Hermann Gaßner jun. findet sich in der Rallye-WM immer besser zurecht

Rallye 2011

— 10.06.2011

Gaßner: "Bin im dritten Lehrjahr"

Hermann Gaßner jun. spricht über Ratschläge von seinem Vater, seine Entwicklung in der WM und seine Teilnahme bei der Rallye Deutschland

Beim heimischen Weltmeisterschaftslauf im August startet der 22-jährige Bayer Hermann Gaßner jun. bereits zum vierten Mal - wie bisher mit seiner Stamm-Copilotin Kathi Wüstenhagen, aber mit dem noch neuen Skoda Fabia S2000.

Frage: "Was ist 2011 der besondere Reiz für dich?"
Hermann Gaßner jun.: "Natürlich sind mir die Strecken der Rallye Deutschland mittlerweile recht vertraut, doch es bleibt die Besonderheit, dass die Asphaltpassagen in den Mosel-Weinbergen oder auf Baumholder einen sehr unterschiedlichen Belagcharakter haben. Eigentlich sind es sozusagen dann verschiedene Rallyes, auf die sich der Fahrer komplett neu einstellen muss. Hinzu kommt, dass ich mit dem in dieser Saison für mich neuen Skoda Fabia S2000 noch nie auf Asphalt gefahren bin."

Frage: "Asphaltrallyes haben ihren eigenen Charakter. Wie steht es 2011 mit deinen Asphaltgenen? Wirst du entsprechende Tests fahren?"
Gaßner: "Asphaltpisten sind wirklich kein unbekanntes Terrain für mich. 2009 war ich Deutscher Rallye-Meister, und hier in Deutschland wird ja fast ausschließlich auf Asphalt gefahren. Momentan weiß ich nicht, ob es sich noch zeitlich und finanziell ausgeht, ausgiebige Asphalttests im Vorfeld zu absolvieren. Vorher starten wir noch bei den WM-Läufen in Griechenland und Finnland - vielleicht ergibt sich dort die Chance, mal kurz ein Asphalt-Setup auszuprobieren. Ansonsten verlasse ich mich dabei voll auf unser erfahrenes Team."

Frage: "Für das Red-Bull-Skoda-Team des mehrfachen österreichischen Staatsmeisters Raimund Baumschlager bestreitest du in dieser Saison die sieben Weltmeisterschaftsläufe in Jordanien, Sardinien, Griechenland, Finnland, Deutschland, Frankreich und Spanien. In der Formel 1 hat Red Bull Sebastian Vettel zum Champion gemacht. Passiert das nun in der Rallyeszene mit Hermann Gaßner jun.?"
Gaßner: "Da musst du schon Red Bull selbst fragen. Doch Spaß beiseite: In der Super-2000-Division peilen wir in dieser WM-Saison schon einen Podiumsplatz an, was in Jordanien mit dem dritten Rang bereits funktioniert hat."

Frage: "In der Rallye-WM-Szene rechnen Insider mit rund drei Lehrjahren für Nachwuchspiloten, um dann den internationalen Durchbruch anzupeilen. Du bist erstmals 2007 in der Rallye-WM und gestartet und hast mittlerweile 16 WM-Starts verbucht. Bist du noch ein WM-Azubi?"
Gaßner: "2007 und 2008 standen nur drei Läufe auf meinem Low-Budget-Programm, das war nur ein vages Reinschnuppern. In den beiden Folgejahren kamen dann elf bewusst ausgesuchte WM-Runden dazu, die ich mit Unterstützung der ADAC-Stiftung Sport und meinen anderen Sponsoren absolvieren konnte. In diesem Jahr stecke ich - reell betrachtet - wirklich in meinem dritten Lehrjahr."

Frage: "Wo liegen die Stärken des WM-Lehrlings Hermann Gaßner jun. und existieren auch Schwächen?"
Gaßner: "Ich denke mal, dass ich grundsätzlich wenig Fehler mache, bislang auch kaum teures Blech verbogen habe - und mein Grundspeed ist okay, macht mich jedenfalls sehr konkurrenzfähig. Von Schwächen will ich nicht reden, aber nervös macht es mich schon etwas, wenn wir bei einem uns noch unbekannten WM-Lauf beim offiziellen Training nur zweimal und im gedrosselten Tempo über die Rallye-Piste rollen können. Ich frage mich dann häufig, wie verlässlich unser Streckenaufschrieb da wohl ist - und werde hypervorsichtig, gehe null Risiko."

Frage: "Vom Rallye-Bazillus wurdest du sicherlich über deinen Vater Hermann sen. infiziert, der seit 1979 Rallyes bestreitet, viermal Deutscher Rallye-Meister und fünfmal Vizemeister war. Bereits als Junge hast du ihm über die Schulter geschaut und nicht nur abgeguckt. Du arbeitest heute auch als KFZ-Mechatroniker im väterlichen Betrieb Gaßner Motorsport. Was ist die schwierigere Variante: Eislauf-Mütter oder Rallye-Väter?"
Gaßner: "Von meinem Vater konnte, durfte ich sehr, sehr viel lernen - aber das geschah immer völlig ohne Druck. Natürlich erhielt ich stets seine volle Unterstützung, bekam ungeheuer viel Tipps - aber zum Beispiel meine eigene Reifenentscheidung hat er immer respektiert, mir nie reingeredet. Wir haben da insgesamt ein sehr ungezwungenes, lockeres Verhältnis. Naja, und seinen gewissen Stolz auf den Rallye-Sohn spüre ich halt schon gerne..."

Fotoquelle: GEPA

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