Weltmeister Sebastien Loeb hat seinen zweiten Saisonsieg geholt

Rallye 2011

— 08.05.2011

Sardinien: Loeb holt 64. WM-Sieg

Ford-Pilot Mikko Hirvonen musste sich auf Sardinien knapp Sebastien Loeb geschlagen geben - Der Weltmeister baut mit dem Sieg seine WM-Führung aus

Am letzten Tag der Sardinien-Rallye war Jari-Matti Latvala (Ford) mit mehreren Bestzeiten der schnellste Pilot. Durch seine Probleme am Beginn der Rallye spielte der Finne aber keine Rolle an der Spitze. Den Sieg machten sich Sebastien Loeb (Citroen), Mikko Hirvonen (Ford) und Petter Solberg (Citroen) untereinander aus. Loeb kontrollierte das Feld an der Spitze und hielt den anstürmenden Hirvonen knapp in Schach. Solberg durfte sich über seinen ersten Podestplatz der Saison freuen, nachdem sich Sebstien Ogier (Citroen) die Hinterradaufhängung beschädigt hatte. Die Extrapunkte für die Powerstage gingen an Hirvonen.

Am letzten Tag wurden noch drei Prüfungen gefahren, bevor abschließend die Powerstage auf dem Programm stand. An der Spitze musste Loeb seinen Vorsprung von 23,8 Sekunden verteidigen. Hinter dem Weltmeister kämpften Hirvonen, Ogier und Solberg um die letzten Podestplätze. Zu Beginn ging es über die 8.24 Kilometer lange Gallura Prüfung. Sie wurde geprägt durch enge Kurven und war langsam.

Die Bestzeit fuhr einmal mehr Latvala, der nach seinen Problemen am ersten Tag unter SupeRallye-Reglement unterwegs war und keine Rolle mehr in der Gesamtwertung spielte. Per-Gunnar Andersson (Ford) zeigte mit Platz zwei sein Talent auf. Im Kampf um das Podium machte es Hirvonen wieder spannend, denn der Ford-Pilot war um 3,6 Sekunden schneller als Loeb. Der Abstand von Ogier und Solberg blieb relativ konstant.

Nach dem kurzen Auftakt standen zwei lange Prüfungen an. Den Anfang machte die 24,5 Kilometer lange Strecke Monte Olia. Für Hirvonen lief es nicht optimal: "Ich habe eine Abzweigung nicht bekommen und vielleicht ein, zwei Sekunden verloren. Wenn nichts passiert, dann ist Sebastien zu weit vorne. Ich muss schauen, was hinter mir passiert." Sein Teamkollege Latvala fuhr erneut die Bestzeit.

Loeb wurde Zweiter und vergrößerte seinen Vorsprung auf 24,5 Sekunden. "Die Zwischenzeiten haben im Vergleich zu Mikko gut ausgesehen", berichtet der Franzose. "Zu Beginn haben wir zu hart attackiert und ein paar Schreckmomente erlebt. Manchmal ist das Heck zu sehr im Graben. Man weiß nie, ob dort ein Stein liegt. Wir haben uns dann entschieden, nicht zuviel Risiko einzugehen.

Unfall von Ogier

Der Kampf um Platz drei war ebenfalls noch nicht entschieden. Solberg fuhr voll auf Angriff und verkürzte den Rückstand auf Ogier auf 4,1 Sekunden. Das änderte sich auf der 17. Sonderprüfung, die über 24.6 Kilometer ging. An Ogiers Citroen brach die Hinterradaufhängung, nachdem der zweifache Saisonsieger einen Felsen getroffen hatte. Der Zeitverlust betrug eine Minute. Damit lag der 27-Jährige nur noch auf Platz vier.

