Citroen-Pilot Sebastien Ogier liegt nach drei Prüfungen in Jordanien in Front

Rallye 2011

— 15.04.2011

Jordanien: Citroen-Trio zum Auftakt voran

Nach der Hälfte des ersten Tages der Jordanien-Rallye führt Sebastien Ogier vor seinen Markenkollegen Petter Solberg und Sebastien Loeb

Nachdem die ursprünglich für Donnerstag angesetzte Auftaktetappe der Jordanien-Rallye aufgrund verspätet eingetroffenen Servicematerials ersatzlos gestrichen werden musste, konnten die WRC-Piloten am Freitag den vierten WM-Lauf des Jahres endlich unter die Räder nehmen. Die eigentlich als siebte Prüfung vorgesehene, 13,5 Kilometer lange Wertungsprüfung Suwayma bildete den Auftakt.

Weltmeister Sebastien Loeb gab zunächst die Pace vor, Teamkollege Sebastien Ogier blieb ihm allerdings dicht auf den Fersen. Am Ende von SS7 trennten die beiden Citroen-Werkspiloten gerade einmal 1,8 Sekunden. Auf Rang drei folgte mit Jari-Matti Latvala der erste Ford. Teamkollege und Tabellenführer Mikko Hirvonen beendete die erste Prüfung der Rallye mit 10,4 Sekunden Rückstand auf Loeb auf Platz fünf. Zwischen die beiden Fiesta RS WRC schob sich Citroen-Privatier Petter Solberg, der am Donnerstag den Shakedown für sich entscheiden konnte.

SS7: Loeb in Front, Ford-Piloten mit Anlaufschwierigkeiten

"Uns ist im Vergleich zu Mikko eine tolle Zeit gelungen", freute sich Loeb im Anschluss an SS7. "Wir müssen allerdings weiter hart attackieren, um nicht zu viel Zeit auf die anderen Fahrer zu verlieren", ahnte er bereits die drohende Gefahr aus dem eigenen Lager.

Ogier zeigte sich mit dem Start auf der schnellen Prüfung ebenfalls zufrieden: "Für uns lief es problemlos. Ich bin soweit zufrieden, muss aber noch etwas schneller werden." Latvala hingegen rätselte nach den ersten 13,5 Kilometern, wo er knapp sechs Sekunden auf den amtierenden Weltmeister Loeb verloren hat. "Ich verstehe es nicht. Ich dachte eigentlich, dass ich schnell unterwegs war. Sebastien muss an einigen Stellen sehr viel Risiko eingegangen sein."

Latvalas Teamkollege Hirvonen, der als erster auf die Strecke musste, haderte derweil mit der kurzfristigen Verlegung einiger Fangzäune zum Schutz der Zuschauer, die ihn sichtlich irritierten. "Ich war an einigen Stellen etwas verwirrt, da die Route anders aussah als ich sie in Erinnerung hatte", gab der Finne zu Protokoll. "Abgesehen davon lief es nicht allzu schlecht."

SS8: Ogier schließt zu Loeb auf

Auf der 17,2 Kilometer langen zweiten Prüfung des Tages (SS8) in Kafrain konnte sich Solberg-Pilot Petter Solberg schadlos halten. Der Norweger absolvierte die Prüfung 2,3 Sekunden schneller als Markenkollege Ogier. Latvala (3.; +2,7 Sekunden), Loeb (4.; +4,1) und Stobart-Pilot Mads Östberg (5.; +12,4) folgten auf den Plätzen.

Ogier, der hinter Hirvonen und Loeb als Dritter auf die Strecke ging, sprach im Anschluss von einer "unglaublich rutschigen Prüfung". Der lose Schotter machte den Piloten generell schwer zu schaffen. Weltmeister Loeb beklagte sich über nahezu keinen Grip. "Wir kamen ausgangs einiger Kurven beinahe zum Stillstand", so der Franzose.

Ford-Pilot Latvala hatte unterdessen eine ganz persönliche Schrecksekunde zu überstehen. "Ich erwischte eine der Kuppen nicht ganz mittig und, kam von der Straße ab und traf einen Felsen", ärgerte sich der Finne, der seine Fahrt allerdings fortsetzen konnte.

