Sebastien Ogier hat plötzlich beste Chancen auf den Argentinien-Sieg

Rallye 2011

— 28.05.2011

SS14/15: Ogier auf dem Weg zum Argentinien-Sieg

Nach dem zweiten Tag führt Sebastien Ogier deutlich vor Mikko Hirvonen und Sebastien Loeb - Jari-Matti Latvala und Petter Solberg die großen Pechvögel

Nach einem dramatischen Samstagnachmittag hat Citroen-Pilot Sebastien Ogier alle Chancen auf den Sieg bei der Rallye Argentinien. Der Franzose führt vor dem abschließenden Sonntag mit 43,7 Sekunden Vorsprung auf Mikko Hirvonen (Ford) und 47,7 Sekunden Vorsprung auf seinen Teamkollegen Sebastien Loeb. Dabei profitierte Ogier aber auch vom Pech seiner Konkurrenten Jari-Matti Latvala und Petter Solberg.

Ford-Pilot Latvala hatte am Freitagmorgen die Führung übernommen und diese bis zum heutigen Samstagnachmittag behauptet. Doch in der 13. Wertungsprüfung brach - sehr wahrscheinlich wegen eines Einschlags - eine Druckstrebe an seinem Fiesta RS WRC. Der Finne verlor zunächst über 20 Sekunden und fiel zurück auf Rang zwei. Nach einer behelfsmäßigen Reparatur startete er noch in die 14. Prüfung, musste dort aber endgültig aufgeben.

Ogier, der sich am Morgen auf den zweiten Platz verbessert hatte, übernahm dadurch die Führung. Nun sah es so aus, als ob er sich mit Solberg ein spannendes Duell um den Sieg liefern würde. Doch in der 15. Prüfung erwischte es auch den Norweger. Die Servolenkung an seinem Citroen DS3 WRC streikte. Solberg stieß im Ziel nur eine Reihe verzweifelter Schimpfwörter aus und fuhr frustriert davon. Der Defekt kostete ihn fast eine Minute, er fiel auf den vierten Platz zurück und hat auch kaum noch Chancen auf einen Podiumsplatz. Sein Rückstand auf die Top 3 beträgt 28,4 Sekunden.

Am morgigen Sonntag stehen noch vier Prüfungen mit insgesamt 59,03 Wertungskilometern an. Mit diesem Polster kann sich Ogier eigentlich nur noch selbst im Weg stehen. "Es ist schade für Petter", sagt Ogier. "Ich selbst habe heute Nachmittag so viel gepusht, wie ich konnte. Wir hatten einen sehr guten Rhtyhmus, und ich bin mit meinem Tag sehr zufrieden. Wenn ich keine Probleme bekomme, sollte der Vorsprung reichen. Aber es ist erst vorbei, wenn wir über die Ziellinie kommen."

Ford-Pilot Hirvonen ist nach diesem turbulenten Nachmittag plötzlich Zweiter und auf Podiumskurs. Doch zufrieden ist der Finne überhaupt nicht. "Es war kein guter Tag. Ich konnte einfach die Pace nicht mitgehen", hadert Hirvonen. "Ich weiß nicht warum, ich habe es wirklich versucht. Stellenweise ging es zwar, aber ich konnte keine guten Zeiten fahren. Es war überhaupt nicht gut."

Zudem hat Hirvonen in Loeb einen harten Rivalen im Kampf um Platz zwei. Der Rekordweltmeister war durch seine Ein-Minuten-Zeitstrafe gestern weit zurückgefallen, doch heute startete er eine Aufholjagd. Als Fünfter holte er fünf Bestzeiten und rückte immer näher an Hirvonen heran. Nach den Dramen um Latvala und Siebter ist er Dritter, und er liegt nur vier Sekunden hinter dem zweitplatzierten Ford-Piloten.

"Jetzt sind wir Dritter und nicht zu weit weg von Mikko, da ist keine so schlechte Ausgangslage. Es ist auf alle Fälle besser als gestern", bilanziert Loeb zufrieden. Die Hoffnung auf den sechsten Argentinien-Sieg in Folge hat er jedoch schon aufgegeben: "Ich denke, dass ich Mikko morgen noch überholen kann, aber Ogier ist zu weit weg. Von daher sehe ich da keine Chance. Ich müsste pro Kilometer eine Sekunde schneller fahren als er, und das ist mir hier noch nie gelungen. Aber ich muss pushen, um Mikko noch abzufangen."

Hinter Loeb folgt Solberg als Vierter. Mads Östberg (Stobart) rutschte durch Latvalas Ausfall auf den fünften Rang, hat aber schon über dreieinhalb Minuten Rückstand nach vorn. Auch dahinter bewegen sich die Abstände im Minutenbereich. Lokalmatador Federico Villagra (Munchi's) ist Sechster vor Matthew Wilson (Stobart).

Pechvogel Latvala wird morgen unter SupeRally-Bedingungen mit den entsprechenden Strafminuten wieder an den Start gehen. Derzeit wird der Finne mit rund zwölf Minuten Rückstand auf die Spitze als Achter gewertet. Die P-WRC-Piloten Hayden Paddon und Patrik Flodin komplettieren die Top 10. Armin Kremer und sein Beifahrer Klaus Wicha, die in Argentinien mit dem Mitsubishi Lancer die deutschen Farben vertreten, liegen auf Rang 13.

Auch Ken Block will morgen wieder starten. Er musste heute wegen einer defekten Antriebswelle vorzeitig aufgeben. Mit seinen Strafminuten sammelte sich ein Rückstand von 37 Minuten an. Der US-Amerikaner wird aktuell als 15. gewertet.

Fotoquelle: Citroen

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