Sebastien Loeb trifft teamintern auf mehr Gegenwehr als in der Vergangenheit

Rallye 2011

— 07.03.2011

Loeb: "Wir sind nun zwei Leader im Team"

Sebastien Loeb hat in Mexiko am Ende doch gewonnen, aber festgestellt, dass seine Zeiten als klare Nummer eins bei Citroen vorbei sind

Am Ende gewann bei der Rallye Mexiko doch der große Favorit: Citroen-Star Sebastien Loeb holte sich seinen fünften Mexiko-Sieg in Folge. Doch für ihn war es alles andere als ein Spaziergang über die tückischen Schotterpisten.

"Wir hatten eine sehr schwierige Rallye. Ich hatte einen tollen Fight mit Sebastien Ogier, ein paar Kinderkrankheiten am Auto, und den Sieg hatte ich erst am Ende der Rallye sicher", bilanziert Loeb. "Was die Punkte angeht, ist es ein gutes Ergebnis. Wir sind nun Zweiter in der Fahrerwertung. Die Saison hat hier richtig begonnen."

Eines musste Loeb in Mexiko endgültig feststellen: Einer seinen größten Rivalen ist mit Sebastien Ogier sein eigener Teamkollege - und er selbst ist nicht mehr die klare Nummer eins bei Citroen. Ogier bot Loeb tapfer Gegenwehr, führte die Rallye sogar bis zum Sonntagmorgen fast ununterbrochen an.

Erst dann zeigte sich der Unterschied zwischen dem siebenmaligen Weltmeister und dem Neuzugang im Werksteam. Im engen Duell zeigte Ogier am Sonntagmorgen Nerven, riskierte zu viel und ramponierte sich bei einem Ausritt die Aufhängung seines DS3 WRC derart, dass die Rallye und damit die Siegträume für ihn beendet waren.

Als Loeb am havarierten Auto seines Teamkollegen vorbeikam, ging er gleich vom Gas. Denn er wusste, dass er nun mit rund eineinhalb Minuten Vorsprung auf Ford-Pilot Mikko Hirvonen in Führung lag und nur noch heil ins Ziel kommen musste. "Ich war natürlich sehr enttäuscht, als ich ihn so gesehen habe. Das hatte er nicht verdient", sagt Loeb. "Er ist vom Start weg eine starke Rallye gefahren. Wir haben es untereinander ausgetragen, und ich weiß, wie es ist, wenn man in einer solchen Situation ist. Das ist nicht einfach. Ich war nicht happy für das Team und mich. Wir hätten bis zum Ziel fighten können, und es ist schade, dass es so geendet hat."

Citroen hatte sich dagegen entschieden, die Piloten einzubremsen, um den sicheren Doppelsieg nach Hause zu fahren. Beide durften ihr Duell weiter austragen. Und Loeb griff an, hinter dem Teamkollegen zurückzustecken, kam für ihn nicht in Frage: "Was mich angeht, ist mein Job, zu kämpfen und zu gewinnen. Wir müssen pushen."

Wie sich das teaminterne Duell in der restlichen Saison entwickelt, sei derzeit schwer zu sagen, so Loeb. Aber: "Wir sind zwei starke Fahrer im Team. Davor war ich immer der Leader im Team, jetzt sind wir zwei Leader. So ist es. Bei uns herrschte am Anfang der Saison immer Gleichstellung. Aber normalerweise hatte ich einen Teamkollegen, den ich schlagen konnte, danach war die Situation klarer. Er ist sehr schnell und will gewinnen. Und ich will auch gewinnen."

Die starke Gegenwehr Ogiers war nicht Loebs einziges Problem. Vielleicht hätte er den Fight schon früher für sich entscheiden können, wenn er nicht am Samstagmittag durch sein Getriebeproblem zurückgeworfen worden wäre. Am Start in die 15. Wertungsprüfung bliebt sein DS3 WRC im dritten Gang hängen, weil ein Verbindungsstück zwischen Schaltknüppel und Getriebe fehlte. Loeb und Beifahrer Daniel Elena behalfen sich, indem sie ein Teil der hinteren Stoßstange einbauten. Damit starteten sie aber fünf Minuten zu spät in die Prüfung, kassierten 50 Strafsekunden und fielen wieder hinter Ogier zurück.

"In so einer Situation muss man schnell denken", sagt Beifahrer Elena über die schnelle Reparaturaktion am Samstag. "Seb hat das Problem schnell erkannt und ich habe schnell eine Lösung gefunden. Wir mussten Teile vom Motor ausbauen und er war sehr heiß. Es war nicht einfach. Es war fantastisch, dass wir nur fünf Minuten gebraucht haben."

Elena ist glücklich, dass es am Ende zum Sieg gereicht hat. "Die Saison hat gut angefangen, aber wir werden die Fortschritte erst in Portugal sehen, denn Mexiko und Schweden sind sehr spezielle Rallyes. In Portugal geht es richtig los." Dem schließt sich Loeb an: "Ford gewinnt jedes Jahr in Schweden, und Citroen gewinnt in Mexiko. In Portugal steht dann ein richtiger Kampf an, und wir haben andere Autos. Ich bin zuversichtlich, dass unser Auto dort gut ist. Wir werden sehen."

Citroen-Sportchef Olivier Quesnel teilt diese Zuversicht: "Das Auto ist sehr konkurrenzfähig und sehr schnell, auch wenn wir noch ein paar kleinere Probleme hatten. Schweden war unser schlechtestes Ergebnis. Wir wissen, dass wir auf Schotter gut aufgestellt sind. Und ich denke, dass wir in Portugal konkurrenzfähig sein werden. Ich bin zuversichtlich. Ich bin überzeugt, dass wir das beste Auto und die besten Crews haben. Wir müssen jetzt klug agieren und um beide Weltmeistertitel kämpfen."

Fotoquelle: xpb.cc

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