Der FIA-Weltrat hat auf die Diskussionen um die Startreihenfolge reagiert

Rallye 2011

— 04.06.2011

FIA-Weltrat: Die Startreihenfolge wird umgedreht!

Die FIA reagiert auf die Diskussionen um Startpositionen und Taktieren: Ab 2012 wird die Startreihenfolge wieder umgedreht, der Shakedown wird zum Qualifying

Das Thema Startreihenfolge hat in der WRC auch in den vergangenen Monaten immer wieder für Diskussionen gesorgt. Nun hat der FIA-Weltrat reagiert: Ab der kommenden Saison wird wieder in umgekehrter Reihenfolge gestartet. Damit wird das aktuelle System, das seit 2008 gilt, abgeschafft. Momentan bestimmt die Fahrerwertung der Weltmeisterschaft die Startreihenfolge am ersten Tag. Am zweiten und dritten Tag muss derjenige, der am Abend davor in Führung lag, als Erster auf die Pisten.

Das sorgt immer wieder für Ärger, vor allem bei Schotterrallyes. Piloten, die in der Weltmeisterschaft weit vorn liegen, sind am ersten Tag von vornherein benachteiligt, weil sie als "Straßenkehrer" Zeitverluste hinnehmen müssen. So beklagte Citroen-Sportchef Olivier Quesnel bei der Rallye Jordanien in diesem Jahr, dass sein Pilot Sebastien Loeb und Ford-Fahrer Mikko Hirvonen aufgrund ihrer Spitzenplätze in der Fahrerwertung enorm im Nachteil waren und "von Anfang an keine Chance auf den Sieg hatten".

Zudem wird bei Schotterrallyes in den Nachmittagsprüfungen oft genug mehr gebremst als Gas gegeben. Taktieren ist bei den Spitzenpiloten an der Tagesordnung. Wer mit knappem Vorsprung führt, lässt sich gern zurückfallen, um am nächsten Tag nicht den Straßenkehrer spielen zu müssen. Dieses System hat Befürworter, die darauf verweisen, wie spannend die Rallyes sind. Aber es gibt auch Gegner. Vor allem die Piloten betonen, dass sie Rallye fahren, um Vollgas zu geben, und nicht um taktisch bremsen zu müssen. Privatier Petter Solberg hatte sogar vorgeschlagen, dass die Fahrer ihre Startpositionen für den nächsten Tag jeweils per Los ziehen sollten, das sei am fairsten.

Für diese ungewöhnliche Lösung hat sich der FIA-Weltrat nicht entschieden, aber er hat reagiert und einige Änderungen beschlossen, die ab dem 1. Januar 2012 und damit ab der kommenden Saison gelten.

So dient der Shakedown dann als Qualifying für alle Fahrer der Priorität 1 und 2, also den Piloten, die in der WRC-Kategorie in einem Werks-, Semi-Werks- oder Privatteam antreten. Basierend auf den Shakedown-Zeiten können die Fahrer dann ihre Startposition für den ersten Tag auswählen. Der Schnellste hat zuerst die Wahl, der Langsamste muss den Startplatz nehmen, der übrig bleibt. Am zweiten und dritten Tag starten die Prio-1/2-Crews dann in der umgekehrten Reihenfolge des Ergebnisses vom Vortag. In allen anderen Kategorien bleibt es beim alten Reglement.

Zudem hat der FIA-Weltrat einen weiteren Beschluss gefällt: Ab dem 1. Januar 2012 müssen beide Crew-Mitglieder, also Fahrer und Beifahrer, während eines WM-Laufs eine gültige Fahrerlaubnis besitzen, außer es wird eine Ausnahmegenehmigung erteilt. Bei der Rallye Schweden hatte Petter Solbergs Co-Pilot Chris Patterson für die abschließende Powerstage das Steuer des DS3 WRC übernommen, da man Solberg am Freitag geblitzt hatte. Nach einer 48-Stunden-Frist war dem Norweger am Sonntagnachmittag von der schwedischen Polizei die Fahrerlaubnis innerhalb des Landes entzogen worden. Also nahm er in der letzten Prüfung auf dem Beifahrersitz Platz. Ab der kommenden Saison ist das dann auch nicht mehr möglich.

Fotoquelle: xpb.cc

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