter beendet hatte, konnte sich der Weltmeister mit Topzeiten nach vorn arbeiten.

Loeb hatte sogar die Chance, einen Angriff auf die Podiumsplätze zu starten. Doch dann erlebte er einen weiteren Rückschlag. In der zehnten Wertungsprüfung hatte er einen weiteren Reifenschaden, seinen zweiten bei dieser Rallye - zwei kaputte Pneus in einer Rallye, das ist dem Superstar wohl noch nie passiert. "Ich weiß auch nicht, warum das passiert ist. Wir waren sogar noch vorsichtiger als gestern. Da hatten wir bei den Drücken schon etwas riskiert, aber heute nicht", berichtet Loeb etwas ratlos. Der Schaden hat ihn wieder viel Zeit gekostet, der Citroen-Star ist Sechster, hat aber 1:33.6 Minuten Rückstand auf Ogier und 2:43.6 Minuten Rückstand auf Hirvonen.

Ford-Privatier Per-Gunnar Andersson trumpft heute auch wieder groß auf. Nachdem er gestern durch einen Überschlag und einen Reifenschaden weit zurückgefallen war, fährt der schwedische Lokalmatador heute wieder Topzeiten. In der Ergebnisliste konnte er sich damit wieder bis auf den siebten Platz nach vorn verbessern. Doch sein Rückstand auf Loeb beträgt auch schon eineinhalb Minuten.

Sein Landsmann Patrik Sandell folgt im Skoda Fabia S2000 auf dem achten Rang, Kimi Räikkönen ist im Citroen DS3 WRC Neunter, Anders Gröndal (Subaru Impreza) komplettiert die Top 10.

Zwischenstand nach SS11 (Top 10)

01. Mikko Hirvonen (Ford) - 1:54:57.5 Minuten
02. Mads Östberg (Stobart) +0.3 Sekunden
03. Petter Solberg (PSWRT) +31.0
04. Jari-Matti Latvala (Ford) +44.3
05. Sebastien Ogier (Citroen) +1:10.0 Minuten
06. Sebastien Loeb (Citroen) +2:43.6
07. Per-Gunnar Andersson (Ford Fiesta RS WRC) +4:11.0
08. Patrik Sandell (Skoda Fabia S2000) +4:19.8
09. Kimi Räikkönen (ICE1) +5:22.4
10. Anders Gröndal (Subaru Impreza) +7:00.0

Fotoquelle: Ford

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