Henning Solberg aus dem Stobart-Team erwischte keine gute Prüfung. Der Norweger war nach dem Überfahren eines Steins eigener Aussage zufolge "sieben Kilometer mit einer gebrochenen Felge unterwegs". Dennoch konnte er den Zeitverlust mit 20 Sekunden in überschaubaren Grenzen halten.

SS9: Ogier und Solberg ziehen an Loeb vorbei

Auf SS9, der mit 41,45 Kilometern längsten Prüfung der gesamten Rallye deutete zunächst alles auf eine weitere Bestzeit von Petter Solberg hin. Im Verlauf der Prüfung kam der Citroen-Privatier allerdings kurzzeitig vom rechten Weg ab, weshalb ihm unter dem Strich 2,4 Sekunden auf Ogier fehlten.

Der Franzose übernahm mit seinem Sieg auf SS9 auch die alleinige Führung im Gesamtklassement vor Solberg (2.; +7,2 Sekunden) und Loeb (3.; +7,4), der die Prüfung hinter Latvala als Vierter beendete. Ogier lobte anschließend vor allem die neuen Michelin-Reifen. "Sie gehen auf dem steinigen Untergrund nicht so schnell kaputt."

Michelin hatte nach diversen Reifenschäden in Mexiko und Portugal einen neuen Reifen nach Jordanien mitgebracht, der auch im Ford-Lager positive Reaktionen hervorrief. Latvala, der im Vorfeld der Jordanien-Rallye über 500 Testkilometer mit den neuen Pneus in Spanien absolviert hat, äußerte sich wie folgt: "Michelin hat einen guten Job gemacht. Der Reifen ist nun wesentlich widerstandsfähiger, was zur Folge hat, dass wir deutlich länger damit fahren können. Das Gefühl ist allerdings genauso gut wie mit der Vorgängerversion."

Selbst nach einem Plattfuß sei es nun möglich, über eine längere Strecke fahren zu können. Die Ford-Truppe hatte im Rahmen der Testfahrten absichtlich Reifenschäden herbeigeführt, um dies zu testen. "Solange der Reifen auf der Felge bleibt, kann man damit auch ohne Luft noch einige Kilometer zurücklegen", so Latvala.

In Jordanien fiel der Finne nach der dritten Prüfung des Tages auf den vierten Gesamtrang hinter den drei Citroen DS3 WRC zurück. Der Finne führt mit 9,8 Sekunden Rückstand auf Ogier ein aus vier Fiesta RS WRC bestehendes Verfolgerfeld an. Hinter Latvala beträgt der Abstand auf die Spitze allerdings bereits rund eine Minute. Hirvonen (+51,5 Sekunden) ist Fünfter vor Östberg (6.; +55,1) und dessen Stobart-Teamkollegen Matthew Wilson (7., +1.26,2 Minuten).

Henning Solberg musste seinen Hoffnungen auf ein Top-Ergebnis nach einer Kollision mit einem Felsen und anschließendem Motorschaden auf SS9 unterdessen begraben. Kimi Räikkönen belegte mit seinem Citroen DS3 WRC des ICE1-Teams Platz sechs auf der Auftaktprüfung. Nach Platz acht sowohl auf SS8 wie auch auf SS9 liegt der Finne nach der Hälfte der ersten Etappe auch im Gesamtklassement auf dem achten Rang. Sein Rückstand auf den führenden Ogier beträgt eineinhalb Minuten.

Gesamtwertung nach 3 von 14 Prüfungen (Top 10):

01. Sebastien Ogier (Citroen) - 46.49,3 Minuten
02. Petter Solberg (Citroen) + 7,2 Sekunden
03. Sebastien Loeb (Citroen) + 7,4
04. Jari-Matti Latvala (Ford) + 9,8
05. Mikko Hirvonen (Ford) + 51,5
06. Mads Östberg (Ford) + 55,1
07. Matthew Wilson (Ford) + 1.26,2 Minuten
08. Kimi Räikkönen (Citroen) + 1.30,8
09. Nasser Al-Attiyah (Ford) + 2.07,9
10. Khalid Al Qassimi (Ford) + 2.19,8

Fotoquelle: GEPA/Red Bull

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