"Ich habe einen großen Stein getroffen. Ich dachte, ich hätte einen Reifenschaden, aber die linke Hinterradaufhängung ist gebrochen", schildert Ogier sein Missgeschick. Die Prüfung entschied Solberg für sich und war damit auf dem Weg zu seinem ersten Podestplatz in dieser Saison. "Es war ein großer, großer Angriff", so der Norweger. "Es war eine gute Zeit, für die ich alles gegeben habe."

Hirvonen nahm Loeb zehn Sekunden ab und drückte den Rückstand auf 14 Sekunden. Solberg folgte nur weitere 5,8 Sekunden dahinter. Ford musste für diese Ausgangslage aber kämpfen. Das Team beanstandete die Zeit von der Prüfung Monte Lemo am Vortag. Hirvonen war 4,5 Sekunden schneller als die offizielle Zeitnahme ausgegeben hatte. Nach einer Untersuchung wurde der Fehler von der Rennleitung korrigiert.

Hirvonen gewinnt Powerstage

Am Ende stand noch die Powerstage auf dem Programm. Auf 8,24 Kilometern ging es um die zusätzlichen WM-Punkte. Die drei Zähler für die Bestzeit sicherte sich Hirvonen, der 1,4 Sekunden schneller als sein Teamkollege Latvala war. Loeb kam mit 2,8 Sekunden Rückstand als Dritter über die Linie und hatte somit seine 64. Rallye gewonnen. "Wir haben praktisch vom Start bis ins Ziel geführt. Das war ein guter Job", kommentiert der Weltmeister im Ziel. "Mikko hat hinter mir hart angegriffen, weshalb wir ständig große Risiken eingehen mussten."

"An manchen Passagen haben wir durch das Säubern der Straßen etwas Zeit verloren. Wir haben das an anderen Stellen aber wieder aufgeholt. Es war ein großer Kampf." Mit dem Sieg vergrößerte Loeb auch seinen Vorsprung in der Gesamtwertung auf sieben Punkte. Hirvonen musste sich nach 18 langen und harten Prüfungen um 11, 2 Sekunden geschlagen geben und verpasste nach Schweden seinen zweiten Saisonsieg.

Dafür jubelte Solberg über sein erstes Podium in dieser Saison. Ogier brachte seinen Citroen sicher auf Platz vier ins Ziel. Die Siegesserie des 27-Jährigen war aber gerissen. Mads Östberg kam als Fünfter ins Ziel und sammelte weitere WM-Zähler für seine Stobart-Mannschaft. MINI konnte beim Debüt nicht um die vorderen Platzierungen mitkämpfen. Dani Sordo verlor 3:27 Minuten und klassierte sich auf Rang sechs. "Ich bin sehr zufrieden wie diese Rallye gelaufen ist."

"Es gab keine großen Probleme, sondern nur Kleinigkeiten", sagt der Spanier. "Das Auto hat viel Potenzial. Wir werden um Siege kämpfen." Teamkollege Kris Meeke nahm am dritten Tag nicht mehr teil. Die Probleme mit dem Gaszug konnten nicht gelöst werden. Ott Tanak (Ford) belegte den siebten Rang im Gesamtklassement und feierte den Sieg in der S-WRC. Juho Hänninen (Skoda) wurde knapp geschlagen. Matthew Wilson (Ford) hatte an allen Tagen mit vielen Problemen zu kämpfen und landete schließlich auf Platz neun. Dakar-Sieger Nasser Al-Attiyah (Ford) rundete die Top 10 ab. Der Deutsche Hermann Gassner jun. (Skoda) kam als 16. ins Ziel und wurde in der S-WRC Fünfter.

Im Anschluss an die Rallye revidierten die Organisatoren noch das Ergebnis. Martin Prokop hatte nach der dritten Sonderprüfung eine Strafe erhalten, da er die Prüfung nicht zum vorgeschriebenen Zeitpunkt begonnen hatte. Die vierminütige Strafe wurde zurückgenommen, weshalb der Tscheche schlussendlich den dritten Platz in der SWRC belegte und in der Gesamtwertung Platz zehn.

Fotoquelle: Red Bull/GEPA

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